Wer aktuell nach Tagesgeld sucht, stößt schnell auf die Angebote von Chase und Revolut. Beide bieten Zinssätze mit einer Vier vor dem Komma und liegen in vielen Vergleichen an der Spitze. Doch für welche Bank sollten sich Sparerinnen und Sparer entscheiden? Wir haben beide Tagesgeldkonten verglichen. Dabei zeigt sich: Die Anbieter unterscheiden sich in wichtigen Details, die Sparer bei der Wahl ihres Tagesgeldkontos berücksichtigen sollten.

Revolut vs. Chase: Tagesgeld-Zinsen im Überblick

In unserem Tagesgeld-Vergleich ist Revolut aktuell mit 4,25 Prozent Zinsen p. a. der Spitzenreiter. Chase* folgt 4,0 Prozent p. a. auf Platz zwei. Außen vor ist in diesem Duell die Sparda-Bank Nürnberg. Diese bietet zwar ebenfalls 4,0 Prozent Tagesgeld-Zinsen, verlangt aber die Eröffnung eines kostenpflichtigen Girokontos. Das kommt für die wenigsten Sparerinnen und Sparer in Frage. Die Konditionen von Chase und Revolut auf einen Blick:

BankZinssatzZinsgarantieAnschlusszinsBesonderheiten
Revolut4,25 % p. a.bis zu 4 Monatebis zu 2,5 % p. a.Girokonto erforderlich
Chase 4,00 % p. a.4 Monate2,0 % p. a.keine

Chase vs. Revolut: Welche Bedingungen gelten fürs Tagesgeld-Angebot?

Chase hält die Sache einfach: Die Bedingungen gelten für alle neuen Kundinnen und Kunden, weitere Voraussetzungen gibt es nicht. Bei Revolut sieht das anders aus. Das Tagesgeld-Angebot richtet sich ebenfalls ausschließlich an neue Nutzerinnen und Nutzer, aber die Neobank stellt noch einige weitere Bedingungen. Zunächst ist die Eröffnung eines Girokontos erforderlich, weil das Tagesgeldkonto daran angeschlossen ist.

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Beim Girokonto stehen verschiedene Modelle zur Wahl, unter anderem ein kostenloser Standard-Tarif. Allerdings ist es mit der Eröffnung allein nicht getan. Danach bleibt für die Eröffnung des Tagesgeldkontos ein Monat Zeit. In den ersten 30 Tagen müssen Kunden und Kundinnen keine weiteren Voraussetzungen für den Aktionszins erfüllen. Damit der Aktionszins allerdings weiter gilt, sind danach alle 30 Tage mindestens drei Kartenzahlungen mit einer Summe ab 5 Euro nötig. Ansonsten greift ab dem Folgemonat automatisch der reguläre Zinssatz des gewählten Girokonto-Tarifs.

Revolut vs. Chase: Bestandskunden-Zinsen bei bis zu 2,5 Prozent

Revolut Bank Zentrale London
Bei Revolut ist der Anschlusszins davon abhängig, welches Girokontenmodell Kundinnen und Kunden gewählt haben.© Getty Images | coldsnowstorm

Sparerinnen und Sparer sollten bei der Auswahl des Tagesgeld-Angebots auch darauf achten, was nach Ablauf der Zinsgarantie passiert. Bei Chase ist die Sache erneut einfach: Es greift ein variabler Bestandskundenzinssatz, der aktuell bei 2,0 Prozent p. a. liegt. Bei Revolut ist der Anschlusszins davon abhängig, welches Girokontenmodell Kundinnen und Kunden gewählt haben. Folgende Zinssätze gelten:

  • Standard und Plus: 2,25 Prozent p. a. auf Guthaben bis 5000 Euro. Darüber: 1,25 Prozent.
  • Premium: 2,25 Prozent bis 10.000 Euro. Darüber: 1,50 Prozent.
  • Metal: 2,25 Prozent
  • Ultra: 2,50 Prozent bis 100.000 Euro. Darüber: 2,25 Prozent.

