„Kein Saft, viel Wille!“ war der treffendste Kommentar, der nach Albas 83:50 gegen Göttingen abgegeben wurde. Der Einzeiler von Geschäftsführer Marco Baldi traf dabei am meisten auf DaShaun Wood zu, der achtmal auf den Korb warf, nicht einmal traf und am Ende mit einem verwandelten Freiwurf (bei zwei Versuchen) in der Statistik auftauchte. Eine eher dürftige Ausbeute für den Mann, der bislang sowohl in der Bundesliga (13,5 Punkte pro Spiel) und im Eurocup (14,0) Albas verlässlichster Scorer war.

Woods Akku ist leer

„Das waren alles Würfe, die ich normalerweise treffe“, erzählt Wood. „Aber irgendwie waren meine Beine müde, und mein allererstes Augenmerk lag darauf, in der Defense aggressiv zu sein.“ Dass am wertvollsten Spieler der vergangenen Saison der Kräfteverschleiß des Spiele-Marathons der letzten Zeit besonders sichtbar wird, ist kein Wunder. Er stand in den bislang 17 Bundesliga- (30:49 Minuten) und sechs Eurocup-Spielen (33:11) pro Partie gute fünf Minuten länger auf dem Parkett als jeder andere Berliner Spieler.

Die Akkus sind längst nicht mehr voll, weder die mentalen, noch die körperlichen, weiß Coach Gordon Herbert, nicht nur bei Wood. Es gebe viele kleine Verletzungen, keiner sei hundertprozentig fit, was zu diesem Saisonzeitpunkt auch normal ist.

Coach Herbert sucht die Balance

Herbert ist in der selten günstigen Situation, daran etwas ändern zu können. Denn sein Team hat in dieser Woche bis zur Auswärtspartie am Sonnabend in Bayreuth kein Spiel. Nicht im Dreitagerhythmus ran zu müssen – das gab es zuletzt Ende November und wird erst wieder Anfang März vorkommen. Seine größte Aufgabe sei jetzt, sagt Albas Coach, „die richtige Balance zwischen Belastung und Regeneration zu finden. Wir müssen ausruhen, aber auch trainieren. Von dem einen nicht zu viel und dem anderen nicht zu wenig zu machen, ist die Kunst.“

Am Montag war die Balance schnell gefunden: Die Mannschaft hatte frei. Am Dienstag wird sie den ganzen Tag mit Athletik-Trainer Jussi Hirvonen in einem Fitness- und Wellness-Klub verbringen. Ab Mittwoch kommt wieder der Ball ins Spiel, inwieweit, wird der Fitness-Guru aus Finnland mit entscheiden. „Jussi legt seine Sicht der Dinge dar, entscheiden tue ich“, sagt Herbert. „Aber ich folge fast immer seinem Rat, denn er hat ein sehr gutes Gespür.“

Spielmacher ist trotz hohem Pensum optimitisch

Hirvonen, Herbert und Wood arbeiteten bereits letzte Saison in Frankfurt zusammen. Die anstehenden gemeinsamen Tage stimmen Albas Spielmacher optimistisch. „Ich habe noch nie ein Pensum absolvieren müssen wie zuletzt mit Alba“, sagt Wood. „Jetzt haben wir alle die Chance, mental und körperlich wieder frisch zu werden. Ich habe ja auch gewisse Ansprüche an mich selbst und werde sicherlich in der Rückrunde noch besser spielen als bisher.“