Der Kampf um die deutsche Basketball-Meisterschaft geht an diesem Donnerstag in seine entscheidende Phase. Titelverteidiger Bamberg empfängt im ersten Play-off-Viertelfinalspiel nach dem Modus „Best of five“ Außenseiter Bonn (20 Uhr, Sport1 live). Am Sonnabend folgen die Auftaktpartien zwischen Ulm und Braunschweig sowie den Artland Dragons und München; den Abschluss bildet am Sonntag das erste Aufeinandertreffen zwischen Alba Berlin und Würzburg. Doch ein Sieger scheint schon jetzt festzustehen: die Basketball-Bundesliga (BBL).

„Wir befinden uns in einem kraftvollen Aufwind“, sagt BBL-Geschäftsführer Jan Pommer und zählt auf: Gut 4300 Zuschauer kamen im Durchschnitt zu den 306 Hauptrundenspielen – der Rekord aus dem vorigen Jahr wurde um rund 500 pro Partie gesteigert. Am letzten Spieltag betrug der Mittelwert gar 5580. Die Auslastung der Hallen lag bei 84 Prozent. Die Budgets der Klubs liegen jetzt bei durchschnittlich rund vier Millionen Euro; vor fünf Jahren war es die Hälfte. Die TV-Quoten sind, zwar noch überschaubar, um ein Drittel gestiegen. Bestwert waren die 220.000 Zuschauer beim Spiel Alba Berlin gegen Bamberg. In der Spitze schauen bis zu einer halben Million Menschen zu.

Zu Saisonbeginn hatte Pommer das Ziel ausgegeben, bis 2020 die spanische ACB als stärkste Basketballliga Europas abzulösen. Heute sagt er: „Wir fühlen uns darin bestärkt, denn wir wachsen, während andere rückläufige Zahlen haben. Unser Ziel ist ambitioniert, aber auch realistisch.“ In dieser Spielzeit hat die Liga sportlich als auch bei der Zuschauerresonanz sehr von den Aufsteigern Bayern München und Würzburg sowie dem Umzug Ulms in eine neue Arena profitiert. Das soll noch längst nicht das Ende der Entwicklung sein.

In Würzburg wird geplant, schon bald in eine Spielstätte nach Vorbild Ulms umzuziehen. In Oldenburg sollen die Baskets in der übernächsten Saison über eine größere Halle verfügen. Und die Bayern, gerade erst in den „Audi Dome“ (6700 Plätze) eingezogen, aber in der Rückserie permanent ausverkauft, sollen schon daran denken, erneut zu vergrößern. „Da können wir etwas erwarten“, glaubt Pommer auch angesichts der Europaliga-Ambitionen der Bayern.

Vielversprechende Studie

Eine Studie des Fachverbandes für Sponsoring (Faspo) hat der Sportart weitere Hoffnung gemacht. Demnach gaben im April 32 Prozent der befragten Sponsoren an, sich in diesem Jahr im Basketball zu engagieren. Das bedeutet: Rang zwei hinter Fußball; viel wichtiger aber ist es Pommer zu betonen, dass Basketball zwei Jahre zuvor noch Rang acht inne hatte, nun also Konkurrenten wie Handball und Eishockey überholt habe. Zudem gaben 36 Prozent der Sponsoring-Entscheider an, dass Basketball bis 2014 an Bedeutung gewinnen werde – auch hier Rang zwei hinter Fußball (46 Prozent). 2010 lag Basketball noch an 14. Stelle.

„Unser Wettbewerb ist spannend, die BBL verfügt über ein hochattraktives Produkt, weil die Klubs an den jeweiligen Standorten vorzügliche Arbeit leisten“, begründet Pommer den Vormarsch, „und wir legen gemeinsam einen großen Ehrgeiz an den Tag. Neue Ziele, neue Visionen – das ist anstrengend, aber der einzige Weg, vorwärtszukommen.“ Auf den nächsten Schritt hofft er bei den laufenden Verhandlungen mit zukünftigen Fernsehpartnern. Der aktuelle Vertrag mit Sport1 läuft aus, bisher floss der BBL dafür eine sechsstellige Summe zu. Zwar geht es dem BBL-Geschäftsführer nicht allein ums Geld, sondern auch um Reichweite „und um das Gesamtpaket“. Aber natürlich, gibt Pommer zu, hätte er nichts gegen eine Stelle mehr vor dem Komma. Gute Argumente scheint er jedenfalls zu haben.