Von wegen halblang machen. Davon will Albas Trainer Luka Pavicevic nichts hören. „Wir haben die Verpflichtung, in jedem Spiel mit voller Energie zu spielen“, sagt der Coach des Basketball-Bundesligisten. Doch ganz so einfach wird das wohl nicht werden, wenn die Berliner am Dienstag (19 Uhr, O2 World) im Eurocup auf die ukrainische Mannschaft von Azovmash Mariupol treffen. Denn es geht für Alba um gar nichts mehr. Egal wie das Spiel auch ausgeht, die Berliner sind nicht mehr von Platz eins der Gruppe A zu verdrängen, am späten Abend wird dann auch feststehen, gegen welche drei Teams Alba vom 26. Januar an in der zweiten Gruppenphase der besten 16 Klubs antreten muss.

Zumindest die Ukrainer haben Grund, sich richtig ins Zeug zu legen, denn sie haben noch die theoretische Chance weiterzukommen. Zugegeben eine eher minimale: Denn Teramo müsste bei Galatasaray gewinnen – und Mariupol seinerseits um mindestens zehn Punkte höher gegen Alba gewinnen als die Italiener in der Türkei.

Den Berlinern können diese Rechenspielchen egal sein. Es ist Geschäftsführer Marco Baldi allerdings anzumerken, dass er hin- und hergerissen ist. Zum einen sagt er: „Endlich stehen wir mal nicht unter Druck, das haben wir uns auch verdient. Stress und Aufregung hatten wir in den vergangenen Wochen und Monaten schon genug.“

Doch das heiße natürlich nicht, dass die Mannschaft nicht alles versuchen werde zu gewinnen. „Das sind wir dem Wettbewerb und auch unseren Zuschauern schuldig.“ Aber er fügt gleich hinzu: „Wir haben einige Angeschlagene und werden das Spiel sicher nicht nutzen, um die völlig kaputt zu machen.“ Dragan Dojcin, Rashad Wright und Julius Jenkins sind nicht fit, beim Sieg in Trier zog sich Center Blagota Sekulic auch noch eine Oberschenkelzerrung zu.

„Mal sehen, wer letztlich auflaufen wird“, sagt Spielmacher Steffen Hamann, der mit Blick auf die heutige Partie von einer „komischen Situation“ spricht. „Mir persönlich ist es lieber, wenn es richtig um was geht.“ Aber für jeden in der Mannschaft gelte sicherlich: „Wenn du auf dem Feld stehst, willst du auch gewinnen.“

Wobei Hamann und seine Mitspieler jetzt erst einmal froh sind, dass sie bis mindestens 26. Januar kein Auswärtsspiel zu absolvieren haben. Von insgesamt bisher 26 Saisonspielen fanden 15 in fremder Halle satt. „Es wird Zeit, dass wir jetzt mal längere Zeit daheim sind“, sagt Hamann. Man dürfe nicht nur die körperliche Belastung sehen, auch mental schlauchen die vielen Reisen. „Du schläfst nicht im eigenen Bett und kommst nie so richtig zur Ruhe.