Er war auserkoren, in dieser Saison für die spielerischen Momente bei Union Berlin zu sorgen. Und natürlich auch für Tore. Der Start mit vier Treffern in den ersten vier Spielen war verheißungsvoll. Inzwischen ist Ilyas Ansah bei Berliner Fußball-Bundesligisten in der Realität angekommen, als Pendler zwischen Startelf und Ersatzbank.
Am Samstag (15.30 Uhr, Sky) wartet auf ihn im Gastspiel bei Borussia Mönchengladbach jedoch ein Spezialauftrag. Da Mittelstürmer Andrej Ilic gelbgesperrt ist, braucht es eine neue Anspielstation für lange Bälle. Und Ansah ist der erste Kandidat dafür, allein schon wegen seiner Körpergröße von 1,97 Metern.
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Der gebürtige Lüdenscheider weiß um die Schwere der Aufgabe, die auf ihn warten könnte. „Andrejs Stärke ist schon, die Bälle festzumachen und den Ball bei sich zu behalten, damit wir Entlastung haben und im Ballbesitz bleiben“, erzählt der deutsche U21-Nationalspieler.
Baumgart gibt Ansah viel Zeit bei Union Berlin
Und er ist ehrlich: „Ich würde nicht unbedingt sagen, dass es meine größte Stärke ist, aber ich glaube, in der Bundesliga gehört es einfach als Offensivspieler, als Stürmer dazu, auch Bälle festzumachen.“ Dafür muss Ilic „in jeden Zweikampf“ kommen, „das ist so wichtig“. Ansah weiß um die Körperlichkeit dieses Spiels, wenn er über Ilic sagt: „Es ist so, als ob er nicht müde wird.“
Ansahs Entwicklung wiederum scheint ein wenig zu stagnieren. Bis auf den herrlichen Kopfballtreffer gegen RB Leipzig (3:1) Mitte Dezember kam kein weiterer Treffer dazu. Dennoch ist er bester Union-Schütze in dieser Saison. „Man muss versuchen, sich vor Augen zu halten, dass fünf Tore zum aktuellen Stand in meiner ersten Bundesligasaison keine schlechte Situation sind“, sagt Ansah.
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Die notwendige Ruhe, um Zweifel gar nicht erst aufkommen zu lassen, findet er bei seiner Familie, vor allem bei seinem Vater, der kein Heimspiel in der Alten Försterei auslässt. Doch auch Coach Steffen Baumgart, der ein Kriterium für den Wechsel vom SC Paderborn zu Union gewesen ist, hilft ihm: „Der Trainer nimmt einem so ein bisschen den Druck, der von außen kommt. Es ist wichtig, dass es so eine Person gibt, die genau weiß, dass solche Phasen kommen, und die einem auch Zeit gibt.“
Der Stürmer von Union Berlin lobt Kompanys Rede
Sein Gespür für die Situation ist bemerkenswert. Das wird auch deutlich, als er sich zum Thema Rassismus äußert. Natürlich ist dem gläubigen Moslem der fast zwölfminütige Monolog für mehr Menschlichkeit von Vincent Kompany am vergangenen Freitag nicht entgangen. Der Bayern-Trainer hatte damit auf den Rassismusvorfall in der Champions League beim Spiel zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon reagiert.
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„So was darf nicht unter den Teppich gekehrt werden“, sagt Ansah, „dafür darf es keinen Platz geben. Deswegen finde ich es wichtig, dass jemand in so einer Rolle sich auch die Zeit nimmt und etwas dazu sagt.“ Er selbst war zu Kreisligazeiten bereits Opfer rassistischer Äußerungen. „Es ist nicht einfach. Aber wegzuhören ist, glaube ich, nicht das Richtige in so einer Situation. Man sollte schon versuchen, die Leute zur Rechenschaft zu ziehen, die sich trauen, rassistisch zu sein.“









