Benedict Hollerbach wollte sich gar nicht erst zurückhalten. „Wenn ich mir die Szene anschaue, dann finde ich es echt skandalös“, sagte der Angreifer von Union Berlin nach dem 1:1 (0:1) gegen Eintracht Frankfurt. „Ich würde mir wünschen, dass bei den VAR-Entscheidungen, vor allem bei Abseits, im Zweifel für den Stürmer entschieden wird. Es ist ohnehin schon schwer, ein Tor zu machen, und die Leute wollen doch Tore sehen.“

Gemeint war jene Szene in der 90. Minute, in der Tim Skarke den vermeintlichen Siegtreffer für Union erzielt hatte – und Schiedsrichter Harm Osmers (Hannover) den Treffer nach langer Entscheidung des Videoassistenten wieder einkassierte. Christopher Trimmel hatte mit einer halben Fußlänge bei der Entstehung des Tores im Abseits gestanden.

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„Da kannst du nicht einfach ein Lineal rausnehmen und wirklich sagen, ob es abseits war. Das kannst du gar nicht sehen. Das geht nicht. Und dann so ein schönes Tor wegnehmen. Das ist einfach schade und nicht im Sinne des Fußballs“, so Hollerbach weiter.

Union Berlin ist in der ersten Halbzeit zu ungestüm

Unions Geschäftsführer Horst Heldt schlug in die gleiche Kerbe: „Wer in Gottes Namen soll das denn bitteschön entscheiden? Wir reden hier wirklich von Millimeterentscheidungen. Unabhängig davon, dass danach noch drei, vier Aktionen weiterlaufen, aber das zu reklamieren als nicht gegebenes Tor ist wirklich peinlich.“

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Sportlich blieb vor allem eines hängen: Eine erste Union-Halbzeit, in der die Hausherren die Qualität eines Europapokal-Teilnehmers zu spüren bekamen. Dabei hatte es bei Union nur eine Änderung in der Startformation gegeben. Statt Tim Skarke, der auf die Bank musste, begann Wooyeong Jeong. Doch das quirlige Dreigestirn in der Offensive (neben Jeong Benedict Hollerbach und Yorbe Vertessen) wirkte beim Anlaufen des Gegners zu oft wie eine aufgeregte Gruppe Jugendspieler: mit viel Einsatz, aber ohne Struktur.

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Es war schlicht eine Spitzenmannschaft, in jedem Fall die bislang beste in dieser Saison, auf die Union am Sonntagabend traf. Und lange fiel den Berlinern nichts ein, um in diesem Spiel konsequent auf Augenhöhe mit den Hessen zu agieren. Wenn selbst solch erfahrenen Spielern wie Kapitän Christopher Trimmel einfache Stellungsfehler unterlaufen, wird deutlich, wie stark die Union-Profis mit sich selbst beschäftigt waren.

Doekhi verlängert Vertrag bei Union Berlin

Bezeichnend war das Abwehrverhalten vor dem 0:1. Nach einer Ecke kann Union den Ball nicht klären, aus dem Getümmel heraus kommt der Ball zu Mario Götze, der in seinem 300. Bundesligaspiel nur noch den Fuß hinzuhalten braucht, um einzuschieben. Am Ende war es Danilho Doekhi, der beim Versuch, den Ball als letzte Instanz zu klären, ein Luftloch schlug (14.).

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Ausgerechnet Doekhi, der erst wenige Stunden vor dem Anstoß seine Vertragsverlängerung bei Union bekanntgegeben hatte und der von Heldt als „einer der besten Innenverteidiger der Bundesliga“ geadelt wurde. Die Führung der Frankfurter war in jedem Fall verdient, nachdem bereits ein Schuss von Omar Marmoush von Kevin Vogt erst im allerletzten Moment geblockt werden konnte (4.) und Arthur Theate gleich die nächste gute Gelegenheit hatte (5.).

Union-Torwart Rönnow verhindert einen höheren Rückstand

Ja, Union kam danach etwas besser ins Spiel, doch die Frankfurter verteidigten geschickt. Vertessen (29.) und Hollerbach (35.) verpassten den Ausgleich, auch Kemleins Kopfball (39.) war zu harmlos. Auf der anderen Seite musste Union-Torwart Frederik Rönnow gegen Tuta gleich zweimal eingreifen (45.).

Natürlich kam Union viel energischer, viel wuchtiger aus der Halbzeitpause. Und natürlich gab es auch gleich gute Chancen. Doch an einem Abend, an dem bislang so viel danebengegangen war, musst auch der Schussversuch von Tom Rothe weit am Tor vorbeifliegen (47.). Oder der Hammer von Trimmel aus gut 22 Metern nur an den Innenpfosten und wieder zurück ins Feld springen (50.).

Hollerbach trifft zum Ausgleich für Union Berlin

Svensson brachte frische Kräfte, unter anderem Robert Skov für Rothe. Der Rest lässt sich mit einem Wort umschreiben: Fußball. Ein Konter über eben jenen Skov ließ die Alte Försterei fast explodieren, weil der mitgeeilte Hollerbach nicht nur im richtigen Moment angespielt wurde, sondern per Lupfer auch zum 1:1 abschloss (66.).

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Jetzt wurde es hektisch. Frankfurts Theate sah nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte (76.). Ein Tor fiel jedoch nicht mehr. Daran konnte auch Tim Skarke nichts ändern.

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