In Zeiten globaler Krisen gilt eine Goldanlage als sicherer Hafen. Wenig überraschend sind daher die aktuellen Zahlen des Vergleichsportals „Gold.de“, die einen starken Anstieg der Nachfrage verzeichnen. Im Investmentsektor wurden demnach 2023 rund 945,5 Tonnen Gold nachgefragt, 2024 waren es schon 1179,5 Tonnen – ein Anstieg von 25 Prozent. Wer in Gold anlegen möchte, muss aber nicht zwingend Münzen oder Barren kaufen. Auch der Wertpapierhandel bietet Möglichkeiten.

Anleger mit einem Depot haben mehrere Optionen, in das Edelmetall zu investieren. Eine bekannte und verbreitete Anlage sind sogenannten Gold-ETCs. Was für Anlageformen es für Gold sonst noch gibt, worauf bei der ETC-Auswahl zu achten ist und wann physisches Gold die bessere Anlageform sein kann, lesen Sie hier.

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Gold übers Depot kaufen: Diese Anlageformen gibt es

Der naheliegendste Weg in das Edelmetall zu investieren ist der Kauf von Goldmünzen und Goldbarren. „Viele Menschen verkennen aber das Problem der Lagerung“, sagt Katharina Lawrence, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Hessen. Das Gold in den eigenen vier Wänden zu lagern, ist immer risikobehaftet. „Und ob Barren und Münzen gegen Diebstahl versichert sind, hängt von der Wertsachenklausel der Hausratversicherung ab“, ergänzt die Expertin.

Unkomplizierter und auch für kleinere Anlagebeträge geeignet sind Wertpapiere – oft mit Sparplanoption. Das Problem: Der ETF als gängigste Wertpapieranlage fällt weg. Denn in der Europäischen Union darf ein ETF nicht ausschließlich in eine Position investieren – das wäre beim Gold der Fall. In der Schweiz oder den USA wäre ein Gold-ETF möglich, allerdings komplizierter und für private Anleger mit niedrigen Anlagesummen dadurch weniger lukrativ.

Alternativen zu physischem Gold und Gold-ETFs sind:

  • Gold-ETCs
  • Gold-Zertifikate
  • Goldminen-Aktien oder -Fonds

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Was ist ein Gold-ETC und welche Kosten sind zu beachten

Ein Gold-ETC (Exchange Traded Commodity) ist ein Wertpapier, das den Goldpreis abbildet und an der Börse gehandelt wird – ähnlich wie ein ETF. Im Gegensatz zu Fonds investiert ein ETC aber nicht in mehrere Werte, sondern bezieht sich nur auf eine einzige Ware, in diesem Fall Gold. Ein ETC ist jedoch kein Investmentfonds wie ein ETF, sondern ein Zertifikat – schlussendlich eine Schuldverschreibung

So funktioniert ein Gold-ETC

Wer in einen Gold-ETC investiert, gibt dem Herausgeber (Emittent genannt) einen Kredit, der von dem Geld wiederum Gold einkauft und verwahrt. Im Gegensatz zu einem ETF oder Fonds ist das Geld nicht über ein Sondervermögen abgesichert. Als Sicherheit dient das Gold. Die Schuldverschreibungen steigen im Wert, wenn der Goldwert steigt. Umgekehrt sinkt der Wert, wenn der Rohstoffwert fällt. Allerdings sind nicht alle ETCs physisch besichert. Anleger sollten das Produkt genau prüfen.

Geht der Emittent pleite, besteht ein Verlustrisiko. Im Vergleich zu anderen Schulverschreibungen bietet das Gold aber eine hohe Sicherheit. Trotzdem besteht das Risiko. Im Falle einer Insolvenz „wäre ein Totalverlust möglich, auch wenn das Risiko eines ETC-Anbieters als gering eingeschätzt werden kann“, erklärt Jonathan Mayer von der Vermögensverwaltung ALPS Family Office. Auch zu beachten seien die laufenden Kosten eines Gold-ETCs. Dazu zählen:

  • Verwaltungsgebühren
  • Depotgebühren für den An- und Verkauf
  • Steuern, sofern das Gold nicht physisch hinterlegt ist

