Die Wahl des Trainingslagers wirkt wie ein Signal dafür, dass die Frankfurt Skyliners auf alten Pfaden zurück zum Erfolg kommen wollen. Im Golf & Wellness Resort Portals Nou nahe Palma de Mallorca stimmen sie sich auf die Play-off-Spiele gegen Alba Berlin ein. Früher haben sie das Jahr für Jahr so gemacht, früher, als Gordon Herbert noch ihr Trainer war, mit dem die Skyliners 2004 Meister wurden.

Es war ihr größter Erfolg. Unmittelbar danach trennten sich für viele nicht nachvollziehbar die Wege. Vor knapp einem Monat jedoch, als Coach Murat Didin entlassen wurde, war der Kanadier plötzlich wieder da. Herbert unterschrieb einen Vertrag bis 2011. Und suchte die Baleareninsel als Ort für die Vorbereitung auf das Saisonfinale aus.


Mit der Rückkehr des 51-Jährigen sind große Hoffnungen verknüpft, dass der einst so aufstrebende Verein an seine besten Zeiten anknüpfen möge. Seit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft vor sechs Jahren haben die Frankfurter ihre sportlichen Ziele meist verfehlt. 2005 erreichten sie noch einmal das Finale, in der folgenden Saison wären sie aber beinahe aus der Bundesliga abgestiegen. Nun wurde immerhin zum dritten Mal in Serie das Play-off erreicht. "Es geht wieder nach oben", sagt Pascal Roller (33), der seit 1999 das Gesicht der Mannschaft ist, "unsere Stärke ist, dass wir sehr ausgeglichen sind, von Spiel zu Spiel andere Akzente setzen können. Und wir haben eine gute Moral, haben schon oft Rückstände aufgeholt."

Halle ist fast immer voll

Das versucht die Organisation der Skyliners auch gerade. Die Ballsporthalle ist mit ihren 5000 Plätzen bei den meisten Spielen ordentlich gefüllt. 4675 Fans kommen im Durchschnitt zu den Heimspielen, das bedeutet Platz vier in der Bundesliga-Rangliste. Aber sie ist im Vergleich zu den vielerorts in der Liga entstandenen, modernen Arenen doch etwas altbacken. "Die ungelöste Hallenfrage", sagt Frankfurts Geschäftsführer Gunnar Wöbke, "ist der zentrale Faktor für die Entwicklungsmöglichkeiten unseres Klubs."

Er möchte den Verein dauerhaft unter den Top Drei der BBL sehen; möchte wie schon dreimal in der noch jungen Historie - 1999 wechselten die Skyliners mit der Lizenz der Rhöndorf Dragons in die Bankenstadt - in der Europaliga internationale Meriten sammeln. So viel zur Zukunft. In der Gegenwart waren die Hessen in gar keinem Europapokal am Start. Zwar qualifiziert, verzichteten sie auf den Start in der drittklassigen Eurochallenge. "Wir laufen seit 2005 unseren ursprünglichen Klubzielen hinterher", gibt Wöbke ohne Umschweife zu. Ob der Hauptsponsor Deutsche Bank seinen 2011 auslaufenden Vertrag verlängern wird, scheint sehr fraglich.

Es sei denn, die sportliche Bilanz oder zumindest die Perspektive ändert sich gravierend zum Positiven. Am Hallenprojekt arbeiten die Skyliners fieberhaft. Sogar gemeinsam mit dem Eishockey-Erstligisten Frankfurt Lions, der in einer ähnlichen Situation ist. "Wir haben festgestellt, dass wir dieselben Probleme haben und ziehen an einem Strang", sagt Wöbke, der von einer Halle träumt, die 10.000 Zuschauern Platz bietet. Und bessere Vermarktungsmöglichkeiten mit Vip- und Business-Logen. Die Politiker der Stadt verhalten sich nicht ablehnend, aber mit einer festen Zusage tun sie sich auch schwer. Sicherheitshalber wird momentan durch das Sportamt eine Bedarfsanalyse für die Sportarten Basketball und Eishockey vorgenommen.

Träumen von einer Riesenhalle

Bis zum Wechsel in eine andere Halle werden noch Jahre vergehen. Vorerst muss genügen, was da ist. Aber das aktuelle Team hat durchaus einiges zu bieten, gewann erst im März 76:70 in Berlin. Mit einem der besten Punktesammler der Liga, Derrick Allen; einem der besten Rebounder, Seth Doliboa; einem der besten Vorlagengeber, Aubrey Reese. Was erwarten denn die Frankfurter Fans gegen den Favoriten Alba? "Die Fans akzeptieren alles", antwortet Wöbke, "wenn sie das Gefühl haben, dass die Mannschaft alles gegeben hat, dass sie versucht hat, gemeinsam als Team das Bestmögliche herauszuholen." Dafür standen die Skyliners schon immer. Ob mit Coach Didin oder Trainer Herbert.