Das Geld auf einem Tagesgeldkonto zu parken, kann sich für Sparerinnen und Sparer angesichts der aktuellen Zinsentwicklung wieder lohnen. Auf dem Markt haben mehrere Banken ihre Konditionen zuletzt angehoben. Inzwischen bieten sieben Geldhäuser mindestens 4 Prozent Tagesgeld-Zinsen. Zwei weitere liegen mit 3,95 beziehungsweise 3,91 Prozent nur knapp darunter. Der Spitzenzins beträgt weiterhin 4,25 Prozent.
Doch ein hoher Tagesgeldzins allein sagt noch nichts darüber aus, ob ein Angebot zu den eigenen Sparzielen passt. Aktionszinsen sind häufig zeitlich begrenzt, gelten ausschließlich für Neukundinnen und Neukunden oder setzen zusätzliche Bedingungen voraus. Auch beim Anschlusszins, der Zinsgarantie und der Einlagensicherung gibt es Unterschiede. Welches Tagesgeldkonto sich eignet, hängt somit von den individuellen Sparzielen, der gewünschten Flexibilität und den jeweiligen Konditionen ab. Ein genauer Vergleich hilft, die Angebote besser einzuordnen.
Tagesgeld: Neun Banken bieten Zinsen von rund vier Prozent
Bei den Tagesgeld-Angeboten für Neukundinnen und Neukunden liegt aktuell Revolut* mit 4,25 Prozent p. a. vorn. Dahinter folgt die Bigbank* mit 4,15 Prozent. Die Renault Bank* bietet 4,10 Prozent. Jeweils 4,00 Prozent zahlen Chase*, die Sparda-Bank Nürnberg, die Ayvens Bank und neuerdings Openbank*. Knapp dahinter folgen die Opel Direktbank* mit 3,95 Prozent und die Ikano Bank* mit 3,91 Prozent.
Die Konditionen der sechs Anbieter im Überblick:
| Bank | Zinssatz | Zinsgarantie | Anschlusszins | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Revolut | 4,25 % p. a. | bis zu 4 Monate | bis zu 2,5 % p. a. | Girokonto erforderlich |
| Bigbank | 4,15 % p. a. | 4 Monate | 2,25 % p. a. | Steuererklärung beachten |
| Renault Bank | 4,10 % p. a. | 4 Monate | 2,00 % p. a. | keine |
| Sparda-Bank Nürnberg | 4,00 % p. a. | 6 Monate | 1,0 % p. a. | Girokonto erforderlich |
| Chase | 4,00 % p. a. | 4 Monate | 2,0 % p. a. | keine |
| Openbank | 4,00 % p. a. | 4 Monate | 2,00 % p. a. | Girokonto erforderlich |
| Ayvens Bank | 4,00 % p. a. | 3 Monate | 2,30 % p. a. | Steuererklärung beachten |
| Opel Direktbank | 3,95 % p. a. | 3 Monate | 1,35 % p. a. | keine |
| Ikano Bank | 3,91 % p. a. | 3 Monate | 1,51 % p. a. | keine |
Weitere Informationen zu den Tagesgeldkonten der Ikano Bank und von Chase bietet der direkte Vergleich beider Angebote. Auch die Konditionen von Revolut und Chase hat die Redaktion im Detail verglichen, ebenso das Angebot von Revolut und der Renault Bank. Einen Vergleich der Autobanken gibt es in einer weiteren Übersicht. Einen klaren Sieger gibt es im Duell der Tagesgeld-Angebote der Renault Bank und der Ikea-Hausbank.
Doch die Zinssätze können sich schnell ändern. Über aktuelle Zinsanpassungen wichtiger Banken bei Tagesgeld- und Festgeld-Angeboten informiert der Spar-Ticker.
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Tagesgeld: Hohe Zinsen teilweise nur mit einem Girokonto
Einige Banken gewähren ihre Aktionszinsen nur unter zusätzlichen Bedingungen. Das ist bei drei der neun Angebote der Fall: bei Revolut, der Sparda-Bank Nürnberg und Openbank. Bei der Sparda-Bank Nürnberg gilt die Verzinsung für das Girokontomodell „SpardaGiroWertvoll“, das 9,90 Euro monatlich kostet.
