Bislang kann Union Berlin das Fußball-Jahr 2026 komplett vergessen. „Wir machen gerade zu viele Fehler. Das können wir besser, haben aber dem Gegner heute mit den Umschaltmomenten auch in die Karten gespielt“, sagte Union-Trainer Steffen Baumgart nach dem 2:3 (1:2) beim Hamburger SV.
Auch interessant
Im siebten sieglosen Spiel in Folge lieferten die Berliner trotz des ersten Tores von Andrej Ilic dennoch spielerisch nahezu eine Bankrotterklärung ab. „Das war enttäuschend“, bilanzierte auch Geschäftsführer Hordt Heldt.
Union Berlin verändert seine Startelf auf einer Position
Viel lange und hohe Bälle, viele Zweikämpfe, wenig Torraumszenen – so lässt sich die Partie insgesamt zusammenfassen. Baumgart hatte seine Startformation dafür auf einer Position verändert. Für Mittelfeldspieler Andras Schäfer begann Stürmer Andrej Ilic. Flankiert wurde der Serbe von Ilyas Ansah (links) und Wooyeong Jeong.
Wirklich Fußball gespielt wurde jedoch auf beiden Seiten nicht. Es wurde gearbeitet, um jeden Meter Raumgewinn, um jeden Ball. Schön anzusehen war dies nicht. Schnell war klar: Wer weniger Fehler macht, der hatte gute Chancen zu punkten.
Auch interessant
Schon in der zweiten Minute hatte Rani Khedira in höchster Not gegen Bakery Jatta retten müssen. Dennoch gelang es den Berlinern, Zugriff auf dieses Spiel zu bekommen. Immer wieder wurde dabei versucht, Ilic ins Spiel zu bringen. Und schon stand Unions-Angreifer im Mittelpunkt des Geschehens, wenn auch unfreiwillig.
Querfeld zeigt sich nervenstark beim Elfmeter
Knapp 20 Minuten waren vorbei, als HSV-Verteidiger Jordan Torunarigha per Kopfstoß Ilic während eines vermeintlichen Kopfballduells niederstreckte. Der Elfmeterpfiff blieb jedoch aus. „Wenn der eine eher am Ball ist und der andere trifft ihn, dann ist das kein Unfall, dann ist das ein Elfmeter“, fand Baumgart deutliche Worte. Das Problem nicht nur in dieser Szene liege „nicht am VAR, sondern an den Entscheidungen, die dann getroffen werden. Wir diskutieren über die Sache, die wir haben. Ich finde, wir sind einfach scheiße in der Sache, nicht die Sache selbst.“
Kurz darauf war es Nicolas Capaldo, der den Union-Stürmer beim Klärungsversuch mit zu hohem Bein am Kopf traf (26.). Die Elfmeterentscheidung von Schiedsrichter Florian Badstübner war folgerichtig. Es folgte der Auftritt von Leopold Querfeld und die große Frage, ob er seinen Status als Elfmeterschütze Nummer eins behaupten konnte. Eine Woche zuvor hatte der Abwehrspieler gegen Eintracht Frankfurt (1:1) den Strafstoß noch eher ins Tor gelogen. In Hamburg ließ er keinen Zweifel an seiner Qualität.
Auch interessant
Eiskalt verwandelte Querfeld unten rechts. Dabei hatte sich der Österreicher auch nicht von den Hampelmann-Einlagen von HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes beeindrucken lassen (28.). Bei Querfeld war die Sicherheit vom Punkt zurück – bei Union verschwand sie bis zur Pause zusehends. Und Ilic war wieder mittendrin.
Ilic bleibt der Pechvogel von Union Berlin
Sein Kopfball in der 35. Minute verfehlte nicht nur den Mitspieler, er leitete auch den Gegenzug zum Ausgleich ein. Über Fabio Vieira kam der Ball zu Robert Glatzel, der bediente Ransford-Yeboah Königsdörffer, Union-Kapitän Christopher Trimmel hob zusammen mit Stanley Nsoki das Abseits auf – 1:1. Und die Ilic-Pechsträhne ging weiter.
Auch interessant
Es wird eines der ungeklärten Rätsel dieser Saison bleiben, wie der Stürmer den Ball am leeren Tor vorbeischieben konnte, nachdem Heuer Fernandes aus seinem Tor geeilt und unter dem Ball durchgesprungen war (45.+1). Den direkten Gegenzug nutzte Copaldo zum 1:2 (45.+2). Unions Torwart Frederik Rönnow versuchte es noch mit einer Fußabwehr, doch der Ball sprang nur an die Latte und von dort hinter die Linie.
Wieder lief Union einem Rückstand hinterher. Wieder mussten die Köpenicker ihre Hoffnungen auf die Einwechselspieler setzen. Tatsächlich kam durch Livan Burcu und Tim Skarke ein wenig mehr Schwung in die Offensivbemühungen. Doch vor dem Tor blieb Union harmlos. Burcus Flanke von links jagte Skarke aus spitzem Winkel weit am HSV-Tor vorbei (64.). Ilics Kopfball fünf Minuten später? Kein Problem für Heuer Fernandes. Danach zimmerte Derrick Köhn einen 25-Meter-Freistoß an die Latte (71.).
Lesen Sie auch
Union warf nun alles nach vorn. Das gab dem HSV Raum für Konter. Rönnows Patzer bescherte Jean-Luc Dompe die Chance zum 1:3 (80.). Der Treffer fiel zwei Minuten später, nachdem Königsdörffer Querfeld einfach stehen gelassen hatte und eiskalt verwandelte (82.). Dass Ilic in der 89. Minute tatsächlich seinen ersten Saisontreffer erzielen konnte, verkam dadurch zur Randnotiz.



![Dina Orschmann (l.) kommt mit Union Berlin nicht von der Stelle. Google Pixel Frauen-Bundesliga [Bundesliga]: Freiburg vs. Union Berlin, 14.02.2026](https://img.sparknews.funkemedien.de/411206015/411206015_1771075137_v16_9_1200.jpeg)







