Transfer

Nach vielen Umwegen kehrt Jagla jetzt zu Alba zurück

Der 32 Jahre alte Basketball-Nationalspieler Jan-Hendrik Jagla unterschreibt bei Alba Berlin einen Vertrag für ein Jahr. Er ist die elfte Verpflichtung des Bundesligisten für die kommende Spielzeit.

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Jetzt sind sie doch noch zusammengekommen: Fast 13 Jahre ist es her, als Alba Berlin dem damals 19 Jahre alten Nachwuchstalent Jan-Hendrik Jagla ein Angebot machte. Von einem Fünfjahresvertrag für den blonden jungen Mann vom damaligen Kooperationspartner TuS Lichterfelde war die Rede – aber daraus wurde nichts.

Statt im August 2001 zu Alba zu wechseln, erklärte der in Berlin geborene Jagla bereits zur Jahreswende 2000/2001, dass er im Sommer in die USA an ein College wechseln werde. Für die Berliner war es ein Schlag, dass der vorgezeichnete Weg von TuSLi zu Alba von Jagla verlassen wurde. Emir Mutapcic, damals Alba-Trainer, grummelte über „schlechte Berater“. In einem Ligaspiel ist Jagla einst bei Alba zum Einsatz gekommen.

Heute sagt der 32-jährige Jagla: „Ich hatte immer den Plan, irgendwann zu Alba zurückzukehren. Berlin ist immer meine Heimat geblieben.“ Auf einen Vertrag für ein Jahr haben sich Alba und Jagla geeinigt.

Bisher 141 Länderspiele

Der 141-malige Nationalspieler ist der elfte Neue, den Alba verpflichtet hat. Am Mittwoch drehte er bereits mit den anderen im Jahn-Sportpark erste Runden im Rahmen des Vorbereitungsprogramms. Seit Wochen geisterte sein Name als möglicher Zugang durch die Medien und entsprechende Internet-Foren. Alba hatte ein Interesse am 2,13 Meter großen Profi nicht bestritten. Immer wieder wurde kolportiert, finanziell lägen beide Seiten (noch) zu weit auseinander.

„Er hat mit allen Fasern gezeigt, dass er unbedingt zu uns wollte“, sagt Albas Geschäftsführer Marco Baldi. Man kann diese Aussage auch in die Richtung interpretieren, dass Jagla Abstriche bei seinen Gehaltsvorstellungen gemacht hat.

Alba-Coach Sasa Obradovic ist jedenfalls froh: „Er passt hervorragend ins Team. Mit seiner Erfahrung und seinem Basketballwissen wird er auch eine große Hilfe für unsere jungen Spieler sein.“

Mit 2,13 Meter ist sein Platz in der Nähe des Korbes

Jagla, der auf den großen Positionen unter dem Korb und in dessen Nähe eingesetzt werden kann und zudem einen guten Distanzwurf hat, kehrt nach vielen Umwegen in seine Heimatstadt zurück: Nach drei Jahren an der Pennsylvania State University hießen seine Stationen Panellinios Athen, Artland Dragons, Drac Inca Mallorca, Türk Telekom Ankara, Joventut Badalona, Prokom Gdynia, noch einmal Ankara und zuletzt zwei Jahre Bayern München. Während die Münchner vier Alba-Spieler (Heiko Schaffartzik, Yassin Idbih, Nihad Djedovic, Deon Thompson) aus dem Kader der Vorsaison verpflichteten, geht Jagla nun den entgegengesetzten Weg. Mit Badalona gewann er den spanischen Pokal und den europäischen Uleb-Cup, in Polen wurde er mit Gdynia Meister.

In der Nationalmannschaft, wo er in diesem Sommer pausiert, kann man ihn salopp als „Opfer“ von Dirk Nowitzki bezeichnen. Wenn der NBA-Superstar für Deutschland spielte, musste Jagla zumeist auf der Bank sitzen, war Nowitzki bei Großereignissen nicht dabei, füllte Jagla dessen Position oft sehr gut aus.

Verheiratet mit der Tochter von Pesic

Baldi weiß auch, dass „er einer ist, der bei den Fans polarisiert“. Lamentieren und Klagen werfen ihm nicht wenige vor. Doch dass man mit großem Einsatz die Anhänger auch umstimmen kann, zeigte beispielsweise vor einigen Jahren Steffen Hamann.

Mit seiner Rückkehr nach Berlin verlässt Jagla in München nicht nur den Klub, sondern er und Ehefrau Ivana lassen auch einen Teil ihrer Familie zurück. Ivana ist die Tochter von Svetislav Pesic, dem ehemaligen Meistertrainer in Berlin und aktuellem Coach in München, Sportdirektor Marko Pesic ist Ivanas Bruder. Jagla wird der vorletzte Neue im Alba-Team sein. „Es kommt noch ein Langer“, kündigt Sportdirektor Mithat Demirel an. Es wird also noch ein Center verpflichtet. Man hofft in den kommenden Tagen auf Vollzug: Der Kandidat soll ein Ausländer sein, der sich mit seiner Nationalmannschaft momentan auf die EM in Slowenien vorbereitet.