Verbraucherinnen und Verbraucher sollten bei Angeboten mit Girokonto-Pflicht aber nicht nur mögliche Kosten beachten. Zu viele Girokonten können sich negativ auf den Schufa-Score auswirken. Sie werden der Auskunftei gemeldet, falls ein Überziehungsrahmen besteht. Reine Guthabenkonten wie fürs Tagesgeld sind hingegen unbedenklich. Der eigene Schufa-Score mit allen Einträgen lässt sich kostenlos über Bonify* prüfen und optimieren.
Auch bei Revolut ist die Eröffnung eines Girokontos erforderlich. Dabei stehen mehrere Tarifvarianten zur Wahl, darunter auch eine kostenfreie Basisversion. Um anschließend ein Tagesgeldkonto einzurichten, haben neue Kundinnen und Kunden nach der Kontoeröffnung 30 Tage Zeit. Während dieses ersten Monats wird der beworbene Sonderzins ohne zusätzliche Bedingungen gewährt.
Danach muss innerhalb jedes weiteren 30-Tage-Zeitraums mindestens dreimal mit der Karte bezahlt werden, wobei jede Transaktion einen Wert von wenigstens 5 Euro haben muss. Werden diese Vorgaben nicht erfüllt, gilt ab dem darauffolgenden Monat der reguläre Zinssatz des jeweils ausgewählten Girokontomodells. Die Schufa spielt bei Revolut immerhin keine Rolle.
Bei Openbank müssen Neukunden zunächst das kostenlose Girokonto „BestGiro“ eröffnen. Das Tagesgeldkonto kann direkt während der Kontoeröffnung mitbeantragt werden. Für das Girokonto fallen keine Kontoführungsgebühren an, ein Mindestgeldeingang ist nicht erforderlich.

Ohne zusätzliches Girokonto kommen Renault Bank, Bigbank, Chase, Ayvens Bank, Opel Direktbank und Ikano Bank aus. Bei der Ikea-Hausbank gibt es die Sonderkonditionen auch für Bestandskunden, die bei der Direktbank bisher noch kein „Fleks Horten“-Tagesgeldkonto geführt haben.
Ein Tagesgeld-Angebot mit langer Zinsbindung
Neben dem Zinssatz ist wichtig, wie lange die Konditionen garantiert sind. Hier liegt unter den neun Angeboten die Sparda-Bank mit einer Zinsbindung von sechs Monaten vorn. Bigbank, Renault Bank, Chase und Openbank gewähren ihre Aktionszinsen jeweils für vier Monate. Bei Revolut läuft der Aktionszeitraum bis zu vier Monate. Opel Direktbank, Ikano Bank und Ayvens Bank garantieren ihre Sonderkonditionen für drei Monate.

Eine lange Zinsbindung sorgt für Planungssicherheit und erspart häufige Wechsel des Tagesgeldkontos. Neben dem Tagesgeld der Sparda-Bank gibt es weitere Angebote mit langer Zinsgarantie. Entsprechende Aktionen zeigt der Ratgeber „Tagesgeldkonten mit langer Zinsgarantie“ im Detail.
Tagesgeld-Zinsen für Bestandskunden: Revolut und Ayvens weit vorne
Beim Aktionszinssatz liegt Revolut vor der Konkurrenz. Doch auch der Zinssatz nach Ende der Aktion kann bei der Auswahl eine Rolle spielen. Bei Revolut sind je nach gewähltem Kontomodell bis zu 2,50 Prozent möglich. Dahinter folgen die Ayvens Bank mit aktuell 2,30 Prozent und die Bigbank mit 2,25 Prozent. Chase, Renault Bank und Openbank zahlen derzeit jeweils 2,00 Prozent.
Die Ikano Bank kommt auf 1,51 Prozent. Bei der Opel Direktbank beträgt der aktuelle Bestandskundenzins 1,35 Prozent. Bei der Sparda-Bank liegt er bei 1,00 Prozent – dort allerdings erst ab einem Guthaben von 10.000 Euro. Bei den Anschlusszinsen handelt es sich um variable Konditionen. Sie können sich daher bis zum Ende der jeweiligen Zinsgarantie verändern.
Tagesgeld: Zinsen täglich, monatlich oder jährlich?
