Tiere: Kann man einen Stubenkater umgewöhnen?

Charlotte Schulz, Schöneberg: Ich muss meinen zehnjährigen Kater abgeben. Er hat immer nur in der Wohnung gelebt und wird nun zu einer Familie mit Haus und Garten ziehen. Kann man ihn noch daran gewöhnen, sich auch draußen sicher zu bewegen? Was müssen die neuen Herrchen beachten?

Andreas Ochs: Wenn man davon ausgeht, dass die Urahnen unserer Hauskatzen eigentlich in der Wildnis lebten und an dieses Leben dort sehr gut angepasst sind, dann dürften keine größeren Umgewöhnungsprobleme zu erwarten sein. Der umgekehrte Fall, nämlich die Umstellung einer an „outdoor“-Aktivitäten gewöhnten Katze an ein Leben in der Wohnung wäre sicher wesentlich schwieriger. Dennoch sollten die neuen Besitzer darauf achten, dass sich das Tier zunächst in die neuen Innenräume einleben und von seinem Revier Besitz ergreifen kann. Hier hilft das regelmäßige Füttern an immer demselben Ort, die Aufstellung der Katzentoilette an einem für das Tier gut zugänglichen Ort und die Schaffung von Wohlfühlzonen, etwa in Form von gemütlichen Schlafplätzen, die natürlich nicht das menschliche Bett sein sollten!

Erst danach muss der Stubenkater schrittweise an die Benutzung des Gartens gewöhnt werden. Sonst kann es passieren, dass beim ersten Erkundungsgang die neu auf das Tier wirkenden Eindrücke zu panikartigem Fluchtverhalten führen. Auf jeden Fall sollte es für den Kater ganz klar verständlich sein, dass seine Futterquelle immer innen im Haus ist. Wenn sich später herausstellt, dass er zuverlässig wieder nach Hause kommt, kann auch eine Katzenklappe sinnvoll sein.

Natürlich ist die Natur um Einiges gefährlicher als ein Leben als Stubentiger. Abgesehen vom Straßenverkehr gibt es auch umherstreundende Kater, mit denen es zu heftigen Auseinandersetzungen kommen kann. Daraus resultieren oft nur kleinere Wunden, die bei der sorgfältigen Fellkontrolle entdeckt und gereinigt werden können. Bei Entzündungen sollte man den Tierarzt aufsuchen. Das ist auch notwendig, um das Tier durch regelmäßige Impfungen vor den katzentypischen Infektionskrankheiten zu schützen.

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