Was kann ich bei Katzenakne tun?
Pina M., Kreuzberg: Meine Katze leidet seit Längerem unter Kinnakne. Ich habe das Trockenfutter eingeschränkt, Näpfe und Unterlage getauscht, den Bereich desinfiziert und sanft abgebürstet. Bisher hatte nichts Erfolg. Was kann ich noch tun?
Andreas Ochs: Als „Katzenakne“ werden umgangssprachlich Entzündungsprozesse der Haut am Kinn oder an den äußeren Hautpartien des Unterkiefers bei Hauskatzen bezeichnet. Das können leichte, aber dauerhaft vorhandene Rötungen oder in schwereren Fällen bisweilen sogar blutige und eitrige Hauterosionen sein. Obwohl das klinische Bild einer tiefen Hautentzündung (Dermatitis) beim Menschen bisweilen ähnlich aussehen kann, ist die Ursache bei Katzen meistens eine ganz andere.
Auch allergische Reaktionen sind möglich
Natürlich sind allergische Reaktionen nicht ganz ausgeschlossen, auch Stress mag gelegentlich eine Rolle spielen. Viel häufiger entstehen solche Hauterkrankungen in diesem Bereich aber durch einen nicht regulären Speichelabfluss im Maul, in dessen Folge es zu einem permanenten, leichten Speichelfluss über die Unterlippe hinaus kommt. Durch Bakterien, die sich immer im Speichel und Maul befinden, wird dann die Entzündung hervorgerufen. Ursachen für dieses „Sabbern“ sind häufig tatsächlich Zahnprobleme, nicht selten Zahnstein und gelegentlich in dessen Folge auch Zahnfleischentzündungen.
Tierarzt sollte Ursache der Symptomatik abklären
Deswegen ist das Reinigen und Sauberhalten des Kinns und des Unterkiefers vor allem nach der Futteraufnahme natürlich richtig und wichtig, behebt aber nicht wirklich die Ursache der Symptomatik. Diese sollten Sie auf jeden Fall einmal von einem Tierarzt abklären und behandeln lassen.
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