Unterschiede gibt es bei den neun Angeboten auch beim Intervall der Zinszahlungen. Ungewöhnlich ist die tägliche Gutschrift bei Revolut. Chase, Renault Bank, Ayvens Bank, Openbank und Opel Direktbank schütten die Zinserträge monatlich aus. Bei der Sparda-Bank erfolgt die Zinsbuchung vierteljährlich. Ikano Bank und Bigbank schreiben die Erträge einmal im Jahr gut.
Die Häufigkeit der Ausschüttung sollten Sparerinnen und Sparer allerdings nicht überbewerten. Denn auch bei einer möglichen Wiederanlage der Zinsen sind die Auswirkungen auf die Rendite bei kurzen Anlagezeiträumen eher gering. Eine Beispielrechnung bietet der Ratgeber „Tagesgeld-Zinsen pro Jahr oder Monat?“. Anders sieht es aus, wenn die Zinsen zur Deckung des Lebensunterhalts dienen sollen. Dann kann ein engeres Intervall von Vorteil sein.
Vier Tagesgeld-Angebote mit deutscher Einlagensicherung
Alle neun Angebote unterliegen einer gesetzlichen Einlagensicherung. Im Insolvenzfall sind grundsätzlich Guthaben bis zu 100.000 Euro je Kunde und Bank abgesichert. Unterschiede gibt es beim zuständigen Sicherungssystem.
Die Sparda-Bank Nürnberg, Revolut, Chase und Openbank stehen unter dem deutschen Schutzschirm. Die Ikano Bank gehört dem schwedischen Sicherungssystem an, die Renault Bank und die Opel Direktbank dem französischen. Bei der Ayvens Bank greift die niederländische und bei der Bigbank die estnische Einlagensicherung.
Bei der Opel Direktbank gibt es eine Besonderheit: Opel Direktbank und Stellantis Direktbank sind zwei Marken derselben Stellantis Bank SA Niederlassung Deutschland. Guthaben bei beiden Marken werden deshalb für die gesetzliche Sicherungsgrenze zusammengerechnet. Wer beispielsweise bereits 60.000 Euro bei der Stellantis Direktbank angelegt hat und zusätzlich 60.000 Euro bei der Opel Direktbank hält, kommt insgesamt auf 120.000 Euro. Davon fallen grundsätzlich nur 100.000 Euro unter die gesetzliche Einlagensicherung.

Angebote mit deutscher Einlagensicherung gelten als besonders sicher, weil dahinter der deutsche Staat mit seiner hohen Finanzkraft steht. Dieser könnte einspringen, wenn ein Einlagensicherungsfonds im Fall einer schweren Bankenkrise überfordert ist. Eine Garantie auf ein staatliches Eingreifen gibt es allerdings nicht. Die Rating-Agentur Standard & Poor’s bewertet die Bonität Deutschlands mit der Top-Note AAA. Auch Schweden und die Niederlande verfügen über die Höchstnote. Frankreich fällt mit einer Bewertung von A+ etwas ab. Auch Estland liegt bei A+. Welche weiteren Tagesgeld-Angebote einen deutschen Schutzschirm bieten, lesen Sie im Artikel „Tagesgeld aus Deutschland“. Mehr zur Einlagensicherung erklärt der Ratgeber „So sicher sind Tagesgeld und Festgeld“.
Tagesgeld-Zinsen: Große Unterschiede bei den Höchstbeträgen
Je nach Höhe der Spareinlage ist auch wichtig, bis zu welchem Betrag der Aktionszins gilt. Besonders viel Spielraum bietet die Opel Direktbank – mit bis zu einer Million Euro. Chase und Ayvens erlauben ebenfalls hohe Anlagebeträge. Bei Chase gilt der Aktionszins bis 500.000 Euro. Bei Bigbank und Renault Bank liegt die relevante Grenze bei jeweils 250.000 Euro. Openbank zahlt die 4,00 Prozent auf Guthaben bis 100.000 Euro. Beträge oberhalb dieser Grenze werden aktuell mit 2,00 Prozent verzinst. Auch bei der Ikano Bank gilt der Aktionszins bis 100.000 Euro. Bei der Sparda-Bank Nürnberg liegt die Grenze bei 50.000 Euro, bei Revolut bei 25.000 Euro.
