Als die Braunschweiger Fans noch selig „Wir feiern die ganze Nacht“ sangen, saßen die Basketballprofis von Alba Berlin frustriert in der Umkleidekabine. Das 70:76 (31:36) in der Bundesliga bei den Phantoms Braunschweig tat weh. Doch sie mussten sich eingestehen: Diese Niederlage war verdient. „Wir haben teilweise nicht die nötige Präsenz gezeigt“, meinte Trainer Luka Pavicevic enttäuscht. „Wir hätten vieles besser machen müssen“, ergänzte Spielmacher Rashad Wright (13 Punkte). Trotz der achten Saisonniederlage bleiben die Berliner an der Tabellenspitze.

„Das war die misslungene Generalprobe, jetzt muss man sehen, was kommt“, sagte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi mit Blick auf das Final Four im Eurocup am kommenden Wochenende in Vitoria (Spanien). Dass die Mannschaft in Gedanken schon bei der Finalrunde gewesen sein könnte, verneinte er heftig. „Jeder hat vollen Einsatz gezeigt“, sagte Baldi.

Sekulic bester Berliner Werfer

Doch es fehlten oft Konstanz und Konzentration. Zwar hatte Alba vor 5719 Zuschauern einen guten Start (12:6/5. Minute), aber lediglich Blagota Sekulic konnte überzeugen, der bis zum Wechsel 15 Punkte erzielt hatte und am Ende mit 19 Zählern bester Werfer war. Wenig hilfreich war zudem, dass Trainer Luka Pavicevic und Jurica Golemac hintereinander jeweils ein technisches Foul kassierten. Pavicevic, weil er seine Coaching-Zone verlassen hatte, Golemac, der nach einer sechswöchigen Pause (Handbruch) erstmals wieder dabei war, wegen Meckerns.

Doch alles Lamentieren nutzte nichts: Alba erreichte fast nie das notwenige Level. Derrick Byars, zuletzt so treffsicher, verzeichnete bei neun Feldwürfen keinen Erfolg. Die starken Braunschweiger wurden aufgebaut. Zwar wirkte Alba nach dem Wechsel engagierter, doch man lag noch weiter zurück (31:41/36:46). Kamen die Berliner etwas näher, machten Fehlwürfe alles schnell zunichte. Baldi: „Es wurden zu viele Gelegenheiten ungenutzt gelassen.“ Mit sechs Zählern Rückstand (46:52) ging es ins letzte Viertel. Ein Dreier von Lucca Staiger zum 59:60 (36.) gab trügerische Hoffnung. Denn Braunschweig, mit dem starken Ex-Berliner Heiko Schaffartzik (13 Punkte/5 Assists), wusste immer die richtige Antwort.

Einsatz von Jenkins ungewiss

Golemac (10 Punkte) war also erstmals wieder dabei, große Fragezeichen stehen hingegen hinter einem Einsatz des erneut fehlenden Julius Jenkins in Vitoria. Baldi wirkte nicht besonders optimistisch. „Er kann es nur immer wieder probieren.“ Nach einer Gehirnerschütterung hat der US-Amerikaner noch große Probleme. „Sobald er höher belastet, bekommt er wieder Kopfschmerzen und Schwindelgefühle“, berichtete Baldi. Und selbst, wenn sich in den nächsten Tagen eine Besserung beim Berliner Topscorer einstellen sollte, gab der Geschäftsführer zu bedenken: „Er hat wochenlang nicht mit der Mannschaft trainieren können.“