Es war ein Fazit, das keinen Spielraum für Interpretationen ließ. Ein Statement, nach dem die Profis von Union Berlin vor einer eher unangenehmen Trainingswoche stehen dürften. „Heute bin ich richtig enttäuscht und zwar über die 90 Minuten. Das hat nichts mit der letzten Aktion zu tun, das ist dann so die Krönung. Aber das war heute ein sehr enttäuschender Auftritt von uns“, sagte Coach Steffen Baumgart.
Mittelfeldspieler Rani Khedira ging nach dem 0:1 (0:0) bei Borussia Mönchengladbach sogar noch einen Schritt weiter: „Wir waren nicht auf der Höhe. Das war vielleicht unserer schlechtestes Spiel in dieser Saison.“ Dass der Treffer erst in der Nachspielzeit durch Kevin Diks und dann auch noch per Elfmeter fiel, macht den Auftritt im Borussia-Park nicht besser.
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„Wir sind gegen Leverkusen bis an unsere Grenze gegangen. Das müssen wir jetzt wieder gegen einen Gegner fortsetzen, der in der Tabelle woanders steht“, hatte Baumgart vor dem Spiel gefordert. Auch wenn man den Berlinern den Willen nicht absprechen mag – an ihre Grenzen gingen sie zu keiner Zeit.
Trimmel ersetzt Haberer bei Union Berlin
Da half auch die an sich gute Nachricht nicht, dass Janik Haberer dabei war, wenn auch zunächst nur auf der Bank. „Eigentlich haben wir damit gerechnet, dass er mindestens 14 Tage ausfällt. Jetzt rechnen wir damit, dass er sogar schon wieder dabei ist, wenn alles gut läuft“, hatte Coach Baumgart in den Tagen vor der Partie erklärt.
Wir waren nicht auf der Höhe. Das war vielleicht unserer schlechtestes Spiel in dieser Saison.
Rani Khedira, Union-Mittelfeldspieler
Haberer hatte sich im Spiel gegen Bayer Leverkusen (1:0) am vergangenen Wochenende am Knie verletzt. Nach ersten schlimmsten Befürchtungen hatte sich die Blessur als Knieprellung herausgestellt. Dennoch wurde Haberer natürlich noch geschont. Kapitän Christopher Trimmel nahm den Platz auf der rechten Abwehrseite ein.
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Damit schloss Trimmel zu einer illustren Runde auf. Der Österreicher, der am Dienstag Geburtstag hatte, ist der zehnte Feldspieler, der mit 39 Jahren in der Fußball-Bundesliga spielte. Seinen Wert für die Mannschaft offenbarte er nach nicht einmal sieben Minuten, als er Jens Castrop im letzten Moment abgrätschte. Der Gladbacher hatte Torwart Frederik Rönnow bereits ausgespielt.
Rönnow hat in der ersten Halbzeit viel Glück
Union ließ die Borussia gewähren. Die Berliner wollten nach Balleroberungen den Raum nutzen, den die Gastgeber ihnen boten. Doch die Taktik ging nicht auf. Die Verärgerung des Trainers nach rund 23 Minuten zeigte, dass es nicht schnell genug nach vorn ging. Baumgart jedenfalls schimpfte laut mit seinen Spielern.
Tatsächlich kamen die Gäste nur zu zwei Tormöglichkeiten. Der Schuss von Andras Schäfer war für Moritz Nicolas im Borussia-Tor kein Problem (10.). Und als Rani Khedira nach einem Eckball nachsetzte, war der Ex-Unioner ebenfalls zur Stelle (44.). Rönnow war auf der anderen Seite wesentlich mehr gefordert.
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Nicht nur beim Kopfball von Haris Tabakovic hatte Unions Nummer eins viel Glück (16.). In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit war der Däne bereits geschlagen, nachdem er einen Distanzschuss von Philipp Sander nach vorn prallen ließ. Doch Kevin Diks setzte seinen Kopfball über das leere Union-Tor (45.+2).
Der Videoassistent hilft Union Berlin
In der Pause blieb Trimmel in der Kabine. Haberer ersetzte ihn. Doch am Unglücksraben aus dem Leverkusen-Spiel lag es nicht, dass die Partie Fahrt aufnahm. Beide Teams hatten erkannt, dass mehr drin ist als nur ein Unentschieden. Wobei die Bemühungen der Gladbacher stets zielstrebiger wirkten als die der Unioner.
![Derrick Köhn (r.), Verteidiger von Union Berlin, hält Kevin Diks von Borussia Mönchengladbach in Schach. Borussia Borussia Monchengladbach vs. Union Berlin, Fussball, 1. Bundesliga [Bundesliga], 24. Spieltag, Saison 2025/2026, 28.02.2026](https://img.sparknews.funkemedien.de/411335706/411335706_fc_1772295010_v16_9_1200.jpeg)
Was Union an diesem Nachmittag auszeichnete, war die Ruhe, mit der die Mannschaft dennoch weiter agierte. Die Berliner ließen sich nicht aus ihrem Defensivkonzept bringen, auch nicht, als der Ball plötzlich im Union-Tor lag. Gladbachs Kapitän Rocco Reitz hatte Diks in Szene gesetzt, der den Ball aus Kurzdistanz unter die Latte jagte. Doch der Treffer wurde zu Recht durch den Videoassistenten wieder einkassiert, weil Reitz bei der Entstehung im Abseits gestanden hatte (65.).
Baumgart brachte mit Livan Burcu (71., für Jeong) und Ilyas Ansah (81., für Burke) frische Offensivkräfte. Doch kurz vor Schluss stockte allen Unionern der Atem. Danilho Doekhi hatte einen Schuss von Reitz unglücklich abgefälscht. Rönnow konnte gerade noch mit dem Oberschenkel retten, bevor Shuto Machino im Nachschuss an Rönnow scheiterte und Yanick Engelhardt den Ball schließlich auf die Tribüne drosch (86.).
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Nsokis Foul gegen Hugo Bolin auf der Strafraumlinie führte zum verhängnisvollen Elfmeter, den Diks in der Nachspielzeit zur Entscheidung nutzte (90.+4). Und Union einen veritablen Nackenschlag im Kampf um den Klassenerhalt versetzte.










