• Kaffeevollautomaten liefern aromatischen Kaffee ohne viel Aufwand.
  • Stiftung Warentest testete elf Modelle. Testverlierer gab es diesmal nicht.
  • Überdurchschnittliche Qualität bieten die drei besten Modelle.

Für die Zubereitung von Kaffee kommt neben der klassischen Kaffeemaschine auch ein Kaffeevollautomat infrage. Im Gegensatz zu einer Filtermaschine bereiten letztere verschiedene Kaffeespezialitäten per Knopfdruck zu. Anders als bei einer Kapsel- oder Padmaschine mahlt der Vollautomat die Kaffeebohnen frisch. Mahlgrad und Kaffeestärke lassen sich zusätzlich anpassen.

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Besonders Kaffeeliebhaber setzen auf die Vollautomaten. Es kann aber mitunter schwierig sein, sich für ein Modell zu entscheiden: Ist ein gutes Gerät immer teuer oder bieten auch günstige Kaffeevollautomaten eine gute Qualität? Stiftung Warentest hat in einem aktuellen Test elf Kaffeevollautomaten untersucht und gibt mit ihrem Testurteil eine klare Antwort.

Nahaufnahme eines Kaffeevollautomaten
Zwischen Kaffeevollautomaten verschiedener Marken gibt es teilweise große Unterschiede bei Ausstattung und Einstellungsmöglichkeiten.© iStock | miniseries

Kaffeevollautomaten bereiten Cappuccino und Espresso auf Knopfdruck zu

Im Vergleich zu herkömmlichen Kaffeemaschinen und Siebträgermaschinen bieten Kaffeevollautomaten eine Reihe von Vorteilen, die sie für Kaffeeliebhaber besonders attraktiv machen. Einer der größten Unterschiede liegt in der Bedienfreundlichkeit: Kaffeevollautomaten mahlen die Bohnen frisch und brühen daraus auf Knopfdruck eine Vielzahl von Kaffeespezialitäten – von Espresso über Cappuccino bis hin zu Latte Macchiato.

Herkömmliche Kaffeemaschinen funktionieren hingegen oft mit bereits gemahlenen Kaffeebohnen und bieten dadurch einen weniger intensiven Geschmack. Eine Alternative sind Kaffeemaschinen mit integriertem Mahlwerk, die keine Handgriffe erfordern, aber durch die frisch gemahlenen Bohnen einen stärkeren Kaffee zubereiten können.

Ein weiterer Vorteil ist die einfache Handhabung beim Kaffeevollautomaten. Im Gegensatz zu Siebträgermaschinen, die eine gewisse Expertise erfordern, ermöglichen Vollautomaten auch bei Milchkaffeegetränken eine einfache Zubereitung. Manche Modelle kommen dabei sogar ohne Dampfdüsen und Milchaufschäumer aus. Zudem sind Vollautomaten häufig mit Funktionen wie einer automatischen Reinigung und Entkalkung ausgestattet und haben einen reduzierten Wartungsaufwand.

Einen Nachteil haben Kaffeevollautomaten aber: den Preis. So sind sie zwar meist erschwinglicher als Siebträgermaschinen, aber deutlich teurer als gewöhnliche Kaffeemaschinen. Der Test von Stiftung Warentest zeigt allerdings: Auch günstigere Geräte liefern zuverlässig guten Kaffee. Auch interessant: Kapselmaschinen: Preis-Leistungs-Sieger gewinnt Praxistest

Stiftung Warentest: Sommeliers bewerten Kaffeekreationen

Im Fokus des aktuellen Tests von Stiftung Warentest stand die Qualität der Kaffeekreationen: Die Qualität des Espressos und des Cappuccinos machten zusammen 60 Prozent der Gesamtnote aus. Bewertet wurden der Geschmack, der Geruch, das Aussehen und das Mundgefühl der Zubereitungen. Drei Kaffeesommeliers verköstigten die Kreationen laut Stiftung Warentest. Darüber hinaus testete das Team, ob sich Temperatur, Stärke und Menge der Kaffeekreationen manuell anpassen lassen.

