Es schien am Ende alles gegen Alba zu laufen. Freiwürfe wurden vergeben, der Ball verloren, aus einer Führung war ein Rückstand geworden – doch dann war es sechs Sekunden vor Schluss Center Blagota Sekulic der den Ball zum 66:65 (36:39)-Sieg bei Banca Tercas Teramo versenkte.

Der Jubel war überschwänglich, denn damit hatte das Berliner Basketballteam im Eurocup die große Chance genutzt, sich bereits vorzeitig für die nächste Runde zu qualifizieren. „Das war eine Schlacht bis zur letzten Sekunde“, sagte Albas Geschäftsführer Marco Baldi.

Mit vier Siegen aus fünf Spielen ist Alba nun nicht mehr vom ersten Platz in der Gruppe A zu verdrängen. Am kommenden Dienstag um 19 Uhr in der O2 World gegen das ukrainische Team von Azovmash Mariupol geht es eigentlich nur darum, den Fans ein schönes Spiel zu zeigen. Gestern schlugen die Ukrainer überraschend Galatasaray Istanbul mit 96:85. Doch das musste Alba nicht mehr interessieren. Man wollte es aus eigener Kraft schon am vorletzten Spieltag schaffen – und schaffte es.

Dabei waren die Voraussetzungen für die Berliner alles andere als gut: Dragan Dojcin, in dieser Saison stark wie nie, konnte erst gar nicht mitreisen. Seine Achillessehnenreizung machte einen Einsatz unmöglich. Zumindest erfüllte sich die Hoffnung, Spielmacher Rashad Wright einsetzen zu können, dessen Fußverletzung (Reizung der Plantarsehne) ihm große Probleme bereitet. Zwar begannen die Berliner – wie schon zuletzt in der Bundesliga gegen Paderborn – mit Jurica Golemac und Steffen Hamann anstelle von Dojcin und Wright in der Startformation. Nach sechs Minuten kam Wright jedoch erstmals aufs Feld.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Alba das Spiel offen gehalten, erst in den letzten Minuten des ersten Drittels schlichen sich Fehler ein. Die von den Italienern sofort genutzt wurden (17:23). Den Anfang des zweiten Viertels verschlief Alba völlig. Als Cheftrainer Luka Pavicevic nach elfeinhalb Minuten – bis dahin hatte sich Alba schon sieben Ballverluste geleistet – eine Auszeit nahm, lag sein Team 17:28 zurück.

Für kurze Zeit schien seine klare Ansprache Wirkung zu zeigen, denn eine 10:0-Serie schloss Immanuel McElroy mit einem Dreier zum 27:28 (15. Minute) ab. Typisch Alba: Gleich folgte wieder eine Schwächeperiode, die den Rückstand auf sechs Zähler (31:37/18.) anwachsen ließ. Ein Dreier von Derrick Byars zum Halbzeitstand von 36:39 ließ noch alles offen.

Und es wurde sogar noch besser. Nach 24 Minuten ging Alba zum zweiten Mal nach einem 6:4 in der Anfangsphase in Führung. Julius Jenkins, mit 17 Punkten bester Berliner Werfer, versenkte einen Dreier zum 44:43. Doch immer wieder kleine Fehler mit großer Wirkung. Ein Berliner verlor den Ball – die Italiener punkteten im Gegenzug verlässlich. Allein Albas Neuem, Jurica Golemac, unterliefen sieben Ballverluste. Für einen Spieler mit seiner Erfahrung ungewöhnlich. Am Ende sammelten sich bei Berlin 19 Ballverluste an.

Doch was die Berliner in der hitzigen Atmosphäre vor 3500 Zuschauern auszeichnete, war, dass sie nie den Mut verloren. Auch nicht, als es zehn Minuten vor Schluss 48:53 hieß. „Wir haben uns nie abschütteln lassen – und da ist dann auch der Gegner ins Grübeln gekommen“, meinte Baldi.

Im letzten Viertel wechselte mehrere Male die Führung, als Adam Chubb an der Freiwurflinie patzte, wurde aus einem 64:62 ein 64:65. Doch dann kam der Auftritt von Blagota Sekulic.