Ab Januar 2027 können Sparer mit dem neuen Altersvorsorgedepot staatlich gefördert in Fonds und ETFs für den Ruhestand investieren. Neben Zuschüssen gibt es steuerliche Vorteile. Die Konditionen legen die jeweiligen Anbieter fest. Schon mehrere Anbieter haben erste Angebote vorgestellt, darunter Comdirect, ING und Scalable Capital. Jetzt zieht der Berliner Neobroker Trade Republic nach und kündigt an, eine Variante ohne laufende Kosten anzubieten. Zudem können sich Kunden ab sofort auf eine Warteliste setzen lassen.
Wie das Unternehmen mitteilt, sollen weder für die Depotführung noch für die regelmäßige Ausführung von Sparplänen Gebühren anfallen. Bei ausgewählten ETFs von Blackrock (iShares), DWS und Vanguard sollen außerdem die laufenden Produktkosten „langfristig“ entfallen. Laut der Nachrichtenagentur „dpa“ betrifft das mehr als 50 ETFs. Die entsprechenden Beträge sollen monatlich wieder angelegt werden. Normalerweise werden die laufenden Fondskosten dem Fondsvermögen entnommen und mindern dadurch die Rendite.
Kostenloses Altersvorsorgedepot bei Trade Republic: Auf die Fondsauswahl kommt es an
Laut dpa soll das kostenlose Modell sowohl für ein Standarddepot als auch für ein freies Altersvorsorgedepot gelten. Beim Standarddepot gibt der Anbieter die Geldanlage vor. Beim freien Depot wählen Sparer ihre Fonds selbst aus.
Entscheidend ist demnach die Fondsauswahl: Die Befreiung von Produktkosten gilt nur für ausgewählte ETFs. Wer andere ETFs oder aktiv verwaltete Fonds besparen möchte, muss deren laufende Produktkosten gegebenenfalls selbst tragen. Depotführung und Sparplanausführung sollen weiterhin gebührenfrei bleiben. Vollständig kostenlos ist das Angebot also nur bei entsprechender Fondsauswahl. Welche ETFs konkret dazugehören, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor.
Auch die Dauer der Kostenbefreiung bleibt unklar: Trade Republic spricht von „langfristig“, nennt aber keinen konkreten Zeitraum.
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Altersvorsorgedepot: Staatliche Zulagen nicht nur bei Trade Republic
Unabhängig vom Anbieter gelten beim Altersvorsorgedepot dieselben gesetzlichen Förderregeln. Für die ersten 360 Euro, die unmittelbar Förderberechtigte im Jahr selbst einzahlen, gibt der Staat jeweils 50 Cent pro Euro dazu. Für weitere Einzahlungen von bis zu 1440 Euro beträgt der Zuschuss 25 Cent je Euro. Wer jährlich 1800 Euro einzahlt – umgerechnet 150 Euro im Monat –, erhält damit die maximale Grundzulage von 540 Euro. Voraussetzung ist grundsätzlich eine jährliche Mindesteinzahlung von 120 Euro.
Für Eltern sind bei entsprechenden Einzahlungen zusätzlich bis zu 300 Euro Kinderzulage pro Kind und Jahr möglich. Wer vor seinem 25. Geburtstag einen Vertrag abschließt, kann außerdem einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro erhalten.
Während der Ansparphase bleiben die Kapitalerträge steuerfrei – die späteren Leistungen werden dagegen besteuert. Beiträge und Zulageanspruch können zudem in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Das Finanzamt prüft, ob über die Zulagen hinaus ein zusätzlicher Steuervorteil besteht. Weitere Informationen finden Sie im Ratgeber „Altersvorsorgedepot: Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick“.
Für den Vergleich der Anbieter kommt es deshalb vor allem auf deren konkrete Konditionen an. Bei Trade Republic ist dabei die ETF-Auswahl der entscheidende Punkt: Wer einen der begünstigten Fonds besparen möchte, soll das ohne die genannten laufenden Kosten tun können. Auch andere Anbieter wie Konkurrent Scalable Capital locken mit keinen oder geringen Kosten. Unabhängig davon gilt: Kostenfreiheit schützt nicht vor Anlageverlusten. Beim Altersvorsorgedepot gibt es keine Kapitalgarantie. Der Wert der Fonds und ETFs kann schwanken.
Quellen:
Pressemitteilung von Trade Republic im Oktober 2026
Mitteilung über dpa im Oktober 2026




