Basketball

In Bamberg darf sich Alba keine Nachlässigkeiten leisten

Am Sonnabend beim Titelverteidiger will das Berliner Basketballteam seine Chance wahren, doch noch als Vierter ins Play-off zu gehen. Ratlosigkeit wegen der starken Leistungs-Schwankungen.

Foto: Ole Spata / dpa

Es blieb nur ein Schulterzucken. Ob Zach Morley oder DaShaun Wood, keiner der Basketballprofis von Alba Berlin wusste eine Erklärung dafür, warum am Mittwochabend beim 76:55 gegen die Telekom Baskets Bonn einer grandiosen ersten Hälfte ein „schwarzes Viertel“ folgte, wie es Kollege Nihad Djedovic nannte. 2:22 (nur zwei Punkte in einem Viertel sind Bundesliga-Rekord) verlor Alba den dritten Absatz, nach einer 53:22 Halbzeitführung. Morley hoffte, „dass das ein Weckruf für uns ist.“ Wood schaute voraus: „Wirklich zeigen, wo wir stehen, wird das Spiel in Bamberg“, meinte er mit Blick auf die Partie am Sonnabend (17.35 Uhr, Sport1).

Albas Geschäftsführer Marco Baldi war anderer Meinung: „Man hat heute schon gesehen, wo das Team steht.“ Nämlich, um es zuzuspitzen, zwischen Himmel und Hölle. Die Leistungs-Schwankungen, gegen Bonn exemplarisch für die gesamte Saison, lassen nicht nur die Spieler ratlos zurück. „Innerhalb von wenigen Minuten wird aus einem sehr guten Team eines der unteren Mittelklasse“, ärgerte sich Baldi.

Trainer Obradovic entschuldigt sich bei den Zuschauern

Trainer Sasa Obradovic sprach davon, sich nicht als Sieger zu fühlen, entschuldigte sich bei den Zuschauern und schimpfte: „Ein Team, das Champion werden will, darf sich so etwas nicht leisten. Das ist nicht zu akzeptieren.“ Einmal mehr habe sich gezeigt, so der Coach, „dass uns jeder schlagen kann, wenn wir auch nur ein Prozent an Intensität nachlassen.“

Jetzt geht es nach Bamberg, das mit dem 73:74 daheim gegen die Artland Dragons gerade ein Negativerlebnis hinter sich hat. Der Titelverteidiger ist dennoch Tabellenerster. Die Bamberger hatten ihren Blackout zu Beginn des Spiels: „Das erste Viertel war wie ein Zugunfall, es war katastrophal, wie wir den Ball in vielen Situationen weggeben haben“, meinte Bambergs Trainer Chris Fleming. Seinen Satz hätte auch Trainerkollege Obradovic sagen können: „Nach wie vor liegt viel Arbeit vor uns.“

Bisher in dieser Saison drei Berliner Siege gegen die Baskets

Wood erwartet „ein hartes Spiel in einer verrückten Atmosphäre“. Nur ein Sieg hält bei Alba die Hoffnung aufrecht, doch noch als Vierter, verbunden mit dem Heimvorteil im Viertelfinale, ins Play-off einzuziehen. Als „optimale Vorbereitung für beide Teams auf das Play-off“ sieht Baldi das Aufeinandertreffen der großen Rivalen an.

Bereits dreimal (zweimal in der Europaliga, einmal in der Bundesliga) standen sich die beiden Teams in dieser Saison gegenüber, dreimal gewann Alba. „Warum nicht auch diesmal?“, fragte Center Ali Traoré selbstbewusst.