Das 50:75 am vergangenen Mittwoch im Eurocup bei Cai Saragossa war doch keine Eintagsfliege. Alba Berlin musste am Sonnabend eine noch viel schmerzhaftere Niederlage einstecken, verlor in der Basketball-Bundesliga gegen die Eisbären aus Bremerhaven (als Tabellensechzehnter angereist) mit 79:85 (40:46).

Am Ende waren es mit Philip Zwiener und Derrick Allen ausgerechnet zwei ehemalige Alba-Spieler, die von der Freiwurflinie aus die überraschende Niederlage in der O2 World besiegelten. „So ein Spiel dürfen wir nicht verlieren“, gestand Jan-Hendrick Jagla. „Wir haben wieder schwach angefangen und den Gegner ins Spiel kommen lassen. Das müssen wir unbedingt abstellen.“

Eine solche Reaktion hatten viele der 8441 Zuschauer sicher schon am Sonnabend erwartet. Doch anfangs fand kaum einer der Würfe der Hausherren das Ziel. Auf der anderen Seite glänzten vor allem Zwiener (19 Punkte) und Allen (16) mit sicherer Hand. Alba lag 7:17 (6.) zurück, doch die Talsohle war noch nicht erreicht. Nur drei der 13 Berliner Würfe saßen im ersten Viertel.

Erschwerend kam hinzu, dass Alba das Rebound-Duell in den ersten zehn Minuten mit 5:14 verlor und so zu keinen zweiten Chancen kam. Beim 12:28 (10.) drohte ein Debakel.

Levon Kendall glänzte mit zwei trickreichen Anspielen

Die Berliner machten in der Folge wenigstens nicht den Fehler, den Rückstand in fünf Minuten aufholen zu wollen. Mit dem Rückenwind von zwei Dreiern durch David Logan legten sie zuallererst in der Verteidigung zu, erlaubten im zweiten Viertel nur noch vier Rebounds der Gäste, holten selbst zehn und kamen so wieder ins Spiel. Levon Kendall glänzte mit zwei trickreichen Anspielen zu Jan-Hendrick Jagla und vier eigenen Punkten. Zur Halbzeit waren die Eisbären wieder in Reichweite.

Zehn Minuten später schien Alba dem Ziel nahe, als Vojdan Stojanovski sein Team mit 58:57 (30.) in Führung brachte. Dass Alba dennoch weiter hinterherlaufen musste, lag daran, dass es erneut mit der Wurfausbeute haperte und Bremerhaven keine zweiten Chancen mehr gestattete. Stojanovski, am Ende mit 16 Punkten bester Werfer der Berliner, ließ mit seinem Dreier zum 74:72 (36.) abermals die Hoffnung auf ein Happy End aufkommen, aber die Gäste wussten inzwischen längst um ihre Chance gegen den haushohen Favoriten, spielten die Partie clever zu Ende und besiegelten Albas erste Heimniederlage dieser Saison.

Trainer Obradovic: „Wir weinen nicht“

„Ich war das erste Mal in der O2 World, und dass wir hier gewonnen haben, werde ich nie vergessen“, sagte Eisbären-Trainer Calvin Oldham, einstmals als Spieler und Trainer für Alba tätig.

Sein Gegenüber Sasa Obradovic sprach von „einer harten Niederlage. Wir hatten den Sieg nicht verdient. Aber wir weinen nicht, sondern wir müssen daraus lernen.“ Und zwar möglichst schnell. Am Donnerstag (20 Uhr) könnte sein Team in der Schmeling-Halle gegen Virtus Rom die Runde der letzten 32 im Eurocup klar machen.