Alba wird nicht, wie viele hofften, mal ganz nebenbei durch das Viertelfinale rauschen. Nach dem 75:67-Auftaktsieg am vergangenen Sonntag kam Berlins Basketballteam am Mittwoch mit 66:79 (26:41) in Würzburg schwer unter die Räder. Die Franken glichen damit vor 3140 Zuschauern die Best-of-five-Serie zum 1:1 aus. Das Team von Gordon Herbert hat nur bis zum Sonnabend Zeit, sich von dieser Klatsche zu erholen. Dann sind die Baskets aus Würzburg zu Spiel drei in der O2 World zu Gast (16 Uhr). Präsentieren sich die Berliner dort ähnlich schwach, könnte die Saison bereits am Dienstag nach einem erneuten Besuch in Franken zu Ende sein.
Es klemmte von Beginn an. Alba gelang es zwar, die Punktausbeute der Würzburger in Grenzen zu halten, tat sich aber im Angriff schwer. Nach acht Minuten hatten die Berliner gerade mal neun Punkte der Gastgeber zugelassen, davon aber nicht profitiert, weil sie selbst nur sechs erzielt hatten. Als die Baskets dann vor allem mit zwei Dreiern von Ivan Elliott ihre Ladehemmung ablegten, wuchs der Rückstand schnell an. Nach dem ersten Viertel lag Alba 11:19 zurück.
Wood völlig außer Form
Wer auf Besserung hoffte, musste sich weiter gedulden. Beim Auftaktsieg am Sonntag in Berlin hatte Alba gegen die hyperaggressiven Würzburger nur zehnmal den Ball verloren und alle waren sich einig, dass sie mit einem ähnlich guten Wert auch in Franken bestehen könnten. Es gelang ihn nicht. Schon in Halbzeit eins hatte sich das Team zwölf Mal den Ball stehlen lassen, am Ende waren es sogar 18 Ballverluste. Erstaunlicher bekamen die Berliner jetzt den ansonst eher farblosen Center Robert Tomaszek nicht in den Griff, der allein im zweiten Viertel neun Punkte erzielte. Nach seinem getroffenen Freiwurf zum 16:29 (14.) wurde die Sache bedrohlich. Mit den ersten beiden Berliner Dreiern durch Heiko Schaffartzik und Kyle Weaver zum 22:31 (15.) kam Alba dann noch mal kurz in Schlagdistanz. Die Franken setzten sich aber postwendend wieder ab – 26:41 zur Halbzeit.
Erheblichen Anteil an der mageren Punktausbeute hatte auch Kapitän DaShaun Wood. Jüngst noch zum besten Offensivspieler gekürt, hatte er bislang keinen seiner sechs Würfe aus dem Feld getroffen und nur einen von vier Freiwürfen. Am Ende kam er insgesamt auf drei Treffer bei 15 Versuchen (zwei von sechs Freiwürfen) und magere fünf Punkte. Nach der miserablen ersten Hälfte und den ersten drei Minuten der zweiten ging es für Alba nicht mehr um den Sieg, sondern darum, eine Blamage abzuwenden und den Rückstand unter zwanzig Punkten zu halten. Selbst damit war nicht unbedingt mehr zu rechnen, nachdem die Berliner mit 26:49 (24.) und sogar 40:65 (32.) zurücklagen. Dass das dann am Ende auch gelang, ist nicht unbedingt als Erfolgserlebnis zu werten, aus dem sich für Spie drei Selbstvertrauen schöpfen lässt. Alba brachte den Rückstand in erträgliche Regionen, als die Partie längst entschieden und die Hauptdarsteller nicht mehr auf dem Parkett waren.
Auch Bamberg gleicht aus
Im zweiten Spiel am Mittwochabend konnten der Titelverteidiger, die Brose Baskets Bamberg den „Betriebsunfall“ beim Heimauftakt, dem 74:75 gegen Bonn, reparieren. Der Meister der letzten beiden Jahre revanchierte sich mit einem souveränen 67:53 (42:30) bei den Telekom Baskets Bonn durch und glich wie Würzburg gegen Alba die Best-of-five-Serie zum 1:1 aus. Die Bamberger stellten die Weichen mit einem 16:0-Lauf im zweiten Viertel auf Sieg. Bonn konnte danach nicht mehr gefährlich werden und unterlag am Ende klar.
Auch in der Serie zwischen den Artland Dragons aus Quakenbrück und Bayern München konnte sich keines der beiden Teams vorentscheidend absetzen. Nach der 68:82-Heimniederlage zum Auftakt gewannen die Dragons bereits am Dienstagabend in München 92:84. Schon zur Halbzeit hatten die Bayern mit 19 Punkten zurückgelegen, sodass sich frühere Bundes- und jetzige Bayern-Trainer Dirk Bauermann in der Pause kurzerhand zum Hallenmikrofon griff und die Fans aufpeitschte. Was dann auch nicht reichte. Schlecht für Quakenbrück: David Holston, der Aufbauspieler der Dragons schlug seinem Gegenüber Steffen Hamann im Schlussviertel den Unterarm ins Gesicht und wurde disqualifiziert. Auch Mitspieler Nathan Peavy musste nach einem anschließenden Gerangel gehen. Gut möglich, dass die beiden Leistungsträger gesperrt werden.
BMO



![Basketball Bundesliga 20. Spieltag Telekom Baskets Bonn Alba Berlin am Sonntag (08.02.2009) im Telekom Dome in Bonn. Ein Basketball liegt vor Beginn der Partie auf dem Spielfeld. Bonn gewann 80:66. Foto: Felix Heyder dpa (c) dpa Report [ Rechtehinweis: Verwendung weltweit usage worldwide ] Basketball Bundesliga 20. Spieltag Telekom Baskets Bonn Alba Berlin am Sonntag (08.02.2009) im Telekom Dome in Bonn. Ein Basketball liegt vor Beginn der Partie auf dem Spielfeld. Bonn gewann 80:66. Foto: Felix Heyder dpa (c) dpa Report [ Rechtehinweis: Verwendung weltweit usage worldwide ]](https://img.sparknews.funkemedien.de/105991631/105991631_1423548592_v16_9_1200.jpeg)

