Die ING hat die Konditionen für ihr Altersvorsorgedepot vorgestellt: Zum Start am 1. Januar 2027 will die Direktbank zwei Varianten anbieten und bei beiden auf Depotführungs- und Ordergebühren verzichten. Anleger können ihre Geldanlage entweder selbst zusammenstellen oder über zwei vorgegebene ETFs vorsorgen. Fondskosten fallen in beiden Fällen an. Fabian Behnke, Anlageprofi beim Vermögensverwalter Vanguard, rät Interessenten, vor einem Abschluss die Angebote gründlich zu vergleichen.

Das neue Altersvorsorgedepot soll helfen, die Rentenlücke zu schließen. Der Staat fördert das private Sparen mit einer jährlichen Grundzulage von bis zu 540 Euro. Hinzu kommen gegebenenfalls Kinderzulagen und ein Berufseinsteigerbonus. Mehr Informationen zu Zulagen, Kosten und weiteren Aspekten des Altersvorsorgedepots finden Sie in einem separaten Artikel.

ING-Altersvorsorgedepot: Diese zwei Varianten bietet die Direktbank ab Januar 2027

Die ING unterscheidet zwischen dem „Altersvorsorgedepot Aktiv“ für Anleger, die ihre Investments selbst auswählen möchten, und dem „Altersvorsorgedepot Relax“, bei dem eine bestimmte Auswahl bereits getroffen wurde. Beide Varianten sollen ab dem 1. Januar 2027 vollständig digital abschließbar sein.

ETFs sind ein beliebter Baustein für den langfristigen Vermögensaufbau.
ETFs sind ein beliebter Baustein für den langfristigen Vermögensaufbau.© Getty Images/iStockphoto | gopixa

Im „Aktiv-Depot“ sollen Anleger aus mehr als 1000 ETFs sowie einer breiten Auswahl an Fonds wählen können. Mehrere Produkte sollen sich gleichzeitig besparen lassen. Die laufenden Fondskosten, angegeben als Gesamtkostenquote (TER), beginnen laut ING bei 0,03 Prozent pro Jahr. Wie hoch sie tatsächlich ausfallen, hängt von den gewählten Produkten ab.

Beim „Relax-Depot“ fließt das Geld in zwei weltweit breit streuende, aktiv verwaltete ETFs. Anleger bestimmen das Verhältnis von Aktien und Anleihen. Die Zusammensetzung innerhalb der Fonds wird aktiv vom Investmentteam der ING gesteuert. Die laufenden Fondskosten betragen laut der Direktbank 0,20 Prozent pro Jahr.

Altersvorsorgedepot bei ING prüfen

ING

Altersvorsorgedepot bei ING prüfen

Zum Angebot*

Kosten beim ING-Altersvorsorgedepot: Diese Gebühren entfallen

Für beide Varianten kündigt die ING an, keine Depotführungs-, Wechsel- oder Ordergebühren zu verlangen. Auch Einmalzahlungen, Umschichtungen und Sparplanausführungen sollen ohne zusätzliche Bankgebühren möglich sein. Nach Angaben der Direktbank fallen ausschließlich die Produktkosten der gewählten ETFs beziehungsweise Fonds an.

Die monatliche Sparrate beginnt bei zehn Euro und lässt sich anpassen. Zusätzlich sind Einmalzahlungen möglich. Für bestehende Riester-Verträge plant die ING im Laufe des Jahres 2027 einen digitalen Wechselservice. Kunden sollen ihr Altersvorsorgedepot bereits zum Marktstart eröffnen und einen bestehenden Riester-Vertrag später übertragen können.

Fassade ING Filiale Niederlande Arnhem
Die ING will beim Altersvorsorgedepot auch einen Großteil der Kosten erlassen.© Getty Images | iStock/DutchScenery

ING-Starteliste: 50 Euro Bonus unter Bedingungen

Wer nicht verpassen will, wenn die ING den Startschuss für ihr Altersvorsorgedepot gibt, kann sich jetzt bei der Direktbank auf eine Warteliste eintragen. Die ING will per E-Mail informieren, sobald es Neuigkeiten gibt. Für anspruchsberechtigte Neukunden kündigt die Bank zudem einen einmaligen Startbonus von 50 Euro an. Voraussetzung ist, dass sie sich noch 2026 in die Liste eintragen und bis zum 15. Februar 2027 ein Altersvorsorgedepot eröffnen.

Bitte beachten:

Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung.

