Bildung

Berlin und seine Profivereine stärken den Schulsport

Sechs Berliner Spitzenvereine und die Bildungssenatorin Scheeres haben ein neues Projekt für den Schulunterricht vorgestellt.

Foto: Amin Akhtar

Sport macht Spaß. Daran hat man keine Zweifel, wenn man den achtjährigen Marek beim Sportunterricht in der Reinhardswald-Grundschule in Kreuzberg beobachtet. Voller Energie und Lebensfreude rennt er mit einem Ball durch die geräumige Turnhalle, dann gibt er ihn an seine Mitschüler weiter. Die ersten Sonnenstrahlen dieses Frühlings treten durch die Fensterscheiben.

Es ist ein besonderer Tag für Marek. Denn seine Schule bekommt Besuch von der Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Sandra Scheeres (SPD), und den Geschäftsführern von sechs Berliner Profivereinen. Viele Journalisten und Fotografen sind gekommen, es gibt Blitzgewitter. Am meisten freut sich Marek aber auf die lebensgroßen Vereinsmaskottchen aus Stoff, die die sechs Sportmanager den Kindern mitgebracht haben.

Der festliche Anlass dieses besonderen Sportunterrichts ist das Projekt „Profivereine machen Schule“, das am Montag bei einer Pressekonferenz in der Reinhardswald-Grundschule vorgestellt worden ist. Die Vereine Füchse, Alba, 1. FC Union, Eisbären, Recycling Volleys und Hertha BSC haben sich zusammengetan, um Sportlehrer mit ihren vereinseigenen Trainern im Sportunterricht zu unterstützen.

300.000 Euro für Sportprojekte an 20 Schulen

Damit hoffen die Organisatoren, einen qualitativ hochwertigen Sportunterricht und eine attraktive Gestaltung des Ganztagsbereichs durch Sport-AGs zu fördern. Auch außerschulische Betreuung in Feriencamps gehört zu den Zielen des Projekts. 300.000 Euro hat nun das Abgeordnetenhaus für das Jahr 2013 zur Verfügung gestellt. Für dieses Geld können am Projekt 20 Schulen teilnehmen: 16 Trainerstunden pro Woche bekommt jede Schule.

Ausgewählt wurden die Schulen in Berlin, die einen starken Fokus auf den Sportunterricht legen. Der Geschäftsführer der Füchse Berlin, Bob Hanning, ist für die Zukunft optimistisch: „Ich hoffe, es wird uns gelingen, später 100 Schulen für das Projekt zu gewinnen.“ Sport sei für die ganze Gesellschaft wichtig, betont der Füchse-Mitgründer, der auch erfahrener Handballtrainer ist.

Denn die Statistiken zeigen, dass sportinteressierte Jugendliche viel seltener straffällig werden. „Prävention ist besser als Rehabilitation“, fügt Hanning hinzu.

„Wir wollen den Kindern zeigen, dass Sport eine gute Sache ist“

Auch Henning Harnisch, Vizepräsident von Alba Berlin, wird ernst an diesem schönen Frühlingsmorgen. „Das, was hier passiert, sehe ich als einen positiven Brandbrief.“ Von der Kooperation sollen nun beide Seiten profitieren – die Schulen und die Sportvereine. Senatorin Scheeres sagt: „Es geht uns aber nicht um Talententdeckung. Wir wollen den Kindern zeigen, dass Sport eine gute Sache ist.“

Die Bildungssenatorin betont die Einzigartigkeit des Projekts bundesweit. Als sie in der Turnhalle steht und die Kinder beobachtet, strahlt sie über das ganze Gesicht. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie viel Freude Kinder an der Bewegung haben. Dadurch lernen sie auch, sich zu konzentrieren“, sagt die Bildungssenatorin, die selbst in der Schule gerne Fußball gespielt hat und später als Erzieherin arbeitete. „Ich fühle mich hier in meiner Arbeit bestätigt.“

Der Sportunterricht geht zu Ende, aber Marek will den Plüsch-Albatros nicht loslassen. Er rollt sich auf den riesigen Füßen des Alba-Maskottchens ein. „Sport ist cool“, sagt der Achtjährige dann. Bei Marek war der Sportunterricht mit den Maskottchen der Profivereine schon erfolgreich.