So schnell vergeht die Zeit. „Vom Gefühl her ist das ja Monate her, dass wir gegen Bayreuth gespielt haben“, sagt Gordon Herbert, der Cheftrainer des Basketball-Bundesligisten Alba Berlin. Weit gefehlt, es ist gerade einmal vier Wochen her, dass die Berliner in eigener Halle mit 92:53 gegen die Franken gewannen. Dass es am Sonnabend (20 Uhr, Sport1 live) beim Rückspiel in Bayreuth ähnlich klar ausgehen wird, ist wohl kaum anzunehmen. Zum einen, weil die Bayreuther (Elfter/14:20 Punkte) sehr heimstark sind, zum anderen, weil die Berliner (Vierter/24:10) noch ein großes Stück von der Form entfernt sind, die sie am 18. Dezember 2011 hatten. „Wir müssen wieder dahin kommen“, fordert Herbert, „damals haben wir wirklich gut gespielt.“
Momentan durchläuft Alba so etwas wie die zweite Findungsphase. Zu Saisonbeginn hatte es eine Zeit gedauert, bis zusammengewachsen war, was nach einigen Personalwechseln erst zusammenfinden musste. Dann gab es neun Siege hintereinander – bevor mit drei Niederlagen in Serie fast alles wieder eingerissen wurde, was man sich aufgebaut hatte. Nach nun wieder zwei Erfolgen (gegen Ludwigsburg und Göttingen) sehen sich die Berliner auf einem „sehr guten Weg“, wie es Spieler Derrick Allen ausdrückt. In Bayreuth soll das fortgesetzt werden.
Dass Herbert ein wenig mit der zeitlichen Einordnung Probleme hat, liegt sicherlich daran, dass sein Team seit dem 18. Dezember schon wieder sieben Spiele (die Bayreuther hatten ihrerseits nur viermal anzutreten) zu bestreiten hatte. Es war das Ende eines strammen Programms, in dem Alba vom 6. Dezember 2011 an in 34 Tagen bis zum 8. Januar 2012 elf Partien zu absolvieren hatte. „Die kleine Pause hat uns allen gut getan“, hat Herbert festgestellt. Pause? Zumindest hatte Alba zuletzt fünf Tage lang kein Spiel. „Die Balance zwischen Erholung und Training war schwierig“, gibt der Coach zu. Spielmacher Heiko Schaffartzik sagt offen: „Eigentlich fühle ich mich nur ruhebedürftig.“ Als Nationalspieler hatte er wegen der EM im vergangenen Jahr so gut wie keine Sommerpause. Schaffartzik schiebt allerdings gleich nach: „Aber natürlich bin ich immer motiviert.“
Nach knapp dreiwöchiger Spielpause steht Center Yassin Idbihi nach einem Muskelfaserriss zumindest erstmals wieder im Kader. Über seinen Einsatz wird erst am Sonnabend kurzfristig entschieden.
seb





