Ein Hinweis: Dieser Artikel erschien erstmals im Oktober 2025 und wurde von der Redaktion geprüft und aktualisiert.
Lange galt Bitcoin als zu schwankungsanfällig für institutionelle Anleger. Doch das Bild wandelt sich: Angesichts geopolitischer Spannungen und digitaler Bedrohungen setzen Profi-Investoren die Kryptowährung zunehmend als strategische Absicherung ein – so das Ergebnis einer Umfrage des Vermögensverwalters Wisdomtree vom Oktober 2025.
Bitte beachten: Bitcoin bleibt ein riskantes Investment. Die Kryptowährung unterliegt starken Kursschwankungen und ist kein stabiler Ersatz für klassische Anlageformen. Wer sie im Portfolio nutzt, sollte die hohe Volatilität und mögliche Verluste einkalkulieren. Den aktuellen Bitcoin-Kurs können Sie hier verfolgen. Falls Sie ein Depot suchen, kann unser Depot-Vergleich helfen.
Bitcoin schwankt stark: Warum Finanz-Profis trotzdem investieren
Die Umfrage wurde von Censuswide im Auftrag des Vermögensverwalters Wisdomtree durchgeführt und erfasste 802 professionelle Anleger europaweit. Das Spektrum reicht von institutionellen Investoren und Vermögensverwaltern über Family Offices bis hin zu Wholesale-Beratern – mit einem verwalteten Gesamtvermögen von rund 4,3 Billionen Euro.

Professionelle Anleger in Deutschland sehen geopolitische Eskalationen und Cyberangriffe als die am stärksten unterschätzten Risiken für die Märkte. 89 Prozent der Befragten erwarteten im Oktober in den kommenden zwölf Monaten weitere Schocks.
Die Folge: Profi-Anleger suchen gezielt nach neuen sicheren Häfen. Neben dem traditionellen Gold gewann Bitcoin an Bedeutung. 45 Prozent der deutschen Profis planen, ihre Allokationen in Bitcoin 2026 zu erhöhen. 42 Prozent wollen auch ihre Goldbestände ausbauen. Allerdings sehen das nicht alle Profis so – ein Experte erklärt, warum er Bitcoin für den Vermögensaufbau nicht für geeignet hält.
Bitcoin: Experten schätzen Kursentwicklung bis 2030 ein
Anhaltende geopolitische Konflikte und wachsende Bedrohungen durch Cyberangriffe verstärken laut Studie den Druck, Portfolios widerstandsfähiger aufzustellen. Viele Anleger sehen darin ein Argument, ihre Bestände in Bitcoin zu erhöhen.
>> Sie wollen Bitcoin kaufen? Wir erklären was Sie bei einem BTC-Kauf über Trade Republic und Scalable Capital beachten sollten. <<
Bitcoin erreichte 2025 neue Rekordhöhen. Seit Jahresbeginn steht die digitale Währung allerdings unter Druck und steht 15 Prozent im Minus. Laut den Basisprognosen von Wisdomtree könnte Bitcoin bis 2030 auf rund 275.000 US-Dollar (rund 236.390 Euro) steigen. Zum Vergleich: Am 16. April 2026 notiert die Kryptowährung bei etwa 74.239 US-Dollar. Eine Studie berechnet zudem weitere Szenarien für den Bitcoin-Kurs.
Bitte beachten:
Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung.
„Gold gilt schon immer als sicherer Hafen. Seine beständige Rolle in Portfolios wurde durch die Wertentwicklung im Jahr 2025 erneut bestätigt. Angesichts der durchweg geringen Korrelation zu den Aktien- und Anleihemärkten dient es in Zeiten systemischer Belastungen als Instrument zur Stabilisierung“, sagt Nitesh Shah, Leiter Makro-Research bei Wisdomtree Europe.

Bitcoin, der sich zwar erst noch als potenzieller sicherer Hafen etabliert, habe sich als widerstandsfähig erwiesen. „Aufgrund des begrenzten Angebots gilt die Kryptowährung zunehmend als ergänzende Absicherung neben Gold. Diese Kombination erklärt, warum professionelle Anleger ihre Allokationen in beiden Anlageklassen 2026 ausweiten wollen“, so Shah weiter. Ein Viertel der befragten deutschen Profi-Anleger hat bereits gehandelt: 21 Prozent investierten in Bitcoin oder andere Kryptowährungen, 24 Prozent in Gold und 25 Prozent in Rüstungs- oder Cybersecurity-Aktien.
Kryptowährungen: Profis setzen auf ETPs für Bitcoin-Investments
Aber wie investieren die professionellen Anleger in die digitale Währung? Professionelle Anleger greifen bei Investments in Gold und Krypto eher auf physisch besicherte Exchange Traded Products (ETPs) zurück, so die Umfrage weiter. Allerdings gelten Krypto-Investments über ETPs und ETFs nicht automatisch als optimaler Weg für Privatanleger.
Dazu auch interessant: Physisches Gold oder ETC? Experten geben klaren Ratschlag
Bitcoin-ETFs sind generell in Deutschland nicht zugelassen. Bei Krypto-ETPs sollten Anleger bedenken, dass sie den zugrundeliegenden Coin bei einem Investment nicht besitzen. Ein No-Go für manche Krypto-Fans. In der Community heißt es schließlich: „Not your keys, not your coins.“ Damit ist gemeint: Nur wer seine Coins in einer eigenen Wallet verwahrt (mit selbst kontrollierten Private Keys), besitzt sie wirklich.
Warum gibt es keine Bitcoin-ETFs in Deutschland?
Laut der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) ist in Deutschland die Emission von börsengehandelten Fonds (ETFs), die nur einzelne Kryptowerte wie den Bitcoin abbilden, nicht zulässig.
Der Grund: Ein solcher börsengehandelter offener Publikumsfonds, der die Entwicklung eines einzigen Werts abbildet – in diesem Fall den Kryptowert Bitcoin – widerspräche sowohl nach deutschen nationalen Produktregeln als auch den Vorgaben der Europäischen Union (EU) für harmonisierte Wertpapierfonds (OGAWs) dem für diesen Fondstyp grundlegenden, dem Anlegerschutz dienenden Prinzip der Risikomischung. Mehr dazu finden Sie auch auf der Seite Bafin.de
Enzensdorfer-Konrad von Bitpanda erklärte uns dazu in einem Gespräch: „Für private Anleger, die Zugang zum echten Underlying haben, also dem Bitcoin selbst, ist ein ETF oder ETP in der Regel wenig sinnvoll. Solche Produkte sind vor allem für institutionelle Investoren relevant, die aufgrund regulatorischer Vorgaben oder interner Prozesse nicht direkt in Kryptowährungen investieren können.“ Es gilt hier also, Kosten und Aufwand individuell abzuwägen.



