Play-offs

Alba rüstet sich für das Viertelfinale gegen Würzburg

Für die Berliner Basketballer ist die Zeit der Routine vorbei. Gegen die knallharten Würzburger benötigt das Team eine optimale Vorbereitung.

Foto: City-Press

Was war, zählt nicht mehr. Für die Basketballer von Alba Berlin steht seit der Schlusssirene des 79:64 gegen Braunschweig alles auf Null. Mit dem Play-off, sagt Bryce Taylor, „beginnt die wahre Saison“. In der Hauptrunde ginge es darum, „sich als Team zu finden und in Position zu bringen, ab jetzt um den Titel“.

Jetzt interessieren auch die unnötigen Niederlagen in Hagen oder sonst wo nicht mehr und dass „mehr als der dritte Platz nach der Punkterunde drin gewesen wäre“. Am kommenden Sonntag (18 Uhr) kommt der Sechste Würzburg zum ersten Spiel der Best-of-five-Serie des Viertelfinales um die deutsche Meisterschaft in die O2 World. Und da zählt nur ein Sieg.

Eine neue Einstellung sei jetzt gefragt, sagt Geschäftsführer Marco Baldi, der mit seinem Klub ohne Fehlversuch zum 22. Mal in Folge ins Play-off zieht. „Jetzt geht es nicht mehr nur darum, voll konzentriert ins Spiel zu gehen“, sagt Baldi, sondern vielmehr darum, die nächsten zwei Monate – „hoffentlich“ – für den Basketball zu leben. „Jetzt zählt alles, wie du isst, wie du schläfst, wie du trainierst, was du machst, wenn irgendwas weh tut“, sagt der Play-off-Veteran, der all das am liebsten die ganze Saison über fordern würde, aber auch weiß, dass ein solcher Wunsch unerfüllbar ist. „Im Leben eines Leistungssportler, das ja streckenweise sehr monoton ist, gehört es auch dazu, dass einiges mit Routine abgewickelt wird.

Jetzt aber ist die Zeit der Routine vorbei. Jetzt gibt es nichts Wichtigeres mehr.“ Jeder einzelne müsse zu allerhöchster Alarmbereitschaft und Konzentration bereit sein. Käme dann auch allerhöchste Geschlossenheit hinzu, ist sich Baldi sicher, könne sein Team dann auch die Qualität zeigen, die schon phasenweise in der Zeit, die nicht mehr zählt, zu sehen war.

Diese Qualität wird sicherlich gleich in der Serie gegen Würzburg vonnöten sein, denn der Aufsteiger aus Franken spielt einen rustikalen Ball. Taylor beispielsweise wurde bei Würzburgs letztem Besuch Center Jason Boone beim Korbleger so übel abgeräumt, dass er sich eine Rippe anbrach. „Das war ein hartes Foul, aber ich habe es schnell angehakt und bin meinen Weg weiter gegangen“, sagt Albas Guard. Natürlich würden die Spiele gegen Würzburg wieder sehr physisch, aber „wir werden bestimmt weniger überrascht und gut vorbereitet sein“. Basketball sei ein Spiel für Männer, sagt der eigentlich eher elegant aufspielende Taylor. „Wir werden ihnen Auge in Auge gegenüber stehen und nicht zurückweichen.“

Ein Erfolg am Sonntag gegen Würzburg wäre übrigens nicht nur der erhofft gute Start ins Play-off oder gar ein Pflichtsieg, sondern auch gut geeignet, den Chef bei Laune zu halten. Denn Marco Baldi wird am 6. Mai nämlich 50.