So richtig sind die vergangenen Wochen noch nicht verarbeitet. Zumindest sucht Derrick Köhn weiter nach einer Erklärung, warum Union Berlin die beiden letzten Spiele bei Borussia Mönchengladbach (0:1) und gegen Werder Bremen (1:4) derart aus der Hand gegeben hat. „Ich glaube, wenn man verliert, ist es einfach, irgendwas in den Raum zu werfen und zu sagen: Okay, wir müssen das und das jetzt ändern. Doch es ist halt schwer zu finden, was genau der Punkt ist“, gibt Köhn zu.
Es ist keine einfache Zeit für den Linksverteidiger. Einerseits lässt er wissen: „Ich fühle mich wohl in der Mannschaft und weiß, was von mir verlangt wird.“ Andererseits spielt die aktuelle Situation an der Alten Försterei keineswegs in seine Karten. Köhn macht sich Hoffnungen, mit Ghana bei der Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA zu spielen. England, Kroatien und Panama sind die Gruppengegner.
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Ohne gute Leistungen wird dies jedoch schwer. Und mit dem SC Freiburg am Sonntag (17.30 Uhr, DAZN) und sechs Tage später beim FC Bayern wartet ein Doppelpack, den man ohnehin nicht gern vor sich hat – in der angespannten sportlichen Lage der Köpenicker noch viel weniger. Am Donnerstag sagt Köhn einen Satz, der schon immer wie eine Durchhalteparole in schwierigen Zeiten klang: „Wir müssen einfach weitermachen.“
Köhn setzt bei Union Berlin auf die Geschlossenheit im Team
Für ihn selbst bedeutet dies, Verantwortung zu übernehmen. Er tat dies gegen Bremen, als er zum Elfmeter antrat – und nicht Leopold Querfeld. „Vor dem Spiel wissen wir, wer als Schütze eingetragen ist. Bei Werder waren Leo und ich eingetragen. Und ich war einfach ready“, erzählt der 27-Jährige. Dass es dabei auch gegen seinen Ex-Verein ging, soll nicht unerwähnt bleiben.
Zu Saisonbeginn war Köhn von Galatasaray Istanbul nach Köpenick gewechselt. Er sollte die linke Seite beleben – Köhn kam nur langsam in Schwung. Doch seit Ende November hat er sich in der Anfangsformation festgespielt. Selbst die Zwei-Spiele-Sperre nach seiner Roten Karte im Spiel gegen den FC Augsburg (1:1) Mitte Januar hat seinen Status bei Trainer Steffen Baumgart nicht verändert.
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Als Blaupause, wie sich das Blatt wieder zugunsten von Union wenden könnte, nimmt Köhn den bislang letzten Sieg. Gegen Bayer Leverkusen (1:0) „sind wir in Führung gegangen und haben dann 60 Minuten extrem gut verteidigt. Es spricht auch für uns, dass wir wissen, was wir füreinander tun müssen, wenn es gerade nicht so gut läuft. Ich glaube, jetzt ist die Zeit, in der es noch extremer gefragt ist.“
Köhn hofft auf ein Duell mit Deutschland
Und die Nationalmannschaft? In der Länderspielpause im März spielen die „Black Stars“ in Österreich (27. März) und in Stuttgart gegen Deutschland (30. März). „Ich habe noch keinen Hinweis bekommen, ob ich dabei bin. Aber wenn ich dabei sein sollte, dann sind es zwei sehr, sehr schöne Spiele. Darauf freue ich mich.“
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Ghanas Nationaltrainer Otto Addo wird jedenfalls genau hinschauen, ob Köhns Leistungskurve wieder nach oben geht. Gute Leistungen gegen Freiburg und Bayern würden nicht nur ihm dabei ohne Zweifel helfen, sondern vor allem auch Union Berlin.









