• Nicht jede Ölheizung in Deutschland fällt unter die Austauschpflicht.
  • Brennwertheizungen zählen zu den Ausnahmen und gelten als besonders effizient.
  • Hybridheizungen kombinieren erneuerbare Energie mit einer Gas- oder Ölheizung.

Nicht immer ist der Tausch einer Gas- oder Ölheizung nötig. Gilt absehbar kein Brennkesselverbot oder wird die Heizung durch erneuerbare Energien ergänzt, spricht nichts gegen einen weiteren Betrieb. Zwar gibt es eine gesetzliche Austauschpflicht für Ölheizungen – sie zielt jedoch auf alte Systeme mit Konstanttemperaturkesseln ab und nicht auf neuere Brennwertsysteme. Was unterscheidet die Brennwerttechnik von alten Heizsystemen?

Öl-Brennwertheizung hat minimalen Wärmeverlust

Der große Vorteil einer Brennwertheizung gegenüber älteren Systemen ist der sogenannte Wärmetauscher. Prinzipiell arbeitet eine Ölheizung mit einer Brennwerttechnologie wie eine konventionelle Ölheizung – der Unterschied liegt im Detail. Bekanntermaßen fließt die Hitze vom Brenner in den Heizkreislauf und die Warmwasseraufbereitung.

Dabei entsteht Wasserdampf – bei alten Ölheizungen entweicht dieser aber über den Schornstein ungenutzt nach draußen. Doch bei einer neuen Öl-Brennwertheizung kommt ein Wärmetauscher zum Einsatz.

Wie funktioniert eine Ölheizung?

Eine Ölheizung erzeugt Wärme durch die Verbrennung von Heizöl. Das Heizöl wird aus einem Tank über eine Pumpe zum Brenner der Heizung transportiert, wo es mit Luft vermischt und verbrannt wird. Die entstehende Wärme wird über einen Wärmetauscher an das Heizwasser abgegeben, das wiederum Heizkörper oder Fußbodenheizungen versorgt. Moderne Ölheizungen arbeiten effizienter und können mit Brennwerttechnik auch die Abgaswärme nutzen

Heizkessel im Vergleich: Das zeichnet die Brennwerttechnik aus

Der Wärmetauscher in einer Ölheizung mit Brennwerttechnologie setzt die Wärme aus dem Wasserdampf in nutzbare Energie um. Damit reduziere sich der Heizölverbrauch um etwa 35 Prozent, berichtet das Sanitärunternehmen "Viessmann". Zudem ist es auch aus Klimasicht ein Vorteil, da die Wärme nicht einfach sinnlos in die Luft gelassen wird. Ölheizungen mit einer älteren Technologie – hierzu zählen vor allem Konstanttemperaturkessel – sind dagegen nicht mehr zeitgemäß und sollten erneuert werden.

ÖlheizungBrennwerttechnikNiedrigtemperaturvarianteKonstanttemperatur
Brennstoffkostenrund 2.100 Euro pro Jahrrund 2.200 Euro pro Jahrrund 2.400 Euro pro Jahr
Kosten2.500 Euro (ohne Montage)kaum noch im Verkaufkaum noch im Verkauf
Umweltumweltfreundlicher (effiziente Nutzung)kaum umweltfreundlichumweltschädlich
Wartungskosten250 Euro pro Jahr300 Euro pro Jahr300 Euro pro Jahr

Quellen: "Aroundhome" / "heizsparer.de" / "CO2online"

Statt Ölheizung: Diese Alternativen gibt es neben einer Wärmepumpe

Wer eine alte oder irreparable Ölheizung ersetzen muss, sollte sich keine Brennstoffheizung mehr einbauen. Zum einen steigt der CO₂-Preis an und macht das Heizen perspektivisch teurer. Zum anderen ist eine Wärmepumpe dank der Förderung nicht mehr arg viel teurer als eine Gas- oder Ölheizung. Und selbst in schlecht isolierten Altbauten kann eine Wärmepumpe effizient arbeiten, ohne, dass viel Geld in die Sanierung gesteckt werden muss.

Doch nicht immer muss eine Wärmepumpe die allerbeste Lösung sein. Ist etwa ein Wärmenetz vorhanden oder geplant, kann ein Fernwärmeanschluss die bessere Wahl sein. Vor allem in Großstädten rücken Wärmenetze in den Fokus. Weitere Alternativen sind Pellet- oder Hybridheizungen aus Stromheizung mit Photovoltaik oder Brennstoffen. Sie sind interessant, wenn kein Wärmenetz vorhanden ist und monotone Heizungen wie eine Wärmepumpe nicht möglich sind.

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Auch in einer Übergangsphase, wenn von einer Gas- oder Ölheizung auf eine Wärmepumpe umgerüstet werden soll, können die Hybridsysteme eine Option sein. Die Idee dahinter ist, so viel wie möglich mit erneuerbaren Energien zu heizten und die Gas- oder Ölheizung als Backup zu nutzen – etwa bei Minusgraden. In manchen Konstellationen kann eine Gas- oder Ölheizung auch für die Warmwasseraufbereitung genutzt werden.