14 Fahnenträger schwenkten auf dem Rasen der Alten Försterei Flaggen mit den Wappen der Bundesligisten. Davor breiteten Helfer zwei riesige Wimpel mit den Emblemen der beiden Klubs aus, die das Eröffnungsspiel bestritten: Union Berlin empfing den FC Bayern München. Die 37. Saison der Frauen-Bundesliga konnte beginnen.

Auch interessant

Der Rahmen war groß, die Vorfreude ebenso. Für die Gäste wurde es auch sportlich ein erfreulicher Abend: Mit einem 4:1 (1:0) gegen die Köpenickerinnen sicherten sich die Münchnerinnen die ersten Punkte der Saison.

Für Union war es der Start in die zweite Bundesliga-Saison, für Marie-Louise Eta das erste Spiel als Cheftrainerin. 17.083 Menschen kamen – nie zuvor hatten mehr Zuschauer ein Bundesligaspiel der Union-Frauen verfolgt.

Union Berlin verpasst die frühe Führung

Die Münchnerinnen kamen besser ins Spiel. Die erste große Chance gehörte trotzdem Union. In der siebten Minute lief Eileen Campbell allein auf Torhüterin Ena Mahmutovic zu, schob den Ball jedoch am Tor vorbei.

21.08.2026, GER Deutschland, Fussball, 1.Fussballbundesliga, Frauen, 2026/2027, Alte Foersterei, 1.FC Union vs. Bayern Muenchen
Viermal in Folge gewann der FC Bayern die Meisterschale. Vor dem Saisonauftakt wurde die Trophäe in der Alten Försterei präsentiert.© imago/Nordphoto | Engler

Für den ersten Treffer des Abends sorgte schließlich Klara Bühl. Die Nationalspielerin verwandelte in der 26. Minute einen direkten Freistoß aus rund 20 Metern. Der Ball flog ins lange Eck, Torhüterin Cara Bösl streckte sich vergeblich.

Bayern entscheidet die Partie nach der Pause

Nach der Pause entschied Bayern die Partie innerhalb von 13 Minuten. Pernille Harder traf in der 47. Minute mit einem flachen Schuss von der Strafraumkante. In der 60. Minute erhöhte Glodis Viggosdottir auf 3:0.

Dann wurde es noch einmal laut: Nele Bauereisen verkürzte in der 79. Minute auf 1:3. Union fand anschließend besser ins Spiel, wurde aber nicht mehr entscheidend gefährlich. In der 90. Minute traf Sophie Proost für die Gäste zum 4:1-Endstand.

21.08.2026, GER Deutschland, Fussball, 1.Fussballbundesliga, Frauen, 2026/2027, Alte Foersterei, 1.FC Union vs. Bayern Muenchen
Münchner Jubel in Köpenick: Die Bayern-Spielerinnen feiern einen ihrer vier Treffer gegen Union Berlin.© imago/Nordphoto | Engler

„Was mir besonders gut gefallen hat, war, dass die Mannschaft weitergemacht und nicht die Köpfe hängen gelassen hat“, sagte Eta. Dennoch überwog bei der Trainerin die Enttäuschung: „Ein 1:4 ist sehr deutlich.“

Union setzt Etas Plan nur zeitweise um

Dass ausgerechnet der FC Bayern zum Auftakt nach Köpenick kam, machte die Aufgabe für die Gastgeberinnen anspruchsvoll. Die Münchnerinnen waren in der vergangenen Bundesliga-Saison ohne Niederlage geblieben. In Köpenick bauten sie ihre Serie auf 43 Bundesligaspiele ohne Niederlage aus.

Lesen Sie auch

Verstecken wollte sich Union trotzdem nicht. Eta hatte im Vorfeld Mut, frühes Pressing und schnelles Umschalten nach Ballgewinnen gefordert. In der ersten Halbzeit gelang das phasenweise. Nach der Pause traf Bayern zweimal innerhalb einer Viertelstunde. Danach nahm der Meister Tempo aus der Partie und überließ Union mehr Spielanteile.

Eta sah im Pressing gute Ansätze. Ihr Team habe den Gegner mehrfach unter Druck gesetzt und daraus Umschaltmomente entwickelt. Im eigenen Ballbesitz habe jedoch stellenweise der Mut gefehlt.

Standards werden Union zum Verhängnis

„Natürlich ist das Ergebnis enttäuschend, weil wir uns anderes vorgenommen hatten. Aus dem Spiel heraus haben wir aber wenig zugelassen und selbst Chancen gehabt. Gekillt haben uns die Standards“, sagte Union-Verteidigerin Samantha Steuerwald. „Das werden wir uns anschauen und daraus lernen.“

Auch interessant

Auch offensiv sah Steuerwald Ansätze, auf denen die Mannschaft aufbauen könne. „Man hat gesehen, dass wir einen guten Zug nach vorne haben. Was noch gefehlt hat, waren das Tor und die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor“, schloss sie ab.