Ernährung

FUNKE-Podcast: So geht gesunde Ernährung!

| Lesedauer: 6 Minuten
Elisabeth Jessen
Dr. Matthias Riedl räumt im neuen FUNKE-Podcast mit Mythen rund ums Essen auf.

Dr. Matthias Riedl räumt im neuen FUNKE-Podcast mit Mythen rund ums Essen auf.

Foto: FMG

Der renommierte Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl räumt im neuen Podcast auf mit Mythen rund ums Essen und gibt konkrete Tipps.

Hamburg. Matthias Riedl hat eine Mission – den Menschen gesunde Ernährung näherzubringen. „Essen ist die wichtigste Krankheitsursache geworden. Früher waren es Rauchen, Essen und Bewegungsmangel“, sagt der Ernährungsmediziner im neuen FUNKE-Podcast „Dr. Matthias Riedl - so geht gesunde Ernährung". Da habe sich langsam eine Katastrophe entwickelt – parallel zur Klimakrise –, die aber niemand richtig wahrhaben wolle.

„Wir müssen die Menschen aufklären, was die richtige Ernährung ist. Wir müssen Schluss machen mit Diäten, mit Halbwahrheiten und mit der Dr. XY-Methode. Wir wissen derzeit so viel über die richtige Ernährung wie noch nie. Aber dieses Wissen muss unter die Leute.“ Genau das sei sein Motor, sagt der Hamburger Experte. Vom 19. September an räumt der Ernährungsmediziner deshalb im neuen Podcast auf mit Mythen rund ums Essen und ums Abnehmen, und er gibt ganz konkrete Hilfestellungen, wie Sie Ihr Leben und Ihre Ernährung gesünder gestalten können.

FUNKE-Podcast: Falsche Ernährung hat Anteil an vielen Krankheiten

90 Prozent der Krankheiten entstünden durch falsches Verhalten, und dabei habe falsche Ernährung den größten Anteil“, sagt der Experte, der im NDR-Fernsehen seit Jahren als Ernährungs-Doc vielfältigste schwierige Fälle behandelt und bereits mehr als 30 Bestseller zum Thema geschrieben hat. Die falsche Ernährung habe Auswirkungen auf Gesundheit, Gewicht und Fitness – und sogar auf die Überlebenschancen bei einer Covid-Infektion, denn Adipositas bringe auch ein höheres Risiko für einen schweren Covid-Verlauf mit sich, sagt der Internist, Ernährungsmediziner und Diabetologe: „Essen kann krank machen! Oder andersherum auch die eigene Gesundheit stärken. Besonders die Volkserkrankungen wie Adipositas, Diabetes Typ 2 oder eine Fettleber könnten durch Ernährung verbessert werden.“

Grund für die starke Zunahme dieser ernährungsbedingten Krankheiten sind laut Riedl zum größten Teil der Einfluss der Fast-Foodindustrie und unsere Überflussgesellschaft allgemein. Viele ernährungsbedingte Krankheiten könnten bereits im Kindesalter entstehen, sagt der Ernährungs-Doc, der aber auch Mut machen will: „Es gibt kaum eine Erkrankung, die durch Ernährung nicht verbessert werden kann. Gleichzeitig können damit ganz viele Medikamente eingespart werden.“ Auch Nahrungsunverträglichkeiten wie Laktose-, Fruktose- oder Histaminintoleranz lassen sich seinen Angaben zufolge mit einer Ernährungstherapie verbessern. Außerdem könne eine Ernährungsumstellung bei den meisten Magen- und Darmerkrankungen, etwa Morbus Crohn, Zöliakie, Reizdarmsyndrom, Verstopfung oder Sodbrennen helfen.

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Matthias Riedl: „Beschäftigten uns fast nur mit den Auswirkungen falschen Essens“

Im Medicum Hamburg behandeln Matthias Riedl und seine Kollegen nach eigenen Angaben etwa 100.000 Patienten pro Jahr. „Wir beschäftigten uns fast nur mit den Auswirkungen falschen Essens“, sagt Riedl. Dafür fehle aber vielfach noch das Bewusstsein in der Gesellschaft, in der Politik und leider auch bei vielen Arztkollegen: „Es ist ein Riesen-Eisberg, und wir dampfen noch mit Vollgeschwindigkeit drauf zu.“

Er könne einfach nicht mitansehen, wie Menschen unwürdig leiden müssten, weil sie nicht ursächlich therapiert würden. In seiner Kindheit habe er wegen gesundheitlicher Probleme auf Anraten des Hausarztes rohe Leber essen müssen, erzählt der Mediziner, dabei steckte in Wahrheit eine Allergie hinter seinen Problemen. „Meine Mutter hat die verordnete Leber wenigstens gebraten, aber auch damals hätte der Arzt schon etwas über Allergien wissen können. Ich habe eine tiefe Abneigung gegen fehlende Fortbildung bei Medizinern.“

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Riedl, der auch einer der ersten Lehrbeauftragten für Ernährungsmedizin in Deutschland ist, ist selbst die beste Werbung für seine Mission – der Mediziner ist ausgesprochen schlank und macht sehr viel Sport, am liebsten im Fitnessstudio, geht aber auch gern snowboarden, surfen und im Freiwasser schwimmen. „Ein Friseur mit fettigen Haaren wäre ja auch kein Aushängeschild für seinen Laden“, sagt der 59-Jährige fröhlich.

Riedl: Viele Erwachsene essen einfach viel zu viel

Ein Grundproblem laut Riedl: Viele Erwachsene essen einfach viel zu viel, dabei komme jeder Mensch mit einem perfekten Sättigungsgefühl zur Welt. Das gehe vielen aber im Lauf der Jahre verloren, auch weil Kinder oft aufgefordert würden, ihren Teller leer zu essen. Aber das Sättigungsgefühl könne sich restaurieren. Ein weiteres Problem sieht der Ernährungsmediziner darin, dass viele Menschen ihr Essen zu schnell hinunterschlingen. „Bis sich ein Gefühl der Sättigung einstellt, vergehen 20 Minuten. Daher gilt der Rat, jeden Bissen 20- bis 30-mal zu kauen.“

Viele Menschen seien der Meinung, es sei ihnen nicht möglich, etwas an ihrem Gewicht und ihren Gewohnheiten zu verbessern, sagt Riedl, doch Ausreden lässt er nicht gelten: „Man kann immer anfangen, seinen Lebensstil und seine Ernährung zu ändern. Viele Menschen haben diesbezüglich keine Kompetenzen, aber die können wir im Podcast vermitteln.“ Das Credo des Ernährungs-Docs lautet dabei: „Es gibt keine Verbote, die angepeilten Veränderungen müssen auf jeden Menschen individuell abgestimmt sein.

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Bislang werden Verhaltensänderungen zu autoritär verordnet, aber es geht einfach darum, das negative Verhalten runter- und das gute hochzufahren.“ Um das eigene Verhalten zu ändern, sollte man laut Riedl deshalb am Anfang nur ein Problem angehen, beispielsweise den Zuckerkonsum zu reduzieren. „Man kann sich eines nach dem anderen vornehmen, sonst hält man es nicht durch.“ Und noch eines gibt er allen Lesern und Hörern mit auf den Weg: „Man ist nie zu alt, um anzufangen.“

Den Podcast finden Sie ab 19. September auf allen gängigen Plattformen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.