Die Moral stimmt beim Fußball-Bundesligisten Union Berlin. Das hat die Mannschaft von Trainer Mauro Lustrinelli zum Bundesliga-Auftakt gegen Eintracht Frankfurt am vergangenen Wochenende eindrucksvoll bewiesen. Trotz eines Zwei-Tore-Rückstands kämpften sich die Köpenicker zurück und sicherten sich durch das 3:3 in der Nachspielzeit noch einen Punkt. Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Wie schon beim Pokalspiel bei Eintracht Braunschweig geriet Union früh in Schwierigkeiten und kassierte erneut zu einfache Gegentore.

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Fünf Treffer musste die Berliner Defensive in den ersten beiden Pflichtspielen der neuen Saison hinnehmen – zwei beim Pokalspiel gegen Braunschweig, drei gegen Frankfurt. Vor dem Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen (15.30 Uhr, Sky) steht deshalb vor allem eine Frage im Mittelpunkt: Wie bekommt Lustrinelli die neu formierte Abwehr stabiler?

Union Berlin: Die neue Viererkette braucht Stabilität

Der Schweizer Trainer hat das System nach seinem Amtsantritt grundlegend verändert. Statt der lange Zeit üblichen Fünferkette verteidigt Union nun mit vier Spielern. Die Umstellung soll der Mannschaft mehr Möglichkeiten im Spielaufbau und zusätzliche Präsenz im Mittelfeld geben. Noch greifen die Abläufe aber nicht zuverlässig. Vor allem in der Anfangsphase fehlt es an Abstimmung, Konsequenz und Aufmerksamkeit.

Fussball 1.Bundesliga, Union Berlin - Eintracht Frankfurt
Das Nachsehen: Unions Tom Rothe (l.) unterliegt Frankfurts Oscar Hojlund im Zweikampf. Die Köpenicker müssen drei Gegentore hinnehmen.© imago/Jan Huebner | Michael Taeger

Lustrinelli sieht dennoch Fortschritte. „Wir haben uns im letzten Spiel gut gesteigert“, sagt der 50-jährige Trainer vor der Partie in Leverkusen. Frankfurt habe aus wenigen Möglichkeiten viel gemacht. „Der Gegner war sehr effizient.“ Seine Mannschaft befinde sich in einem Prozess und arbeite jede Woche daran, den nächsten Schritt zu machen. „Wir sind uns bewusst, dass wir in diesem Bereich wachsen wollen. Aber wir sind auf dem richtigen Weg.“

Felix Uduokhai ist bereit für sein Union-Debüt

Eine mögliche Lösung steht schon bereit. Mit Felix Uduokhai, der zuletzt für Besiktas Istanbul spielte, hat Union einen erfahrenen Innenverteidiger verpflichtet, der den Konkurrenzkampf in der Defensive verschärft. Der Neuzugang absolvierte die Trainingswoche ohne Probleme und kommt damit für einen Einsatz in Leverkusen infrage.

1. FC Union, Herren, Training 2026/27
Felix Uduokhai (l.) hört genau hin, während Mauro Lustrinelli seine Vorstellungen erläutert.© imago | Matthias Koch

„Felix hat diese Woche gut trainiert und ist sehr fit“, so Lustrinelli. Der 28-Jährige könne der Mannschaft nicht nur sportlich helfen. Der Trainer hob besonders dessen Persönlichkeit und Bundesliga-Erfahrung hervor. Gerade neben den jüngeren Spielern könne Uduokhai der Abwehr von hinten zusätzliche Sicherheit geben.

Wir sind uns bewusst, dass wir in diesem Bereich wachsen wollen. Aber wir sind auf dem richtigen Weg.

Mauro Lustrinelli, Cheftrainer des 1. FC Union Berlin

Ob er direkt in die Startelf rückt, ließ Lustrinelli offen. Für einen Einsatz würde sprechen, dass Union einen Innenverteidiger benötigt, der die Viererkette organisiert und in kritischen Situationen Ruhe ausstrahlt. Andererseits befindet sich Uduokhai erst seit kurzer Zeit bei der Mannschaft. Die Abstimmung mit den Nebenleuten dürfte noch nicht vollständig entwickelt sein.

Auch Bayer 04 Leverkusen steht unter Druck

Unabhängig von der personellen Besetzung muss Union die einfachen Fehler abstellen. Gegen die spielstarken Leverkusener könnten Nachlässigkeiten deutlich härter bestraft werden.

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Allerdings reist auch Bayer mit Problemen im Gepäck an. Die Werkself verlor zum Saisonauftakt überraschend mit 2:3 beim Aufsteiger SV Elversberg. Lustrinelli warnte dennoch davor, den Gegner an diesem Ergebnis zu messen. Leverkusen habe trotz der Niederlage eine gute Leistung gezeigt, die Gegentore aber zu ungünstigen Zeitpunkten kassiert.