Behnke rät Interessenten allerdings, nichts zu überstürzen. „Anlegerinnen und Anleger sollten sich beim Altersvorsorgedepot nicht unter Zeitdruck setzen lassen“, sagt der Experte. Einige Anbieter würden mit prominenter Werbung den Eindruck vermitteln, dass eine Entscheidung schnellstmöglich getroffen werden muss. Es besteht allerdings kein Grund zur Eile: „Im Hinblick auf die Förderung macht es keinen Unterschied, ob das Altersvorsorgedepot am 1. Januar 2027 oder erst später im Jahr eröffnet wird“, so Behnke. Wer genügend Geld einzahlt, erhält auch die vollen Zuschüsse. Gleiches gilt für das Altersvorsorgedepot der Comdirect, die ebenfalls mit einer Warteliste und einer Prämie lockt.

ING-Altersvorsorgedepot: Kosten entscheidender Faktor

Sparerinnen und Sparer sollten sich ausreichend Zeit für ihre Entscheidung nehmen. Wichtiger als ein schneller Vertragsabschluss sei ein ausführlicher Vergleich. Der Grund: „Die konkreten Angebote dürften sich in ihrer Ausgestaltung, ihren Kosten und den verfügbaren Anlagemöglichkeiten teilweise erheblich unterscheiden“, sagt Behnke. Ein entscheidender Faktor bei der Wahl des Altersvorsorgedepots wäre neben den langfristigen Gebühren auch die persönliche Anlagestrategie. Trotz der Rentenlücke sei die Altersvorsorge „ein Marathon, kein Sprint“.

Was bedeutet das *-Symbol im Text?

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Das bedeutet: Wenn Sie auf einen Link mit Sternchen-Symbol klicken und darüber einkaufen, erhalten wir eine Provision. Für Sie entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten. Diese Einnahmen helfen uns, hochwertigen Journalismus weiterhin kostenfrei anzubieten.

Bei der ING stellt sich damit auch die Frage, wie viel der Anleger selbst entscheiden möchte. Im „Aktiv-Depot“ wählt und gewichtet er seine Fonds eigenständig. Beim „Relax-Depot“ beschränkt sich die Auswahl auf das Verhältnis zwischen Aktien und Anleihen innerhalb der vorgegebenen Lösung. Der Einstiegspreis von 0,03 Prozent beim „Aktiv-Depot“ gilt dabei für die günstigsten Produkte und ist keine pauschale Gebühr für jede Zusammenstellung.

Bei den Fondskosten haben Trade Republic und Scalable Capital bereits ähnliche Angebote für das Altersvorsorgedepot angekündigt. Trade Republic verzichtet auf Depot- und Sparplangebühren und übernimmt bei mehreren Dutzend ausgewählten ETFs auch die laufenden Produktkosten. Mehr über das Angebot von Trade Republic lesen Sie in einem separaten Text.

Altersvorsorgedepot bei Trade Republic

Trade Republic

Altersvorsorgedepot bei Trade Republic

Zum Angebot*

Scalable Capital erstattet diese Kosten bei ausgewählten ETFs über seinen „Rentenbonus“ und legt das Geld wieder an. Im Standarddepot von Scalable entfallen die ETF-Kosten zunächst bis Ende 2027. Wer passende ETFs auswählt, kann bei beiden Brokern somit unter den von der ING angekündigten laufenden Fondskosten bleiben. Die Kostenübernahme gilt allerdings nicht für das gesamte ETF-Angebot.

Altersvorsorgedepot bei Scalable Capital abschließen

Scalable Capital

Altersvorsorgedepot bei Scalable Capital abschließen

Zum Angebot*

Sparerinnen und Sparer müssen nicht auf Altersvorsorgedepot warten

Wer schon jetzt etwas für seine Altersvorsorge tun will, muss nicht auf die staatlich geförderte Lösung warten. Die Verbraucherzentralen empfehlen zum Vermögensaufbau Sparpläne auf Aktien-ETFs. Bei der Auswahl der Produkte sollten Anlegerinnen und Anleger auf eine breite weltweite Streuung und niedrige Kosten achten. Bekannte Beispiele sind ETFs auf den FTSE Developed World Index oder den MSCI World Index, die es schon ab einer jährlichen Gebühr von 0,05 Prozent gibt. Entsprechende Indexfonds lassen sich beispielsweise ab einer monatlichen Rate von einem Euro auch im Depot der ING besparen.

Quellen

„Altersvorsorge“, in: ING. Zuletzt abgerufen am 26.10.2026

Gespräch mit Fabian Behnke von Vanguard im Juli 2026

ETF-Kauf: Auf diese Kriterien sollten Sie bei der Auswahl achten, in: Verbraucherzentrale. Zuletzt abgerufen am 2. Juli 2026.