Fünf Testpersonen hätten außerdem die Handhabung der Kaffeevollautomaten untersucht, gemessen etwa an den Bedienelementen, der Getränkeauswahl und dem Aufwand bei der Reinigung. Aber auch Umwelteigenschaften wie der Stromverbrauch und die Geräuschentwicklung oder mögliche Schadstoffe im Material sind in die Bewertung mit eingeflossen. Im letzten Punkt konnte jedes der elf getesteten Modelle überzeugen: Das Wasser im Kaffeeauslauf sei nach einer Standzeit von 16 Stunden bei allen frei von bedenklichen Substanzen wie Blei oder Aluminium gewesen.

Ein Kaffeevollautomat
Der Kaffeevollautomat EP2331/10 von Philips kann mit seiner Cappuccino- und Espresso-Qualität nicht ganz überzeugen.© Stiftung Warentest

Auch in den anderen Kategorien gab es keine Ausreißer. Die Letztplatzierten Philips EP2331/10 und Krups Sensation EA910 kommen immerhin auf die Gesamtnote „Befriedigend“ und schneiden in Kategorien wie Sicherheit und Handhabung überdurchschnittlich gut ab. Mit den Modellen auf den vorderen Plätzen können sie aber nicht mithalten: Bei der Kaffeequalität zeigen sich große Unterschiede.

Kaffeevollautomaten im Test: Günstiges Modell mit „sehr leckerem“ Ergebnis

Stiftung Warentest vergibt den ersten Platz an die Jura E6, eine vollautomatische Espressomaschine mit einer Auswahl von acht Kaffeespezialitäten. Sie verfügt über einen „Professional Aroma Grinder“. Das Mahlsystem sorgt für eine gleichmäßige und fein dosierte Mahlung und soll ein intensives Aroma ermöglichen. Mit der „Easy Cappuccino“-Funktion erhalten Anwender zudem vollautomatischen Milchschaum.

Das Urteil der Tester: Der Cappuccino sei nach nur einer Minute fertig und habe einen „sehr feinen Schaum“. Außerdem ließen sich alle Getränke anpassen und individuell abspeichern. Weniger gut ist laut Testbericht, dass die Maschine nur mit sulfamidsäurehaltigem Entkalker gereinigt werden kann. Sulfamidsäure gilt als schädlich für Wasserorganismen.

Ein Kaffeevollautomat
Die Tester zählen den feinen Milchschaum zu den Pluspunkten der Jura E6. © Stiftung Warentest

„Sehr leckeren Cappuccino“ und guten Espresso erhält man den Testern zufolge auch mit der Nivona NICR 790, die notentechnisch gleichauf mit der Jura E6 ist. Für die einfache Handhabung und Zubereitung gibt es sogar die Bestnote. Die Maschine entkalke sehr schnell, aber auch hier empfehle der Anbieter nur sulfamidsäurehaltigen Flüssig­entkalker.

Die Nivona NICR 790 ist ebenfalls ein Vollautomat mit einer Auswahl von acht direkt wählbaren Kaffeespezialitäten, darunter Espresso, Caffè Crema und Latte Macchiato. Milchschaumgetränke bereitet das Gerät vollautomatisch zu, das „Aroma Balance System“ bietet mit drei Brühprofilen unterschiedliche Geschmacksnuancen.

Kaffeevollautomat bei Stiftung Warentest: Drittplatzierter besticht durch Preis

Die beiden Bestplatzierten haben eines gemeinsam: Mit einem mittleren Online-Preis von 749 Euro gehören sie zur mittleren Preiskategorie. Es geht aber günstiger, ohne dass es zulasten der Qualität gehen muss: Die De‘Longhi Magnifica Evo Next landet auf dem dritten Platz und ist für 500 Euro erhältlich. Bis zu 13 Mahlgrade enthält die vollautomatische Kaffeemaschine.

Eine spezielle Technologie erzeugt feinporigen Milchschaum in konstanter Temperatur, inklusive Automatikreinigung nach Gebrauch. Stiftung Warentest lobt die „Topqualität“: Die Maschine schäume die Milch sehr fein und cremig auf und die zwölf Kaffeespezialitäten ließen sich leicht über das Bedienfeld auswählen. Bemängelt wird hingegen, dass das Entkalken lange dauere.