Basketball

Warum Heiko Schaffartzik Alba Berlin den Rücken kehrt

Der Vertrag von Alba mit dem Kapitän der deutschen Nationalmannschaft ist „im beiderseitigen Einvernehmen“ aufgelöst worden. Es wird spekuliert, dass Heiko Schaffartzik nun zu Bayern München wechselt.

Foto: Lukas Barth / dpa

Eigentlich hatten alle auf die Bekanntgabe einer weiteren Verpflichtung bei Alba Berlin gewartet. Doch es kam anders. Am Montagnachmittag meldete der Basketball-Bundesligist einen echten „Hammer“: Der Vertrag mit Heiko Schaffartzik, der noch für die kommende Spielzeit Gültigkeit gehabt hätte, wurde „im beiderseitigen Einvernehmen“, so die offizielle Sprachregelung, aufgelöst.

Es geisterten ja schon seit Langem Gerüchte herum, der Spielmacher würde Alba verlassen – nun ist es Realität. Damit steht so gut wie fest, dass aus dem Profi-Kader der vergangenen Saison wohl nur Sebastian Fülle übrig bleiben wird. Alba steht im zweiten Jahr unter Cheftrainer Sasa Obradovic vor einem kompletten Neuanfang. So gut wie kein Stein ist mehr auf dem anderen geblieben.

1134 Punkte in 155 Spielen

Schaffartzik, der in Berlin geboren wurde und das Basketball-ABC bei TuS Lichterfelde erlernte, war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. In einer Pressemitteilung des Klubs wird er zitiert: „Berlin ist meine Heimat. Ich habe in meiner Karriere noch nie so lange für einen Verein gespielt wie für Alba.“ Er habe die Zeit genossen, „aber nach zweieinhalb Jahren ist die Zeit reif für Veränderung“. Er suche eine neue Herausforderung. Schaffartzik erzielte in 155 Spielen für Alba 1134 Punkte und wurde mit dem Team 2013 Pokalsieger.

Wo er künftig spielen wird, scheint noch nicht festzustehen. Zumindest gibt es nichts Definitives. Besagte Gerüchte hatten immer vom Konkurrenten Bayern München als neuem Arbeitgeber von Schaffartzik gesprochen. Die in München erscheinende Abendzeitung schreibt, jetzt sei der „Weg für Schaffartzik-Wechsel frei“.

Es gab Zoff mit der sportlichen Leitung

Im April hatte es zwischen dem 29-Jährigen und der sportlichen Leitung mit Geschäftsführer Marco Baldi und Sportdirektor Mithat Demirel gewaltig gekracht. Vorher war publik geworden, dass es Probleme bei einer anvisierten Vertragsverlängerung mit Yassin Idbihi gegeben hatte. Baldi und Demirel hatten via Presse deutlich ihrem Unmut über das ihrer Meinung nach unverständliche Taktieren von Idbihi Luft gemacht.

Schaffartzik sprang während eines Medientrainings seinem Freund zur Seite, sprach davon, dass vor allem die ausländischen Spieler über das Gebaren des Führungsduos „verwundert und verunsichert“ seien. „Wenn Herr Demirel und Herr Baldi meinen, den Klub so führen zu müssen, dann müssen sie ihn eben so führen“, meinte der deutsche Nationalspieler, der momentan sogar Kapitän des Teams ist. Baldis Replik kam prompt: „Was Heiko sagt, ist nicht wichtig.“

Erstes Gespräch bereits im März

Baldi stellt nun klar, dass Schaffartziks Abgang mit den damaligen Ereignissen „überhaupt nichts zu tun“ habe. „Heiko kam bereits im März zu uns und kündigte an, sich verändern zu wollen“, sagt der Geschäftsführer. Also Wochen, bevor es zum Zoff kam. Man habe die Diskussion auf die Zeit nach der Saison vertagt, „um uns auf das Wesentliche zu konzentrieren“. Einige Gespräche seien danach geführt worden, „dann sind wir zur Überzeugung gekommen, dass es das Beste für beide Seiten ist, den Vertrag einvernehmlich aufzulösen“.

Alba traf es nicht unvorbereitet. Baldi erklärt, dass im Laufe der Gespräche sich immer mehr herauskristallisiert habe, dass Schaffartzik nicht habe bleiben wollen. Aber erst am Sonntagabend sei das Ganze „inhaltlich abgeschlossen“ worden.

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