Basketball

Kurzarbeiter soll Alba in den nächsten sechs Wochen helfen

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Sebastian Arlt

Foto: Valda Kalnina / picture alliance / dpa

Der slowenische Nationalspieler Uros Slokar ersetzt den verletzten Leon Radosevic. Vom 30-Jährigen Center erhofft sich der Berliner Basketball-Bundesligist Stabilisierung des Spiels.

Am Vormittag tat Sasa Obradovic noch ziemlich geheimnisvoll. Der Trainer von Alba Berlin wollte „nicht kommentieren“, ob der Basketballklub noch einen neuen Spieler als Ersatz für den verletzten Leon Radosevic holen würde oder nicht. „Mal sehen...“ Ein paar Stunden später war es am Donnerstag dann offiziell: Um den Ausfall von Radosevic zu kompensieren, bekommt der Slowene Uros Slokar einen Vertrag für sechs Wochen.

„Er ist fit und kann uns sofort helfen“, sagt Albas Sportdirektor Mithat Demirel. Am Spielbetrieb hat der 30-Jährige in dieser Saison allerdings noch nicht teilgenommen. Nachdem er in der vergangenen Spielzeit beim spanischen Erstligisten CB Gran Canaria unter Vertrag gestanden hatte, war er bei der EM im September im Team des Gastgeberlandes Slowenien dabei. In den vergangenen Wochen hielt er sich beim dortigen Meister Olimpija Ljubljana fit.

Zuletzt hielt er sich in Ljubljana fit

Der 2,10 Meter große Profi, der auf den Positionen Center und Power Forward spielen kann, wird heute in Berlin erwartet und absolviert nach seiner Ankunft gleich die medizinischen Tests im Unfallkrankenhaus Berlin. Danach begleitet er sein neues Team nach Bonn, wo Alba am Sonnabend (20 Uhr, Sport1) bei den Telekom Baskets anzutreten hat. Ob er eingesetzt werden wird, steht noch nicht fest.

„Ich kenne den deutschen Basketball und Alba aus den Duellen auf europäischer Ebene gut“, sagt Slokar. „Ich habe im Vorfeld mit Trainer Obradovic gesprochen und mich über meine Mitspieler informiert.“ Der Trainer hebt auf die Erfahrung Slokars „bei europäischen Topvereinen“ ab. „Er wird daher nicht lange brauchen, um sich ins Team zu integrieren.“ Seit 2003 hießen die Stationen von Albas Kurzzeitverpflichtung unter anderem: Treviso, Udine, Bologna, Siena, Rom (Italien), Manresa (Spanien) und Triumph Lyubertsy (Russland). In der Saison 2006/2007 absolvierte er 20 Spiele für den NBA-Klub Toronto Raptors, der sich 2005 beim Auswahlverfahren (Draft) die Rechte an ihm gesichert hatte.

Die jungen Spieler sollen nicht verheizt werden

Die Alba-Verantwortlichen hatten überlegt, ob man die Verletzung von Radosevic (Außenbandriss und Anriss des vorderen Syndesmosebandes im linken Fuß) ohne Ersatz überbrücken könnte, entschied sich aber schnell für eine Verpflichtung. „Wir haben in der Bundesliga und im Eurocup in den nächsten sechs Wochen 13 wichtige Spiele“, erklärt Demirel, „das ist ein extrem anspruchsvolles Programm.“ Um so mehr, da sich das Team nach wie vor im Aufbauprozess befinde.

„Für die Entwicklung gerade unserer jungen Spieler ist es sehr wichtig, dass wir sie in dieser Zeit nicht verheizen“, sagt der Sportdirektor. In einem Spiel, so geschehen beim Sieg gegen Saragossa, könne das Fehlen von Radosevic kompensiert werden, „aber nicht über längere Zeit“. Daher kommt jetzt Slokar als Kurzarbeiter zu Alba. Demirel ist sich sicher: „Er wird helfen, die nötige Stabilität beizubehalten.“

Schwere Aufgabe am Sonnabend in Bonn

Ob bereits mit Slokar oder nicht – die Berliner erwartet am Sonnabend in Bonn eine ganz schwere Aufgabe. „Die Bonner sind sehr gut drauf“, sagt Center Jonas Wohlfarth-Bottermann, der in der vergangenen Saison selbst noch in Bonn spielte. Die Baskets sind mit 10:2 Punkten Liga-Zweiter, im Eurocup gewannen sie am Mittwoch gegen Saragossa mit 108:104. Im Eurocup standen sich Bonn und Berlin bereits einmal am 15. Oktober gegenüber. Alba spielte – vor allem in der ersten Hälfte – wie im Rausch und siegte 86:65. „Wir haben damals extrem gut getroffen“, erinnert sich Wohlfarth-Bottermann. „Man kann nicht davon ausgehen, dass das immer so klappt.“