Basketball

Albas Basketballer leiden unter extremer Terminhatz

Spielpläne der Bundesliga und der Euroleague lassen sich nur schwer koordinieren. Neuer Anlauf für Doppelpack mit den Eisbären.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

DaShaun Woods Gesichtsausdruck passte gar nicht so recht zu den Babygeschenken, mit denen er unter dem Arm am Mittwochabend den Vip-Raum der O2 World verließ. Vor gut einer Woche sind er und seine Ehefrau Alaina Eltern der kleinen Carter Dean geworden, Freunde hatten ihm einiges für die junge Dame mitgegeben. Doch der stolze Papa wirkte niedergeschlagen. „Oh Mann, wir waren doch wieder so nah dran“, meinte der Basketballprofi von Alba Berlin. Selbst seine 24 Punkte hatten nicht gereicht, am Ende gewann Anadolu Efes Istanbul mit 91:86.

Es war ein Déjà-vu-Erlebnis für Wood und sein Team. Zum soundsovielten Mal in dieser Europaligasaison spielten die Berliner auf Augenhöhe mit einem renommierten Gegner, aber am Ende „haben wir wieder keine Punkte“, wie es Geschäftsführer Marco Baldi ausdrückte. Er reduzierte das Ganze auf ein Wort: „Sch…!“

In zehn Spielen erzielte Alba nur einen Sieg

„Wir müssen lernen, in kritischen Situationen ruhig zu bleiben“, meinte Trainer Sasa Obradovic. Aber: „Ich denke, wir repräsentieren Deutschland im Top 16 auf gute Art und Weise.“ Die nackten Zahlen lesen sich so: Ein Sieg (gegen den zweiten deutschen Vertreter Bamberg) stehen neun Niederlagen gegenüber. Schlechter sind nur noch die Franken (0:10), die aber auch einige Male gegen einen schier übermächtigen Gegner fast gewonnen hätten.

Zwei deutsche Klubs im Top 16 der Europaliga, Ulm im Viertelfinale des Euro-Cups, die Bundesliga (BBL) macht europäische Fortschritte. Doch die Spielpläne der BBL und gerade der Europaliga unter einen Hut zu bringen, hat sich bisher als ein nicht zu lösendes Ärgernis herausgestellt. Die Terminhatz ist sehr problematisch. Hätten Bamberg oder Alba das Europaliga-Viertelfinale erreicht, wäre alles zusammengebrochen. So etwas hat die BBL schlichtweg nicht geplant. Baldi vermisst Entgegenkommen der Liga: „Wenn Europa so wichtig ist, dann müssen die Klubs, die in Europa spielen, auch entsprechende Unterstützung bekommen.“

Der BBL-Spielplan ist die „Quadratur des Kreises“

Besonders umstritten ist momentan der Termin, an dem Alba in der Europaliga in Bamberg zu spielen hat, der 21. März (Donnerstag). Zwei Tage später startet in Berlin das Top Four um den Pokal, Alba trifft im Halbfinale auf Bayern München. Ein klarer Wettbewerbsnachteil gegenüber den Konkurrenten aus München, Ulm und aus dem Artland, die um den Cup kämpfen. Bamberg wäre bereit, zumindest am Mittwoch zu spielen. In diesem Fall ist die die Europaliga veranstaltende Uleb der Bremser und beharrt strikt auf besagtem Termin. Baldi führte gerade mit Uleb-Chef Jordi Bertomeu ein letztes Gespräch: „Mal sehen, was jetzt passiert.“

Der BBL-Spielplan sei jedes Jahr „ein Riesenthema“, so Baldi, „die Quadratur des Kreises“. Es müsse sich etwas zugunsten der deutschen Vertreter in Europa tun. Aber Baldi weiß auch, dass Alba als Mieter in der O2 World in ein sehr enges Terminkorsett gepresst ist, was nicht gerade hilfreich ist. „Vielleicht muss man noch mal darüber nachdenken, ob Eisbären und Alba nicht doch an einem Tag in der Arena spielen können.“ Das war einst eigentlich so geplant, ließ sich aus logistischen Gründen aber nicht realisieren.