Siegesserie

Alba lässt sich auch in Ulm nicht vom Erfolgsweg abbringen

Sie siegen und siegen: Mit einem 92:87 bei Ratiopharm Ulm sicherten sich die Berliner den 17. Erfolg in Serie. Coach Obradovic schimpft trotzdem.

Foto: Marc Tirl / dpa

Irgendwann reichte es Sasa Obradovic. Mehrere Male hatte sich der Trainer von Alba Berlin im Bundesligaspiel bei Ratiopharm Ulm schon beschwert, dass die Zeitnahme nicht richtig funktionierte. Der Ball war längst in der Partie, aber die Uhr stand noch sekundenlang still. Die Berliner, die ihren knappen Vorsprung ins Ziel bringen wollten, fühlten sich dadurch benachteiligt.

56 Sekunden vor dem Ende schimpfte der Serbe so energisch, dass er mit einem Technischen Foul bestraft wurde, was zwei Freiwürfe und Ballbesitz für die Gastgeber bedeutete. Die Partie hätte kippen können. Aber dieser Alba-Jahrgang ist schwer kleinzukriegen. Am Ende stand ein Berliner 92:87 (44:31)-Sieg.

Obradovics Team verteidigte seinen dritten Tabellenplatz. Und es feierte seinen 17. Pflichtspielerfolg in Serie. Zugleich gelang Alba eine gelungene Generalprobe für das Top4 um den deutschen Pokal am 29./30. März in der Ratiopharm-Arena, wo die Berliner zuvor noch nie gewonnen hatten. Vor allem aber bot das junge Team eine weitere überzeugende Vorstellung.

Alba kann erneut kontern

In der ersten Hälfte sogar eine herausragende, als die Mannschaft um ihre besten Schützen David Logan (24 Punkte), Reggie Redding und Leon Radosevic (je 14) Gegner und Tempo souverän im Griff hatte. Eine 14-Punkte-Führung war beim 62:62 im dritten Viertel dennoch aufgebraucht, weil die Ulmer nun zulegten.

Aber erneut konnte Alba kontern, setzte sich auf 80:68 ab. „Gerade in der Phase hat die Mannschaft sehr konzentriert und präzise gespielt, das war in der Atmosphäre bestimmt nicht einfach“, lobte Sportdirektor Mithat Demirel, der sich über die Probleme mit der Zeitnahme nur wundern konnte: „So etwas habe ich zuletzt in der Jugend erlebt.“

„Wir haben es geschafft, unser Selbstbewusstsein zu behalten und zurückzukehren“, sagte Obradovic stolz. Von nichts ließen sich die Gäste irritieren, auch nicht von 45 Freiwürfen, die gegen sie verteilt wurden. Ihrerseits verwandelten die Berliner ihre letzten zehn Punkte konzentriert von der Freiwurflinie, gewannen die Rebounds, hatten die bessere Wurfquote und 20:9 Assists. „Alba hat den Sieg verdient“, lobte auch Ulms Trainer Torsten Leibenath.