Basketball

Ex-Alba-Coach Pesic ist Bundestrainer-Kandidat

Kein Gerücht: Neben seiner Beschäftigung bei Roter Stern Belgrad könnte Ex-Alba-Coach Svetislav Pesic bald die deutsche Nationalmannschaft trainieren. Beim Deutschen Basketballbund ist das Interesse an den Diensten des Veteranen groß.

Foto: picture alliance / dpa / picture alliance / dpa/EFE

Svetislav Pesic war am Freitag unterwegs. Traineralltag: Mit seiner Basketball-Mannschaft von Roter Stern Belgrad trat der Trainer in der Adria-Liga beim slowenischen Meister Olimpija Ljubljana an. Viel Spaß mache ihm die Arbeit mit dem jungen Team aus seiner serbischen Heimat, erzählt der 62-Jährige. „Ich baue hier gerade etwas auf.“

Und weil das so ist, ist er nun hin- und hergerissen. Denn Deutschland ruft. Das Land, mit deren Nationalmannschaft er 1993 Europameister wurde, wo er mit Alba Berlin viermal Deutscher Meister wurde, den Korac-Cup (1995) gewann und deren Staatsbürgerschaft er (neben der serbischen) seit 1999 besitzt. Der Deutsche Basketball Bund (DBB), bei dem er von 1987 bis 1993 arbeitete, sucht einen Bundestrainer. Und Svetislav Pesic ist ein Kandidat dafür. „Ich bin immer Kandidat“, sagt er lachend und meint damit, dass sein Name eigentlich immer fällt, wenn ein Bundestrainer oder auch ein neuer Coach bei Alba gesucht wird.

Aber diesmal sind es nicht nur Gerüchte und Spekulationen. „Ich habe schon mit dem DBB gesprochen“, erklärt Pesic gegenüber Morgenpost Online. Er habe sich mit DBB-Präsident Ingo Weiss und dem für den Leistungssport zuständigen Vize Wolfgang Hilgert ausgetauscht, es werde weitere Gespräche geben. Weiss sagt, Pesic sei ein Kandidat und bestätigt damit einen Bericht der „BZ“. Noch sei „nichts unterschrieben“, so Weiss – und dass es noch zwei weitere Anwärter für den Job gebe, den Dirk Bauermann im September 2011 nach der EM in Litauen mit dem Verpassen des Viertelfinales aufgeben musste.

Ein weiteres Engagement für den DBB war nach einem Beschluss der Bundesliga nicht mit einem Trainerposten bei einem Erstligisten vereinbar. Bauermann ist Coach des Aufsteigers Bayern München.

„Natürlich habe ich immer Lust, in Deutschland zu arbeiten“, gibt Pesic zu, „aber ich muss überlegen.“ Die Arbeit bei Roter Stern, wo er noch bis 2013 unter Vertrag steht, fordere „viel Kraft und Zeit“. In der Sommerpause käme dann zusätzlich der Job mit der Nationalmannschaft. Er fragt sich, ob er beides mit dem gleichen Elan bewältigen kann. Der Belgrader Klub könnte ihm jedenfalls keine Steine in den Weg legen. „In meinem Vertrag steht, dass ich auch eine Nationalmannschaft betreuen darf.“

Das wäre natürlich ein Ding: Pesic zurück bei der deutschen Nationalmannschaft. Der DBB hätte für seinen Neuaufbau ohne Dirk Nowitzki eine ganz große Hausnummer. Einer, der aber auch nicht einfach ist, der fordert und allen viel abverlangt. „Wenn Pesic kommt, sind die Erwartungen immer sehr hoch“, weiß er selbst. Weltmeister (2002) und Europameister (2001) mit Jugoslawien, Europaliga-Sieger mit dem FC Barcelona (2003) sind die Highlights seines Wirkens außerhalb Deutschlands.

Seine erste Aufgabe wäre im August/September die Qualifikation für die EM 2013 in Slowenien. Harte Aufbauarbeit. „Der DBB und ich stehen nicht unter Zeitdruck“, sagt Pesic. Doch sowohl die Nationalspieler als auch die Liga würden nach Monaten der Ungewissheit gerne hören, wie's denn nun weitergeht. Mit dem serbischen Meistertrainer oder doch mit einem anderen? Pesic lässt sich alles offen: „Zumindest habe ich noch nicht nein gesagt.“