Der Iran-Krieg treibt die Ölpreise in die Höhe und befeuert die Inflationsängste in den USA. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hielt den Leitzins am 18. März daher unverändert in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Es ist die zweite Pause in Folge, nachdem die Fed die Zinsen im vorigen Jahr mehrmals gesenkt hatte. Risikoanlagen wie der Bitcoin reagieren prompt auf den US-Notenbankentscheid, und auch Profis haben klare Prognosen für den weiteren Jahresverlauf.
Für Marktbeobachter kam der Entschluss vom Mittwoch nicht überraschend, einige hatten mit der Zinspause gerechnet. Uneinigkeit gibt es aber bei der Frage, was danach folgen könnte. Während einige Beobachter in diesem Jahr eine frühe Lockerung für möglich halten, schließen andere eine weitere Zinssenkung aus. Ein Faktor könnte dabei der entscheidende Punkt sein.
Nach Fed-Zinsentscheidung: Bitcoin reagiert mit Kursausschlägen
Für Anleger ist der Fed-Kurs wichtig, weil er die Risikobereitschaft an den Märkten beeinflusst. Hohe Zinsen machen sichere Anlagen attraktiver und bremsen oft die Nachfrage nach spekulativeren Vermögenswerten. Rückt eine Zinssenkung näher, steigt dagegen meist der Appetit auf Risikoanlagen. Davon können auch Kryptowährungen wie der Bitcoin profitieren.

Gerade Kryptowährungen sind für ihre Schwankungen bekannt: Wenn die Fed Zinssenkungen vorbereitet oder andeutet, könnte das den Risikoanlagen Rückenwind geben. Bleibt die Unsicherheit dagegen hoch und verschieben sich mögliche Zinssenkungen, bleibt der Bitcoin anfälliger für neue Ausschläge. Das verdeutlichte sich auch jetzt.
Der Bitcoin-Kurs zeigte zuletzt wieder einen Aufwärtstrend. Nach der Fed-Zinsentscheidung folgte nun jedoch ein Rücksetzer. Steigende Energiepreise, Inflationssorgen und geopolitische Spannungen sorgen weiterhin für Unsicherheit an den Märkten. Diese Faktoren bremsen aktuell die Aufwärtsdynamik und führen dazu, dass Gewinne schneller wieder abgegeben werden.
Bereits in den vergangenen Wochen sei der Bitcoin einem Belastungstest ausgesetzt gewesen, sagt die Krypto-Expertin Dovile Silenskyte vom Vermögensverwalter Wisdomtree. „Bitcoin fiel kurzzeitig, stabilisierte sich und stieg dann wieder an“, erklärt sie. „Das ist nicht das Verhalten eines Vermögenswerts auf wackeligen Beinen, sondern das Verhalten eines Marktes mit echter struktureller Nachfrage“, so ihre Überzeugung.

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Nach Fed-Zinsentscheid: Das sind die Prognosen der Profis
Die Ausgangslage ist kompliziert: Der Iran-Krieg hat die Sorgen vor steigenden Energiepreisen und neuen Inflationsrisiken verstärkt. Gleichzeitig mehren sich in den USA Hinweise auf eine schwächere Dynamik am Arbeitsmarkt. Der Fed droht ein komplexer Spagat: Einerseits spricht eine höhere Inflation grundsätzlich gegen schnelle Zinssenkungen. Andererseits wächst bei einer schwächeren Konjunktur der Druck, die Wirtschaft nicht zusätzlich zu belasten.
„Die Eskalation der Lage in Nahost macht es sehr unwahrscheinlich, dass die Fed in 2026 die Leitzinsen senken wird“, sagt Michael Heise, Chefökonom bei der Investmentgesellschaft HQ Trust. Auch wenn die Öl- und Gaspreise angesichts der Ungewissheiten über den Verlauf und die Dauer des Konflikts schwer zu prognostizieren seien, müsste bereits jetzt mit einer höheren Inflationsrate für das Jahr gerechnet werden.

Einen Zinsschritt nach oben schließt Heise aber ebenfalls aus. Edgar Walk, Chefvolkswirt beim Vermögensverwalter Metzler Asset Management, erklärt den Grund: „Die Unsicherheit wird von der Fed derzeit nicht als Grund interpretiert, rasch zu handeln, sondern als Grund, es gerade nicht zu tun“, sagt er.
Fed-Zinsentscheid 2026: Profis warnen vor „schwierigem Balanceakt“
Ökonom Björn Ohl von der Apobank sprach bereits vor dem Zinsentscheid von einem „schwierigen Balanceakt“ für die großen Zentralbanken – und das nicht nur in den USA. Deutliche Zinserhöhungen bei einer schwächelnden Konjunktur verbieten sich laut seiner Auffassung: „In Europa stellt sich diese Abwägung besonders deutlich – wegen der höheren Abhängigkeit von Energieimporten“, so Ohl. In den USA sei der Druck auf die Notenbank geringer, weil das Land inzwischen Netto-Exporteur von Öl und Gas sei. Auch vor dem EZB-Zinsentscheid zeichnet sich ein Dilemma ab.
Veränderungen könnte laut Jörg Held vom Vermögensverwalter Ethenea Independent Investors zumindest in den USA aber ausgerechnet eine Personalfrage bringen: Mit Kevin Warsh als möglichem Nachfolger von Fed-Chef Jerome Powell werde ein Kurswechsel wahrscheinlicher, sagt er. Warsh gelte als Befürworter niedriger Zinsen. Mit ihm an der Spitze seien mehr Zinssenkungen möglich als derzeit an den Märkten eingepreist, so der Finanzprofi. Das könnte auch die Karten am Markt neu mischen.
Quellen:
Marktkommentar von Dr. Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust, im März 2026
Marktkommentar von Jörg Held, Head of Portfolio Management bei ETHENEA Independent Investors S.A., im März 2026
Marktkommentar von Edgar Walk, Chefvolkswirt beim Vermögensverwalter Metzler Asset Management, im März 2026
Marktkommentar von Dr. Björn Ohl, Ökonom der apoBank, im März 2026
Marktkommentar von Dovile Silenskyte, Direktorin im Bereich Digital Assets Research bei WisdomTree, im März 2026



