Wohltätigkeitsaktion

Alba verteilt Geschenke an krebskranke Kinder

Wie jedes Jahr in der Weihnachtszeit haben die Spieler von Alba Berlin in der Kinderkrebs-Station des Virchow-Klinikums Geschenke verteilt. Für einen der Albatrosse war es ein ganz besonderer Besuch.

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Sie hetzen quer durch Europa von Spiel zu Spiel und könnten jeden Moment brauchen, um die Beine hoch zu legen und die Seele baumeln zu lassen. Aber wie gedrängt der Terminkalender auch ist – eines haben sich die Basketballer von Alba Berlin seit 1997 nie nehmen lassen, auch am Mittwoch nicht. Sie besuchten, voll bepackt mit Geschenken, für die während der letzten vier Heimspiele von Fans und Sponsoren gespendet wurden, die Kinderkrebs-Station des Virchow-Klinikums.

Für Heiko Schaffartzik war dieser Besuch auch eine Reise in die Vergangenheit. Er war mit 13 Jahren, an Leukämie erkrankt, Patient dieser Station und bei Albas erster Weihnachtsfeier im Virchow-Klinikum 1997 hatte Jörg Lütcke ihn an seinem Bett besucht. „Es ist natürlich etwas Besonderes für mich, zurück auf diese Station zu kommen. Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern und habe sogar Schwestern von früher getroffen, die nach 15 Jahren noch genau wussten, auf welchem Zimmer ich gelegen habe und wer mein Zimmernachbar war“, erzählte Schaffartzik. „Damals wurde ich von allen hier und meiner Familie so gut unterstützt, dass ich niemals dran gedacht habe, dass ich es nicht schaffen könnte.“

Der Besuch Schaffartziks dürfte für die kleinen Patienten mindestens ein genauso beeindruckendes Erlebnis gewesen sein wie für ihn selbst. Denn er hat es geschafft, den Krebs besiegt, ist heute Spielmacher der deutschen Nationalmannschaft und einer der Stars im Alba-Team. „Unser Besuch ist eine tolle Sache für die Kinder“, war sich Albas Pointguard sicher. „Viele von ihnen haben es wirklich schwer und leiden sehr unter ihren Medikamenten. Aber Kinder leben sehr im Jetzt, und wenn wir hier sind, bekommen sie ein gutes Gefühl und sind glücklich.“

Albas Besuch wäre sicher von den kleinen Patienten nicht weniger willkommen und seitens der Spieler nicht weniger herzlich gewesen, hätte die Mannschaft am Vorabend verloren. Aber das Team um Heiko Schaffartzik hatte rund 15 Stunden zuvor ein Erfolgerlebnis feiern dürfen, war mit einem 83:63 gegen Mons vorzeitig in die Top16 des Eurocups gezogen.

Am kommenden Dienstag bei Buducnost Podgorica in Montenegro zöge man selbst mit einer 17-Punkte-Niederlage noch als Gruppenerster ins Achtelfinale ein. „Wir schauen nicht auf die Punkte“, sagt Center Torin Francis, der mit 16 Punkten und sechs Rebounds erneut glänzte. „Wir fahren dahin, um zu gewinnen.“