Revolut vs. Chase: Deutsche Einlagensicherung greift beim Tagesgeld

Bei der Einlagensicherung unterscheiden sich die beiden Angebote nicht: Es greift jeweils die gesetzliche Einlagensicherung Deutschlands, die Beträge von bis zu 100.000 Euro je Kunde abdeckt.

Der deutsche Schutzschirm gilt als besonders sicher, weil hinter ihm der deutsche Staat mit seiner hohen Finanzkraft steht. Falls der Einlagensicherungsfonds bei einer systemischen Bankenkrise überfordert wäre, könnte Deutschland noch eingreifen und Guthaben retten. Ein Recht oder eine Garantie auf eine staatliche Intervention gibt es allerdings nicht. Mehr dazu im Ratgeber „So sicher sind Tagesgeld und Festgeld“.

Revolut vs. Chase: Zinsen, Steuern, Maximalbetrag und mehr

Ein wichtiger Punkt beim Tagesgeld sind auch die Steuern. Ausländische Banken zahlen Zinsen häufig brutto aus, also ohne Abzug von Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Außerdem fehlt dann die Möglichkeit, einen Freistellungsauftrag einzurichten. Die Folge: Kundinnen und Kunden müssen die Anlage KAP der Steuererklärung abgeben, um alles nachzuversteuern und den Sparerpauschbetrag geltend zu machen. Bei Chase und Revolut entfällt derartiger Zusatzaufwand, beide Angebote sind steuereinfach. Tipps für die Besteuerung von Kapitalerträgen gibt ein Steuerexperte.

Steuererklärung Hauptbogen Kugelschreiber
Die Tagesgeld-Angebote von Chase und Revolut sind steuereinfach.© Getty Images | Filmfoto

Einen Unterschied gibt es im Intervall der Zinszahlungen. Revolut schreibt die Erträge täglich gut, während Chase monatlich ausschüttet. Sparerinnen und Sparer sollten dem allerdings nicht zu viel Bedeutung zumessen, da der Rendite-Unterschied über kurze Anlagezeiträume minimal ist, wie eine Berechnung zeigt. Wichtiger sind die Grenzen, für welche Beträge die Aktionszinssätze gelten. Bei Chase liegt die Grenze mit einer Million Euro sehr hoch. Revolut beschränkt das Zinsangebot auf Guthaben bis 25.000 Euro. Für jeden Euro darüber hinaus gelten die Konditionen des jeweiligen Girokonto-Tarifs.

Zinsen von Chase und Revolut im Tagesgeld-Vergleich

Die Angebote von Chase und Revolut liegen aktuell im Tagesgeld-Vergleich gemeinsam mit der Sparda-Bank Nürnberg vorn. Auf Platz vier folgt mit 3,91 Prozent p. a. für drei Monate die Ikano Bank*, die Hausbank von Ikea. Diese und weitere Angebote lassen sich auch im Tagesgeld-Rechner nach Zinssatz, Zinsbindung und geplantem Anlagebetrag filtern.

Fazit: Tagesgeld-Angebot von Chase ist deutlich einfacher

Im Vergleich der beiden Tagesgeld-Angebote zeigte sich: Revolut* hat bei den Zinsen die Nase vorn, Chase* bei der Nutzung. Denn Revolut verlangt regelmäßige Zahlungen mit der Karte des Anbieters, um den Zinssatz zu halten. Bei Chase genügt es hingegen, Neukunde zu sein. Außerdem kann der Maximalbetrag von 25.000 Euro bei Revolut für den einen oder anderen fleißigen Sparer zu niedrig liegen. Die Grenze von einer Million Euro bei Chase dürften derweil die wenigsten überschreiten. Am Ende müssen Anlegerinnen und Anleger entscheiden, ob ihnen die um 0,25 Prozentpunkte höheren Tagesgeld-Zinsen den zusätzlichen Aufwand wert sind.

Quellen

Tagesgeldkonten, in: Revolut. Zuletzt abgerufen am 24.08.2026

Kostenloses Tagesgeldkonto, in: Chase. Zuletzt abgerufen am 24.08.2026

Tagesgeld-Vergleich im August: Bis zu 4,25 Prozent Zinsen sind möglich, in: Berliner Morgenpost. Zuletzt abgerufen am 24.08.2026