Ist ein Gold-ETC steuerfrei? Ein Detail ist ausschlaggebend

Eine Besonderheit der Gold-ETCs ist die Steuerfreiheit. Doch Vorsicht: Diese gilt nicht für alle Gold-ETCs. Zwei Bedingungen müssen erfüllt sein, damit Kursgewinne nicht versteuert werden:

  1. Eine physische Auslieferung muss möglich sein.
  2. Der Gold-ETC muss mindestens ein Jahr gehalten werden.

Vor allem beim ersten Punkt müssen Anleger aufpassen, warnt Thomas Mitroulis, Geschäftsführer von der Vermögensverwaltung AXIA Asset Management. „Die Auslieferung muss rechtlich und faktisch möglich sowie vertraglich gesichert sein. Ein bloßes Recht auf einen Barausgleich reicht nicht aus.“ Wichtig sei, die steuerliche und strukturelle Ausgestaltung des Produkts im Detail prüfen – und sich nicht von Produktnamen oder Hochglanzbroschüren blenden zu lassen.

Diese zwei Arten von Gold-ETCs gibt es

Ein Gold-ETC mit Auslieferungsoption ist physisch besichert. Das heißt, das Gold lagert in Tresoren und jeder ETC-Inhaber kann sich seinen Anteil als Barren oder Münzen liefern lassen. Wird das Gold ausgeliefert und der ETC mindestens zwölf Monate gehalten, sind Gewinne steuerfrei – wie bei physischem Gold. Ein Gold-ETC ohne Auslieferungsoption ist nicht physisch abgesichert. Das heißt: Die Anleger bekommen ihren Anteil nur als Geld ausbezahlt, diese Gewinne sind steuerpflichtig.

Beispiele für Gold-ETCs mit Auslieferungsoption:

NameMindestauslieferungsmenge
Xetra-Gold1 Gramm
Euwax Gold II 1 Gramm
The Royal Mint Physical Gold 1 Unze (circa 28 Gramm)

Quelle: extraETF

Gold-ETC im Depot: Expertin rät zur Vorsicht

Auch, wenn der Goldpreis aktuell Höchststände erreicht, rät Verbraucherschützerin Lawrence, Gold immer nur als ein Baustein in der Anlagestrategie zu betrachten. „Der Goldpreis schwankte in der Vergangenheit immer wieder heftig – sowohl während der Finanzkrise als auch in der Corona-Pandemie.“ Zwar gibt es Goldpreis-Prognosen für 2025, allerdings kann keiner die Entwicklung mit Sicherheit vorhersagen.

Zu unseren Experten

Thomas Mitroulis ist Geschäftsführer der AXIA Asset Management GmbH in Dortmund. Er verfügt über 25 Jahre Finanzmarkt-Erfahrung. Sein Spezialgebiet liegt im Bereich Alternativer Investments.

Jonathan Mayer ist als Junior Portfoliomanager bei der ALPS Family Office AG, Dietmannsried, im Bereich Portfoliomanagement und Asset Management tätig.

Katharina Lawrence ist Referentin für Finanzdienstleistungen und arbeitet bei der Verbraucherzentrale Hessen.

Eine kleine Beimischung von Gold zum Anlagemix kann laut Lawrence aber sinnvoll sein, um das Portfolio zu diversifizieren und so besser gegen Kursschwankungen abzusichern. Das ist mit Gold-ETCs möglich, genauso aber auch mit physischem Gold. Aus Sicht von Mayer sind Gold-ETCs für private Investoren deutlich praktikabler als ein Direktinvestment in Gold, das eigenständig verwahrt und abgesichert werden müsse.

Gold-ETC oder Goldmünzen besser? Entscheidung bleibt individuell

Wem bei einer Goldanlage aber primär die Krisensicherheit und den Vermögensschutz im Blick hat, sollte aus Sicht von Thomas Mitroulis die physische Anlage wählen. „Physisches Gold kennt keine Gegenpartei, kein Emittentenrisiko, keinen Serverausfall.“ Es sei greifbar, weltweit akzeptiert und im Zweifel sofort verfügbar. Gold-ETCs seien für taktische Positionierungen am Kapitalmarkt interessant, physisches Gold hingegen als eine Art Sicherheitsgurt. „Man spürt ihn nicht – bis man ihn braucht.“

Bitte beachten:

Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung.