Morgenpost Online: Herr Schweitzer, Sie sind nicht nur Aufsichtsratschef des Alba Basketballvereins, sondern auch Eigentümer der Alba-Unternehmensgruppe. Woher kommt eigentlich die Namensgleichheit?

Axel Schweitzer: Als der Basketballverein 1991 das Play-off erreicht hatte, jedoch die Reisekosten nicht mehr bezahlen konnte, entschloss sich mein Vater kurzerhand, das Team finanziell zu unterstützen und so zu retten. Damit wurde aus der "BG Charlottenburg" der Basketball-Verein "Alba Berlin". Als ich 1994 in das Unternehmen eintrat, habe ich dieses Engagement von ihm übernommen. Mein Vater wusste, dass Basketball meine große Leidenschaft ist. Die Verbindung von Alba-Unternehmen und Alba-Basketball ist deshalb weit mehr als übliches Sport-Sponsoring. Für mich und meinen Bruder Eric ist es eine Herzensangelegenheit.

Morgenpost Online: Bei Alba denken viele inzwischen zuerst an Basketball und nicht an das Unternehmen. Ärgert Sie das nicht?

Axel Schweitzer: Ganz im Gegenteil, denn es zeigt, wie stark und erfolgreich sich das Team entwickelt hat. Als wir uns 1991 für Basketball entschieden, fand dieser vor wenigen hundert Zuschauern statt. Heute spielen wir in der O2 World vor 14 000 Fans. Die Albatrosse sind mit acht Meistertiteln, sechs Pokalsiegen und einem Eurocup-Titel nicht nur die mit Abstand siegreichste Basketballmannschaft der letzten 15 Jahre in Deutschland, sondern auch eines der erfolgreichsten Teams in der gesamten deutschen Sportlandschaft. Außerdem ist die Markenbekanntheit unserer Recycling-Gruppe mit Abstand die höchste in der gesamten Branche. Natürlich liegt das zum Großteil am Know-how in der Alba Group im gesamten Bereich Umweltdienstleistungen, Wertstoffhandel und Recycling. Aber auch die Basketballer von Alba Berlin haben einen großen Anteil daran.

Morgenpost Online: In welchem Maß befruchten sich Sport und Wirtschaft?

Axel Schweitzer: Zwischen der Erfolgsgeschichte eines Sportvereins und eines Unternehmens gibt es viele und interessante Parallelen. Auf beiden Seiten braucht es Begeisterung, Leistungswillen, Teamarbeit und positive Emotionen, aber auch harte nachhaltige Arbeit, um an der Spitze zu sein. Als Unternehmer muss ich meine Führungskräfte nicht nur über Ziele motivieren, ich muss auch ihre Stärken erkennen und im Zusammenspiel des Teams richtig einsetzen. Genau das macht ein guter Trainer auch.

Berliner Morgenpost: Sie sprechen von Ihrem Unternehmen als Recycling-Gruppe. Die meisten denken, Alba sei ein Berliner Entsorgungsunternehmen...

Axel Schweitzer: Darüber sind wir weit hinausgewachsen. Die Alba Group beschäftigt inzwischen rund 9000 Mitarbeiter und ist international aufgestellt. Unser Schwerpunkt liegt heute im Recycling von Wertstoffen - zum Beispiel aus den gelben Tonnen. Aber wir recyceln auch Elektrogeräte und Tonerkartuschen, versorgen die Papier-, Stahl- und Holzindustrie mit Rohstoffen und bewirtschaften ganze Gebäude. Wir entwickeln Transportverpackungen, mit denen Abfälle vermieden werden, beraten Unternehmen, wie sie ihre Abfälle reduzieren können und vieles mehr.

Morgenpost Online: Wirkt sich das auch auf Ihr sportliches Engagement in Zukunft aus?

Axel Schweitzer: Unsere internationale Ausrichtung streben wir auch beim Basketball an. Als Hauptsponsor werden wir den Weg von Alba Berlin von der nationalen Spitzenmannschaft zu einer dauerhaften Größe in Europa intensiv begleiten.

Morgenpost Online: Wird sich das schon in der Personalplanung für die kommende Saison niederschlagen? Kommen ein oder zwei Hochkaräter?

Axel Schweitzer: Generell sind wir davon überzeugt, dass wir die Qualität unseres Kaders vor allem durch Kontinuität steigern werden. Aber auch die eine oder andere Neuverpflichtung kann uns natürlich weiterbringen. Wichtig ist hierbei aber nicht, ob das ein Hochkaräter ist, sondern dass der Spieler in das sportliche Konzept von Luka Pavicevic passt.