Basketball

Alba gegen Bayern geht in die verbale Verlängerung

Nach Fanaktion gegen Ex-Albatros Heiko Schaffartzik erheben die Münchener beim Ligaverband Vorwürfe gegen Alba-Manager Marco Baldi. Die BBL will die Sache bis Ende der Woche bewertet haben.

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Auf dem Feld war keine Nachspielzeit notwendig. 94:74 gewann das Basketballteam von Alba Berlin am Sonntag gegen Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München. Jetzt geht’s doch in die Verlängerung: Marko Pesic, Sportdirektor in München und viele Jahre selbst bei Alba als Spieler unter Vertrag, erhebt in diversen Münchner Medien schwere Vorwürfe gegen den Berliner Klub. Der Grund: Ein Berliner Zuschauer hatte beim brisanten Duell in Berlin ein Trikot des Bayern-Nationalspielers Heiko Schaffartzik mit der Aufschrift „Verkauft!“ an einem Kreuz aus Metallstangen aufgehängt. Schaffartzik ist einer von vier Profis, die im Sommer von Alba nach München gewechselt sind.

„Dieser Umgang mit ihm geht zu weit“, sagte Pesic. In der Münchner Halle, war er sich sicher, „würde es so etwas niemals geben“. Besonders nahm er sich Albas Geschäftsführer Marco Baldi vor. Dieser trete nur noch „wie ein Marktschreier auf“, sagte Pesic gegenüber „Bild“. „Ich entwickle da ein Gefühl des Fremdschämens.“ Besagte Provokation mit dem Trikot sei „vom Verein in Person von Baldi trotz eines Hinweises nicht verhindert worden“.

Giftpfeile fliegen hin und her

Die ambitionierten Bayern spielen nun im dritten Jahr in Liga eins. Nicht nur vor der Partie am Sonntag sind in schöner Regelmäßigkeit Giftpfeile hin- und hergeflogen. Albas Aufsichtsratschef Axel Schweitzer und Bayern-Präsident Uli Hoeneß waren daran ebenso beteiligt wie Baldi und Pesic. Schon zu Saisonbeginn hatte Baldi es als „wenig kreativ“ bezeichnet, wie sich die Bayern ihr Team für die Saison 2013/14 zusammengestellt hätten. Auch nach der Partie gab es Seitenhiebe. „Unser Herz kann man nicht kaufen“, meinte Baldi zur Einkaufspolitik der Bayern. „Marco Baldi scheint sämtliche Selbstkontrolle und den Respekt gegenüber den Gegnern verloren zu haben“, so Pesic gegenüber der „Abendzeitung“.

Die Münchner, mit einem Etat von etwa zwölf Millionen Euro der Krösus in der Liga, müssen in dieser Saison mehr als zuvor starken Gegenwind der Konkurrenz aushalten. Mit der Trikot-Affäre von Berlin, so meint man in München, sei allerdings eine Grenze überschritten worden. „Wenn wir und die BBL (Anm. d. Red.: Basketball Bundesliga) solche Respektlosigkeit zulassen und im Fall von Heiko keine Zivilcourage an den Tag legen, ist das gefährlich“, erklärte Pesic.

Berliner wollen zur Aufklärung beitragen

Die Bayern machen Druck in Richtung BBL. Droht Alba eine Strafe? „Die Münchner haben uns auf den Vorfall aufmerksam gemacht und ihre Sichtweise dargelegt, auch die Berliner haben sich inzwischen bei uns zu dem Sachverhalt geäußert. Die BBL wird die Sache jetzt bewerten und den Vereinen bis Ende der Woche ihre Einschätzung mitteilen“, sagte BBL-Mediendirektor Dirk Kaiser. Er stellte allerdings auch klar, dass es sich dabei nicht um ein Ermittlungsverfahren handele.

Am Nachmittag reagierte auch Alba offiziell. Auf die Vorwürfe von Marko Pesic wird im Detail nicht eingegangen. Aber: „Sollte es etwas aufzuklären geben, werden wir das selbstverständlich gemeinsam mit dem Ligaverband tun“, teilte der Klub über Sprecher Justus Strauven mit: „Unsere Fans werden europaweit für ihre Fairness geschätzt.“ Fortsetzung folgt. Am 1. Mai 2014 treffen die Klubs in der Liga das nächste Mal aufeinander, dann in München.