Hohe mögliche Anlagesummen sollten jedoch nicht mit einer entsprechend hohen gesetzlichen Absicherung verwechselt werden. Unabhängig von der maximal verzinsten Summe sind grundsätzlich nur bis zu 100.000 Euro je Kunde und Bank gesetzlich geschützt. Wer größere Beträge anlegt, kann das Risiko durch eine Verteilung auf mehrere Institute begrenzen.
Tagesgeld-Zinsen: Bei Ayvens und Bigbank ist die Steuererklärung wichtig
Bei Banken aus dem Ausland kann es bei der Steuer Besonderheiten geben – beispielsweise, wenn bei den Erträgen kein Steuerabzug erfolgt. Kundinnen und Kunden müssen Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag plus gegebenenfalls Kirchensteuer dann über die Anlage KAP in der Steuererklärung abführen.
Das betrifft nur zwei Anbieter in diesem Vergleich: Sowohl die Ayvens Bank als auch die Bigbank führen für in Deutschland steuerpflichtige Kunden keine deutsche Kapitalertragsteuer ab. Die Zinserträge müssen deshalb grundsätzlich in der Steuererklärung angegeben werden.

Bei Renault Bank, Revolut, Chase, Sparda-Bank Nürnberg, Ikano Bank, Opel Direktbank und Openbank erfolgt die Besteuerung dagegen nach den üblichen deutschen Regeln. Sofern kein Freistellungsauftrag oder eine Nichtveranlagungsbescheinigung vorliegt, wird die Steuer von der Bank einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.
Der Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person beziehungsweise 2000 Euro bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren kann auch für Zinserträge von Ayvens und Bigbank genutzt werden. Da die Banken die deutsche Steuer nicht selbst abführen, erfolgt die Berücksichtigung in diesem Fall über die Steuererklärung.
Tagesgeldkonto: Neun Angebote – unterschiedliche Stärken
Welches Tagesgeldkonto am besten passt, hängt von den eigenen Prioritäten ab. Den höchsten Aktionszins bietet derzeit Revolut* mit 4,25 Prozent. Dafür sind ein Girokonto und nach dem ersten Monat regelmäßige Kartenzahlungen nötig.
Die Bigbank* folgt mit 4,15 Prozent für vier Monate und einem Anschlusszins von aktuell 2,25 Prozent. Ein Girokonto ist nicht nötig, die Zinserträge müssen aber selbst versteuert werden. Die Renault Bank* bietet 4,10 Prozent für vier Monate und kommt ebenfalls ohne zusätzliches Girokonto aus.
Wer möglichst lange Planungssicherheit sucht, findet sie bei der Sparda-Bank Nürnberg mit 4,00 Prozent für sechs Monate. Dafür ist ein Girokonto Voraussetzung. Chase* und Openbank* zahlen ebenfalls 4,00 Prozent für vier Monate, bei Openbank ist ebenfalls ein Girokonto nötig.
Die Ayvens Bank bietet 4,00 Prozent für drei Monate und danach aktuell 2,30 Prozent, verlangt aber eine eigene Versteuerung der Zinserträge. Die Opel Direktbank* liegt mit 3,95 Prozent nur knapp darunter, fällt mit 1,35 Prozent Anschlusszins aber etwas zurück. Die Ikano Bank* bildet mit 3,91 Prozent das Ende des Vergleichs.
Entscheidend ist deshalb nicht nur der Spitzenzins. Auch Zinsgarantie, Anschlusszins, Zusatzbedingungen, Steuer und Einlagensicherung sollten in die Auswahl einfließen.
Die neun Tagesgeld-Angebote liegen derzeit im oberen Bereich des Marktes. Im Tagesgeld-Vergleich und im Tagesgeld-Rechner unter diesem Absatz folgen weitere Geldhäuser mit niedrigeren Aktionszinsen.
Quellen
Tagesgeld-Vergleich im September: Bis zu 4,25 Prozent Zinsen sind möglich, in: Berliner Morgenpost. Zuletzt abgerufen am 30.09.2026
Amerikanische Bank startet mit 4,0 Prozent Tagesgeld-Zinsen in Deutschland, in: Berliner Morgenpost. Zuletzt abgerufen am 30.09.2026


