„Erst mal aufs Podest, damit mich auch alle sehen können.“ Erfrischend und selbstbewusst stellte sich Marie-Louise Eta am Donnerstagnachmittag auf die kleine Erhöhung, die Union Berlin seiner neuen Cheftrainerin hingestellt hatte. Mit ihrer Körpergröße von 1,65 Metern wäre sie hinter dem Rednerpult im Presseraum der Alten Försterei sicher weniger zu sehen gewesen.

Dass sie eine Große im Profi-Business werden kann, verdeutlicht nicht nur der Umstand, als erste Cheftrainerin einen Männer-Bundesligisten zu verantworten. Der Elan, mit dem sie ihre Aufgabe angeht, untermauert zusätzlich, dass ihre Premiere an der Seitenlinie gegen den Tabellenvorletzten VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr, Sky) erfolgreich enden könnte.

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„Ich weiß, dass es eine gesellschaftliche Signalwirkung hat“, sagt Eta über ihren Status als Pionierin in der Männerdomäne Deutsche Fußball Liga (DFL). „Aber mir geht es um Fußball. Mir geht es um die Zusammenarbeit mit Menschen.“ Dass es der gebürtigen Dresdnerin ernst damit ist, hatte sie bereits vor zwei Jahren deutlich gemacht. Als damals erste Co-Trainerin in der Männer-Bundesliga hatte sie ihren Anteil am Klassenerhalt.

Marie-Louise Etas 1. Training mit den Union-Profis

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    Eta fordert defensive Stabilität von Union Berlin

    Wie sie die Mannschaft nach der desaströsen Niederlage beim 1. FC Heidenheim (1:3) wieder in die Erfolgsspur bringen will? Eta weiß um die Schwierigkeit, fünf Spieltage vor Schluss Dinge ins Positive zu verändern. „Man kann jetzt nicht alles auf links drehen. Die Mannschaft hat eine gute Qualität“, sagt die Cheftrainerin.

    Auffällig in ihrer ersten Trainingseinheit am Dienstag war, dass in den Übungen neuer Schwung zu spüren gewesen ist. Das erleichtert die Zusammenarbeit. Und auch den Auftritt gegen Wolfsburg. „Es wird zunächst um defensive Stabilität gehen. Und wir wollen Tore schießen. Es geht nicht darum, Tiki-Taka-Fußball zu spielen. Es wird darum gehen, welche Räume uns Wolfsburg bieten kann. Wir brauchen alle auf dem Platz“, weiß Eta.

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    Eta kommt dabei zugute, dass sie aufgrund ihrer Co-Trainerin-Zeit in der Saison 2023/24 keine Unbekannte mehr ist. „Das Positive ist, dass ich viele Spieler und auch viele aus dem Staff schon kennenlernen durfte. Über die Zeit gab es auch immer wieder Kontakt“, erzählt die ehemalige Champions-League-Siegerin, „deswegen war es schön, als wir am Dienstag das erste Aufeinandertreffen hatten.“

    Union Berlin hat Eta mit dem Angebot überrascht

    Trotz der sportlich immer noch nicht gesicherten Lage im Kampf um den Klassenerhalt hat Eta „eine sehr positive Stimmung wahrgenommen. Ich habe auch eine sehr offene Mannschaft wahrgenommen.“ Ihr Kopf war vom Moment ihrer Zusage voll Fußball, sagt Eta.

    „Ich war Samstagabend zu Hause und war tatsächlich gerade in der direkten Spielvorbereitung auf das U19-Spiel, das am Sonntag stattgefunden hat. Deswegen war ich grundsätzlich erst mal überrascht. Aber ich habe mich auch über das Vertrauen gefreut und dann ging es eben auch relativ schnell los“, erzählt Eta. Es galt, sich vom ersten Moment an „bestmöglich um die Aufgabe zu kümmern und zu schauen, dass man sofort loslegt“.

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    Verzichten muss Eta gegen Wolfsburg auf die verletzten Wooyeong Jeong, Matheo Raab und David Preu. Ihrer Vorfreude auf das Spiel tat dies jedoch keinen Abbruch.