Basketball

Alba Berlin scheitert im Pokal an Braunschweig

Eine Woche nach dem frühzeitigen Aus im Europacup muss Alba Berlin die nächsten Pokalträume begraben. Der Basketball-Bundesligist unterlag in eigener Halle den Phantoms Braunschweig mit 89:95 nach Verlängerung.

Foto: dpa / dpa/DPA

Die Basketballer von Alba Berlin müssen die nächste Enttäuschung verdauen. Nachdem sie eine Woche zuvor die letzte Chance auf das Viertelfinale im Eurocup eingebüßt hatten, hat sich seit Mittwochabend für sie ein weiterer Wettbewerb erledigt. Sie verloren in der Qualifikation zum Top-4-Turnier um den deutschen Basketball-Pokal gegen die Phantoms aus Braunschweig 89:95 n.V. (39:35). Wieder konnten die Berliner nicht durchgängig an ihrem oberen Limit spielen, wieder gab es zu viele Aufs und Abs. Die Mannschaft ging mit versteinerten Mienen in die Kabine. „Wir sind sehr enttäuscht“, sagte DaShaun Wood, „wir hatten eine große Chance und haben sie nicht genutzt, vor allem, weil unsere Verteidigung zu schlecht war.“ In den vergangenen beiden Jahren scheiterten die Berliner in Bamberg beziehungsweise Quakenbrück beim Versuch, das Finalturnier zu erreichen; nun hatten sie endlich den Heimvorteil – und nutzten auch diesen nicht.

Es war gleich zu spüren, wie die Bedeutung des Siegen-oder-Fliegen-Spiels auf den Akteuren lastete. Es wurde unter beiden Körben hart gearbeitet. Die Berliner erwischten den besseren Start, weil sie aus den so hart erkämpften Positionen gleich hochprozentig trafen. Wood, vom ehemaligen Berliner Publikums-Liebling Immanuel McElroy bewacht, traf den ersten Distanzwurf der Partie, Kyle Weaver und Marko Simonovic legten nach zum 15:5 (5.). Alba konnte den Vorsprung durch Torin Francis sogar auf 20:7 ausbauen, bevor Braunschweig dank Rich Melzer besser ins Spiel kam – 20:13 (7.). Aber noch traf Alba fast nach Belieben. Nach den Dreiern Nummer vier und fünf durch Heiko Schaffartzik und erneut Wood endete das erste Viertel 26:15.

Zu hektisch im Angriff

Die Phantoms haben in der Bundesliga nur vier Niederlagen mehr auf dem Konto als die Berliner und gelten unter der Führung von Coach Sebastian Machowski, auch ein Ex-Berliner, als Team, das jeden schlagen kann. Diese Qualität wurde jetzt mehr und mehr sichtbar. Die Berliner schlossen ihre Angriffe überhastet ab, die Gäste holten die Rebounds und kamen Punkt für Punkt heran. Nach dem erst zweiten Braunschweiger Dreier durch Branko Jorovic wurde es bereits eng (32:28/17.), zwei Minuten später lag Alba durch Michael Umeh erstmals zurück (34:35). Dass Alba dann doch wieder mit einer Führung in die Halbzeit ging, lag an Francis und Simonovic – 39:35.

Welches Gesicht würde das Team von Gordon Herbert jetzt zeigen? Das des formidablen ersten oder das des durchwachsenen zweiten Viertels? Fragen, die sich den 7945 Zuschauern in dieser Saison nicht zum ersten Mal stellten. Beim 39:42 war erneut Schlimmes zu befürchten, aber Alba erholte sich von dem 0:7-Start, führte bald 51:44 (25.). Die Partie war jetzt ein Fight auf Augenhöhe und wurde zunehmend härter. Wood hielt die Gäste von der Freiwurflinie aus auf Distanz, Yassin Idbihi traf in seinem ersten Spiel mehr als sechs Wochen nach seinem Muskelfaserriss, aber mehr als ein hauchdünnes 57:54 nach dem dritten Viertel war nicht drin.

Phantoms-Serie endet

Es sollte noch viel schlimmer kommen, Alba stand im letzten Viertel nicht nur einmal mit dem Rücken zur Wand, beim 58:61, das der ehemalige TuSLi-Youngster Robert Kulawick per Dreier erzielte, und auch beim 60:63 wenig später (35.). Die letzten drei Minuten lag Alba jeweils zwei oder drei Punkte zurück. Weaver glich 47 Sekunden vor dem Ende zum 70:70 aus, es waren 14 Sekunden zu spielen, als Wood zum 74:74 traf. Durchatmen, Alba rettete sich in die Verlängerung.

Für die Gäste war es die dritte Verlängerung im dritten Spiel in Folge, beide Male hatten sie in Bremerhaven und Frankfurt verloren. Ausgerechnet in der O2 World endete diese Negativserie. Alba lief wieder hinterher, nach Jorovics Freiwürfen zum 82:88 knapp 30 Sekunden vor dem Ende war Albas Traum, nach Bonn, Bamberg und Ulm als viertes Team ins Pokal-Top-4 zu ziehen, schon ausgeträumt. Ein schwerer Rückschlag. „Wir haben heute nicht als Mannschaft gespielt“, analysierte Idbihi, „wir haben schwierige Würfe gegen den Mann genommen und nicht geduldig genug gespielt.“