Das Holländische Viertel. Ist es nicht fast wie eine Stadt in der Stadt? Na ja, eine recht kleine vielleicht, die da seit Mitte des 18. Jahrhunderts einen prominenten Platz im Herzen der brandenburgischen Landeshauptstadt besetzt. Ein einmaliges Bauensemble, das seine Entstehung Friedrich Wilhelm I. verdankt: Der Soldatenkönig suchte seinerzeit fähige Handwerker für den Ausbau der Garnisonsstadt Potsdam und schien sie im Nachbarland Holland gefunden zu haben.

Als "Köder" für die erhofften und benötigten Einwanderer ließ er 1735-40 eben jene Siedlung im holländischen Stil erbauen. Damit sich die zukünftigen Neubürger ganz wie zu Hause fühlen konnten. Ein ehrgeiziger Plan, doch einer, der nicht aufging. Denn nur wenige kamen, und so waren es auch Soldaten sowie deutsche und französische Handwerker und Künstler, die die roten Backsteinhäuser bezogen. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Siedlung ohne große Blessuren. Anders die Zeit danach. Bis in die 70er-Jahre litt das Holländische Viertel unter seiner Vernachlässigung, bevor es zu ersten Rekonstruktionen und Renovierungen kam. Mittlerweile zeigt sich das Areal schön wie eh – vier Häuserblöcke, sorgsam unterteilt durch zwei sich kreuzende Straßen.

Das "Gaumenschmaus" in Potsdam ist Hotel, Restaurant und Café

Genau an der Schnittstelle von Mittel- und Benkertstraße steht das "Gaumenschmaus", das neben fünf komfortablen Gästezimmern auch Restaurant und Café unter seinem Dach vereint. Seit April 2012 residiert das charmante Boutiquehotel, aufwändig saniert, in den ehemaligen Räumlichkeiten einer Bäckerei und bereitet seinen Gästen einen ruhigen, privaten Platz mit familiärer Atmosphäre.

"Mein Mann und ich wollten einen kleinen Ort schaffen, wo Genuss, Geschmack, Sinne und die Leidenschaft aufeinander treffen", sagt Hausherrin Janine Schubert-Kandzorra. Und genau diese Attribute gaben auch den Zimmern ihre Namen, die sich auf der Bel Etage und im Dachgeschoss des Backsteinbaus befinden.

Mit Geschmack gestaltet, zeigen sich die 30 bis 45 Quadratmeter großen Gästequartiere sehr modern. Weniger ist mehr, heißt hier die Devise. Und so verzichtet der reduzierte Stil bewusst auf jede Form von Chichi und verteilt liebevolle Details mit eher sparsamer Hand. Qualität stand für das Gastgeberpaar an vorderer Stelle, zu sehen am Mobiliar, das nicht von der Stange, sondern aus der Werkstatt eines Tischlers kommt. Bei der Wahl der Farben von Wänden, Hölzern und Textilien beschränkte man sich auf eine dezente Palette, und so unterstreichen hier wie im Rest des Hauses elegante Weiß-, Beige- und Brauntöne den Charakter der Einrichtung.

Terrasse mit Blick auf das Holländische Viertel

Während oben geschlummert und entspannt wird, widmet sich das lichtdurchflutete Erdgeschoss des "Gaumenschmaus" den Bedürfnissen des Magens. Das kleine Café kopiert die moderne Note der Unterkünfte und lädt mit frischgebackenen Kuchen und Panini, mit Kaffee und Tee auf eine nachmittägliche Auszeit, während sich die Frühstücksfraktion hier, von bescheiden bis opulent, zur ersten Mahlzeit des Tages einstellt. Ein Flur trennt das Bistrocafé vom Restaurant, das an weiß gedeckten Tischen regionalen Produkten den Vorzug gibt. Entsprechend gibt es Zander aus der Müritz, Havelländer Apfelschwein und Märkische Kartoffelsuppe.

Besonders nett sitzt es sich draußen vor der Tür. Die Terrasse des "Gaumenschmaus" blickt aufs umtriebige Leben des Holländischen Viertels, wo man an Schönwettertagen die Touristen beim Defilee beobachten kann. Dicht an dicht stehen die Backsteinhäuser des Quartiers und begleiten, mal mit Giebel, mal ohne, das Pflaster von Mittel- und Benkertstraße. In frischem Weiß setzen sich die Fenster vom Rot der Fassaden ab, hinter denen oftmals Restaurants und Cafés, Galerien sowie Läden mit Kunsthandwerk und anderen Begehrlichkeiten die Passanten zum Reinschauen animieren. Interessant hier: das Jan-Bouman-Haus, dessen Name an den niederländischen Baumeister des Viertels erinnert. Für Besucher offen, macht das Siedlungshaus, gesegnet mit einem beachtlichen Bestand originaler Bausubstanz, die Zeit um 1735 erlebbar.

Potsdams Sehenswürdigkeiten in der Nachbarschaft

So zentral das "Gaumenschmaus" im Holländischen Viertel liegt, so verkehrsgünstig fügt sich letzteres in seine berühmte Nachbarschaft ein. Potsdams Sehenswürdigkeiten sind nicht weit entfernt, Friedrichs des Großen zauberhaftes Sanssouci ebenso wenig wie Cecilienhof, wo die alliierten Siegermächte 1945 über Deutschland Zukunft entschieden.

Genießen Sie die wundervolle Aussicht vom Belvedere auf dem Pfingstberg und besuchen Sie die russische Kolonie Alexandrowka, ein Ensemble von Holzhäusern inmitten großer Obstgärten, mit dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. posthum seines Freundes Zar Alexander I. gedachte. Erobern Sie Potsdam auf dem Fahrrad. Oder schippern Sie an Bord eines Schiffes einmal um die Stadt, um an den Ufern der Flusslandschaft malerische Dörfer und großartige Schlösser zu sichten. Es gibt so viel zu tun, bevor man sich im "Gaumenschmaus" für eine weitere Nacht ins Bettzeug kuschelt.

Anreise Mit S7 oder RE bis Potsdam Hauptbahnhof, weiter mit Bus oder Tram bis Haltestelle Nauener Tor.

Übernachten "Gaumenschmaus" – Restaurant, Café, Hotel, DZ ab 75 Euro, Tel. 0331/58 56 56 92.

Auskunft Potsdam Tourismus Service, Tel. 0331/27 55 88 99.

Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt vom Restaurant-Café-Hotel "Gaumenschmaus". Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie hier.