Union Berlin ist in der zweiten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden. Die Mannschaft von Trainer Bo Svensson unterlag vor 26.117 Zuschauern (darunter 3430 Union-Fans) beim Drittligisten Arminia Bielefeld verdient mit 0:2 (0:1) und ist damit zum sechsten Mal bei den vergangenen neun Pokalteilnahmen in Runde zwei gescheitert.

Nach dem schweren Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt (1:1) und vor dem Gastspiel in München beim FC Bayern ließ Coach Svensson seine Startelf rotieren. Mit Robert Skov, Andras Schäfer, Janik Haberer, Laszlo Benes und Jordan Siebatcheu kamen gleich fünf Neue ins Team. Tom Rothe, Aljoscha Kemlein, Christopher Trimmel und Benedict Hollerbach mussten auf die Bank. Wooyeong Jeong stand gar nicht erst im Kader.

Union Berlin mit vielen Problemen

Die Wechsel taten Union nicht gut. Zu offensichtlich waren die Abstimmungsschwierigkeiten. Folglich konnten sich die Bielefelder immer wieder sortieren und den Köpenickern das Leben schwer machen. Wobei sich Union das Leben selbst am schwersten machte. Und das hatte vor allem etwas mit Schäfer zu tun.

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Der Ungar, der im zentralen Mittelfeld an der Seite von Kapitän Rani Khedira agierte, wirkte oftmals zu übermotiviert. In der entscheidenden Situation der ersten Halbzeit jedoch war es Schludrigkeit, durch die Schäfer auffiel. Von Torwart Frederik Rönnow, der in Manuel-Neuer-Manier weit vor seinem Strafraum agierte, angespielt, passte Schäfer den Ball direkt in die Beine des Bielefelders Marius Wörl.

Der Rest war eines Tors des Monats verdächtig. Aus gut und gerne 30 Metern schoss Wörl den Ball über den zurückeilenden Rönnow hinweg ins Tor. Gerade einmal zwölf Minuten waren da gespielt, und Union machte mit dem 0:1 den schweren Auftrag zu einer Herkulesaufgabe. Denn fortan waren die Bielefelder richtig im Spiel.

Schäfer wird bei Union Berlin zum Unglücksraben

Nicht einmal drei Minuten später war es Rönnow, der mit einer wahren Glanztat Schlimmeres verhinderte. Wieder war es Schäfer, der zum Unglücksraben wurde. Beim Versuch, den Ball wegzugrätschen, stocherte er das Spielgerät direkt auf den lauernden Louis Oppie weiter. Kaum zu glauben, dass Bielefelder den Ball völlig freistehend aus zwölf Metern nicht im Tor der Berliner unterbrachte (15.).

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Immerhin war es der Weckruf für den Bundesligisten. Stück für Stück riss das Svensson-Team das Spiel an sich, ohne jedoch zu glänzen oder die Überlegenheit, die man von einem zwei Klassen höher spielenden Team erwarten kann, auf den Rasen zu bringen. Und es gab Chancen. Khedira traf nur die Latte, im Nachschuss setzte Benes den Ball knapp am Arminia-Kasten vorbei (28.).

Kurz vor der Pause war es der aufgerückte Danilho Doekhi, der aus neun Metern den Ball auf die Tribüne jagte (45.). Dann trifft Schäfer per Kopf nach einem Benes-Freistoß nur den rechten Pfosten. Wieder hat Doekhi den Ausgleich auf dem Fuß, nun ist Arminias Torwart Jonas Kersken zur Stelle (45.+3).

Union Berlin mit Drangphase nach dem Seitenwechsel

Svensson hatte zur zweiten Halbzeit ein Einsehen und nahm nicht nur Schäfer, sondern auch Vertessen vom Feld. Aljoscha Kemlein und Tim Skarke ersetzten das Duo. Der Plan war klar. Mit Kemlein sollte es mehr Stabilität im Zentrum geben, und mit Skarke mehr Zielstrebigkeit in Richtung gegnerisches Tor. Mit Tom Rothe für Skov (56.) brachte Svensson außerdem frischen Schwung auf der linken Außenbahn.

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Tatsächlich drängte Union die Gastgeber nun an den eigenen Strafraum. Doch was sich auch schon in den Bundesliga-Spielen gezeigt hat, war auch in Bielefeld nicht zu übersehen. Den Berlinern fehlt es entscheidenden Ideen und damit auch an der notwendigen Durchschlagskraft. Zu oft konnte die Arminia den Ball einfach klären. Und Union musste neu anlaufen.

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Benes wurde nun aktiver. Der Slowake versuchte, das Spiel mehr zu gestalten oder von der Strafraumgrenze einfach mal aufs Tor zu schießen. Glück hatte er indes, dass sein Abspielfehler in der 69. Minute nicht mit dem 0:2 bestraft wurde. Andre Becker verzog seinen Schuss komplett.

Union Berlin begünstigt auch das 0:2

Dieses 0:2 fiel dennoch wenig später. Wieder hatte Union im Spielaufbau den Ball verloren, die Bielefelder konterten schnell, über Wörl kam der Ball erneut zu Becker, der nun Rönnow keine Chance ließ (71.). Es war die Entscheidung in einem Spiel, das Union selbst aus den Händen gegeben hat.

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Mit den Einwechslungen von Hollerbach und von Kevin Volland, der nach monatelanger Verletzungspause sein Comeback bei Union Berlin gab, sollte das Unmögliche doch noch möglich gemacht werden. Vergeblich.

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