Ungewöhnliche Stille herrschte am Montagabend im Stadion An der Alten Försterei. Am Zaun vor der langen Stehplatztribüne hing ein Banner mit der Aufschrift: „Alle vereint – gegen Montagsspiele“. Die Botschaft der Fans war unmissverständlich.
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Auch sportlich gab es für die Bundesliga-Frauen von Union Berlin wenig Grund zum Jubeln. Die Köpenickerinnen unterlagen Eintracht Frankfurt vor 5717 Zuschauern mit 0:1 (0:1) und blieben damit auch am dritten Spieltag ohne Punkt.
In den ersten 14 Minuten verzichteten die Union-Anhänger auf ihre gewohnte Unterstützung. Jede Minute stand symbolisch für einen der 14 Vereine der Frauen-Bundesliga. Gemeinsam mit den Fanszenen fast aller Klubs protestierten sie gegen Montagsspiele und die Zerstückelung des Spieltags. Anschließend wurde das Banner entfernt – und die Mannschaft wieder lautstark angefeuert.
Lina Hausicke gibt ihr Debüt für Union Berlin
Torhüterin Nadine Böhi zeigte Verständnis für den Protest, machte aber auch deutlich, welche Bedeutung die Unterstützung für die Spielerinnen hat. „Es ist sehr schade, wenn wir sie 14 Minuten lang nicht haben. Gerade in der Alten Försterei sind die Fans eine Geheimwaffe für uns“, sagte sie. Trainerin Marie-Louise Eta bezeichnete den Protest als „gutes Recht der Fans“ und ergänzte: „Für sie ist es natürlich schwieriger, an einem Montagabend ins Stadion zu kommen. Ich hoffe, dass das gehört wird.“

Eta setzte von Beginn an auf Lina Hausicke. Die Mittelfeldspielerin war erst wenige Tage zuvor vom SV Werder Bremen nach Berlin gewechselt und gab gegen Frankfurt ihr Debüt für Union. „Sie hat sich in alles reingeschmissen, viele direkte Duelle gewonnen und war defensiv sehr wichtig für uns“, lobte Eta. „Das war ein guter Start von ihr.“
Auch Judit Pujols, die ebenfalls erst seit wenigen Tagen bei den Köpenickerinnen unter Vertrag steht, feierte nach ihrer Einwechslung in der 61. Minute ihr Union-Debüt. Trainerin Marie-Louise Eta bescheinigte ihr einen „guten Auftritt“.
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Als Pujols ins Spiel kam, liefen die Berlinerinnen allerdings bereits einem Rückstand hinterher. Frankfurt hatte die Partie von Beginn an bestimmt und war in der 26. Minute durch Laura Freigang in Führung gegangen. Hausicke fälschte den Kopfball der Eintracht-Kapitänin entscheidend ab. Acht Minuten später bewahrte Böhi Union vor einem höheren Rückstand: Sie parierte einen Elfmeter von Sara Doorsoun.
Union wartet weiter auf den ersten Punkt
Offensiv blieben die Berlinerinnen erneut zu harmlos. Ihnen fehlten Tempo, Präzision und Durchschlagskraft, um die Frankfurter Defensive ernsthaft unter Druck zu setzen.
Nach den Niederlagen gegen Bayern München (1:4), beim SC Freiburg (0:1) und gegen Frankfurt steht Union weiterhin ohne Punkt da. Von einem Kurswechsel will Eta dennoch nichts wissen. „Klar will man nicht mit drei Niederlagen in die Saison starten“, sagte die Trainerin. „Aber es bleibt ein Prozess. Wir bleiben ruhig und fleißig, geben uns mit dem jetzigen Stand aber natürlich nicht zufrieden.“







