Den Vergleich mit dem Hinspiel ließ sich Steffen Baumgart nicht nehmen. „Ich glaube, dass wir auch heute nicht die schlechtere Mannschaft waren“, sagte der Trainer von Union Berlin, „wir hatten zwei, drei gute Gelegenheiten und gehen durch eine Elfmeter-Entscheidung, die ich kritisch beurteile, in Rückstand.“ So gab es wie schon im ersten Duell (2:4) erneut eine Niederlage für die Berliner.

Das 1:3 (0:2) am Sonnabend bedeutete zugleich das fünfte sieglose Spiel in diesem Jahr. Dennoch bleibt der Fußball-Bundesligist Neunter in der Tabelle. Und, so Baumgart: „Dass die Jungs sich auch von dem 0:3 kurz nach der Pause nicht beeindrucken ließen, zeigt, dass sie Charakter haben“, so Baumgart.

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Union startete mit zwei Änderungen gegenüber dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund (0:3). Auf der linken Außenbahn startete Stanley Nsoki anstelle von Josip Juranovic, der verletzt fehlte. Derrick Köhn, der seine Rot-Sperre abgesessen hatte, musste auf die Bank. Zudem begann Oliver Burke im Angriff anstelle von Ilyas Ansah.

Umworbener Leite in der Startelf von Union Berlin

Das bedeutete, dass wie gewohnt Diogo Leite den Part links in der Dreierabwehrkette einnahm. Es könnte der letzte Auftritt des Portugiesen im Union-Trikot gewesen sein. Der Innenverteidiger soll vor einem Wechsel zu Lazio Rom stehen, wie Italiens Transferexperte Gianluca Di Marzio berichtete. Union und Lazio sollen sich demnach auf eine Ablöse in Höhe von 2,5 Millionen Euro geeinigt haben.

Wir gehen durch eine Elfmeter-Entscheidung, die ich kritisch beurteile, in Rückstand

Steffen Baumgart, Union-Trainer

Der Vertrag von Leite, der im Sommer 2022 zunächst auf Leihbasis, ein Jahr später dann für geschätzte sieben Millionen Euro fest an die Alte Försterei gewechselt war, läuft am Saisonende aus. Was noch fehle, sei eine Einigung mit Leite selbst.

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Dass Baumgart Nsoki den Vorzug vor Köhn gegeben hat, untermauert, dass Leites Wechsel noch in dieser Wintertransferperiode bevorsteht. Der französische Innenverteidiger, für diese Saison aus Hoffenheim ausgeliehen, ist erster Kandidat für einen freien Platz in der Dreierkette der Köpenicker.

Khedira vergibt Riesenchance für die Köpenicker

Rund 40 Minuten war es ein Spiel auf Augenhöhe. Mehr noch, Union hatte bei einer der zurzeit besten Mannschaften in der Bundesliga phasenweise sogar mehr vom Spiel. Das darf durchaus als positive Entwicklung wahrgenommen werden. Die Köpenicker haben sich unter Baumgart stabilisiert.

Eines ist dem ehemaligen Stürmer als Coach der Köpenicker allerdings noch nicht gelungen. Seinen Profis gelingt es immer noch nicht, aus wenigen guten Chancen ein Tor zu erzielen. „Es wäre schön, wenn wir mal wieder in Führung gehen könnten“, hatte Baumgart sich vor der Partie gewünscht. Dies gelang auch bei der TSG nicht.

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Möglichkeiten, sogar gute, gab es dafür. Rani Khedira hatte am Hoffenheimer Strafraum einfach mal nachgesetzt und sich den Ball erkämpft, nachdem Torwart Oliver Baumann Mitspieler Albian Hajdari mit einem höchst mäßigen Zuspiel in Bedrängnis gebracht hatte. Doch der Ball sprang Unions Mittelfeldspieler zu weit weg, als dass er ihn kontrolliert aus spitzem Winkel über Baumann hätte lupfen können (7.).

Unglücklicher Elfmeter bringt Union Berlin in Rückstand

Nach 20 Minuten kam Andrej Ilic nach einer herrlichen Flanke von Danilho Doekhi nicht richtig hinter den Ball, um ihn aufs Tor köpfen zu können. Die Chance zeigte jedoch, dass die Köpenicker gut im Spiel waren. Das sollte sich zum Ende der ersten Halbzeit ändern.

31.01.26 TSG 1899 Hoffenheim - 1. FC Union Berlin
Rani Khedira diskutiert mit Schiedsrichter Robin Braun über den Elfmeter gegen Union Berlin.© picture alliance / Pressefoto Rudel | Robin Rudel

Es war ein eher unglücklicher Elfmeter, der Union in Rückstand brachte. Hoffenheims Fisnik Asllani ging mit gestrecktem Bein in den Zweikampf mit Leopold Querfeld, der beim Versuch, den Ball aus dem Strafraum zu schlagen, jedoch nur die Wade des ehemaligen Union-Talents traf. Andrej Kramaric nutzte die Chance vom Punkt und verlud Union-Torwart Frederik Rönnow, 0:1 (42.). Damit nicht genug, der TSG-Stürmer erhöhte nur drei Minuten später auf 0:2. Sein Kopfball nach einer Flanke von Bazoumana Toure war mustergültig gesetzt (45.).

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Und es kam noch schlimmer für Union. Kaum hatte die zweite Halbzeit begonnen, da stand es auch schon 0:3. Ein Eigentor ausgerechnet von Leite besiegelte die Niederlage, nachdem sich Vorlagengeber Toure ohne Gegenwehr in Richtung Union-Strafraum aufmachen konnte (47.). Fünf Minuten reichten aus, um den Köpenickern alle Hoffnung auf ein Ende der Negativserie zu nehmen.

Khediras Anschlusstreffer, noch entscheidend abgefälscht von Ex-Unioner Grischa Prömel (71.), ließ die Berliner immerhin noch eine Aufholjagd starten, die jedoch nicht mehr von Erfolg gekrönt wurde.