Als der Abschlussjubel in der Alten Försterei verklungen war, versuchte Marie-Louise Eta eine Leistung zu erklären, die man von den Profi-Männern von Union Berlin in dieser Saison kaum gesehen hat. „Ich freue mich heute über den Sieg, über das Spiel, über die Leistung“, sagte die Cheftrainerin des Berliner Fußball-Bundesligisten.
Wieviel Eta-Fußball beim 4:0 (2:0) gegen den FC Augsburg zu sehen war? „Es ist ein Weg, den wir eingeschlagen haben, wo man Stück für Stück in den Trainingseinheiten oder auch in den Spielen gesehen hat, dass die Jungs offen sind, dass sie mitgehen wollen, dass sie Dinge umsetzen“, erklärte die 34-Jährige weiter. Ohne Zweifel stand die Leistung der Köpenicker im krassen Gegensatz zu einer insgesamt rumpeligen Saison, die Union als Elfter mit 39 Punkten beendet.
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Für Eta war es ein Abschluss, den sie sich selbst kaum besser hätte wünschen können. Ein Abschluss, der bereits weit vor dem Anpfiff voller Emotionen gewesen ist. Das liegt auch daran, dass bei Union eine entsprechende Verabschiedungskultur gepflegt wird. Sie wird sogar zelebriert.
Fans von Union Berlin feiern Torwarttrainer Michael Gspurning
Eta bekam ihr Dankeschön für die fünf Spiele, die Union schließlich über die Ziellinie gerettet und das achte Jahr in der Bundesliga möglich gemacht haben – Blumenstrauß und ein lautes „Fußballgöttin“ inklusive. Zusammen mit Co-Trainer Andreas Kerwin, der ebenfalls „verabschiedet“ wurde, übernimmt sie die Bundesliga-Frauen der Köpenicker. Das komplette Team hatte sich dafür am Mittelkreis versammelt, um die Ehrungen durch Klubchef Dirk Zingler und Manager Horst Heldt zu verfolgen.
Ich freue mich über das Spiel, über den Sieg, über die Leistung.
Marie-Louise Eta, Cheftrainerin von Union Berlin
Riesenapplaus von den Rängen gab es für Danilho Doekhi und Diogo Leite, deren Zeit bei Union nach vier Jahren endet. Doekhi wurde nicht nur von den Fans als Mr. Zuverlässig gefeiert, sondern auch von Horst Heldt. Unions Geschäftsführer Profifußball steht nun vor der schwierigen Aufgabe, Ersatz für die Innenverteidiger zu finden.
Richtig laut wurde es jedoch bei Michael Grspurning. Der Torwarttrainer verlässt Union nach zehn Jahren. Auf der Waldseite, wo die aktive Fanszene steht, gab es laute Sprechchöre für den Österreicher. „Hinten muss die 0 stehen – 10 Jahre alles dafür gegeben. Danke, Gspurti!“ stand auf Transparenten geschrieben. Ähnliche Ovationen hat es für einen Torwarttrainer bei Union noch nicht gegeben. Neben Gspurning geht auch Physiotherapeut Silvio Thieme.
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Apropos Verabschiedungskultur: Für Schiedsrichter Patrick Ittrich bekam ebenso wie sein Assistent Thomas Gorniak gab es ebenso Ehrungen für deren letztes Spiel in der Bundesliga. Ittrich leitete am Samstag sein 94. Partie im Oberhaus. Auch er wurde mit Applaus verabschiedet.
Torwart Carl Klaus bleibt Union Berlin erhalten
Der Rahmen stimmte, die Alte Försterei war natürlich mit 22.012 Zuschauern noch einmal ausverkauft. Und Union – spielt Fußball. Vielleicht lag es an dem längst gesicherten Klassenerhalt, in jedem Fall hatte es aber mit der taktischen Ausrichtung zu tun, dass die Köpenicker furios loslegten. Den wie schon in Maint (3:1) ließ Eta mit Viererkette in der Abwehr und dem offensiven Mittelfeldtrio Livan Burcu, Ilyas Ansah und Oliver Bukre hinter Stürmer Andrej Ilic agieren.

Auch für Torwart Carl Klaus war es ein besonderes Spiel. Einerseits hatte der Schlussmann erst kurz vor dem Spiel seinen Vertrag bei Union verlängert. „Dass ich hier etwas Historisches für mich persönlich erreichen und mir einen Lebenstraum erfüllen konnte, bedeutet mir sehr viel“, wird Klaus in einer Klubmitteilung zitiert: „Jetzt freue ich mich darauf, der Mannschaft und den Fans weiterhin etwas zurückzugeben.“
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Knapp zehn Minuten waren vorbei, als Klaus seinen Worten Taten folgen ließ. Nach einem Eckball der Augsburger hatte er den Ball abgefangen und mit weitem Abschlag auf den schnellen Burke abgeschlagen. Dann wurde es kurios: Augsburgs Torwart Finn Dahmen eilte weit aus seinem Tor, prallte jedoch mit Teamkollege Robin Fellhauer zusammen. Nutznießer war Andras Schäfer, der den Ball zu Ilic weiterleitete. Der Serbe vollendete zum 1:0 ins leere Tor.
Ilic vor der Pause mit Doppelpack für Union Berlin
Die Variante funktionierte auch in der 42. Minute. Langer Ball von Torwart Klaus auf Burke, der Schotte verlängerte per Kopf in den Lauf von Ilic, der überlegt zum 2:0 abschloss. Es war eine verdiente Führung für einen Union-Auftritt, den man in dieser Saison viel zu selten gesehen hat.
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Kurz nach Wiederbeginn stand zwischen dem dritten Union-Treffer durch Burke nur die Fußabwehr von FCA-Torwart Dahmen (48.). Kapitän Christopher Trimmel zog aus 23 Metern einfach mal ab (53.), wieder stand Dahmen im Weg. Schäfer erhöhte schließlich mit einem fantastischen Schuss rechts oben in den Winkel auf 3:0 (54.). Es schien, als wollte sich Union all den Frust der vergangenen Wochen endgültig von der Seele spielen.
Defensiv wurde Union-Torwart Klaus erst in der 75. Minute beim Schuss von Anton Kade gefordert. Zu aufmerksam agierte Defensive der Köpenicker. Auch das hatte man in dieser Saison zu selten gesehen. Wooyeong Jeong setzte mit dem 4:0 den Schlusspunkt (89.)









