Am Mittwoch (29.10.) hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) erneut über den Leitzins entschieden. Dabei hat die Fed zum zweiten Mal in diesem Jahr den Leitzins gesenkt. Er liegt nun 0,25 Prozentpunkte niedriger in einer Spanne von 3,75 bis 4,0 Prozent. Der Ausgang könnte nicht nur die Aktienmärkte, sondern auch Bitcoin und andere Kryptowährungen bewegen. Wir haben einige Branchenstimmen und Erwartungen zusammengetragen.
Heute steht der EZB-Leitzinsentscheid an – was Profis im Vorfeld erwarten.
Fed-Zinsen: Profis kannten das Ergebnis bereits
„Am Markt hält man eine Zinssenkung der Fed am 29. Oktober und eine weitere noch vor der Weihnachtszeit für nahezu ausgemacht“, sagte Chris Iggo vom Vermögensverwalter AXA Investment Managers bereits im Vorfeld des Zinsentscheids. Dabei gab es allerdings auch Bedenken.
Denn: „Wie wird die Fed ohne Daten zurechtkommen?“, hinterfragte Vincent Reinhart vom Vermögensverwalter BNY Investments. „Durch den Shutdown der US-Regierung stehen weniger Daten zur Verfügung, was zu einer ironischen Schlussfolgerung führt: Eine datenabhängige Fed wird eher zu einer Lockerung neigen“, sagte der Finanz-Profi. Der Grund: Das Fehlen offizieller Beschäftigungsdaten erhöhe die Unsicherheit über die Lage im privaten Sektor und mache Zinssenkungen attraktiver.

Auch Jörg Held vom Vermögensverwalter ETHENEA Independent Investors befürchtete, einen „Blindflug“. „Dies gilt insbesondere für die Inflation: Die Verbraucherpreisindex-Daten für September waren wohl noch verlässlich, die Datenerhebung im Oktober ist es jedoch nicht mehr. Gleichzeitig reduziert jede Woche Shutdown das annualisierte Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um etwa 15 Basispunkte“, so der Profi.
Prognose zum Zinsentscheid in den USA: Tempo der Fed-Lockerung unklar
„Eine weitere kleine Zinssenkung im Dezember ist aus heutiger Sicht wahrscheinlich. Sie wird an den Finanzmärkten erwartet und dürfte nur bei deutlich negativen Überraschungen in Bezug auf die Verbraucherpreise ausbleiben“, sagt Michael Heise von der Investmentgesellschaft HQ Trust.
Bitte beachten:
Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung.
Edgar Walk, vom Vermögensverwalter Metzler Asset Management, ergänzt: „Insgesamt erwarten wir nach Mittwoch noch drei Zinssenkungsschritte auf einen Korridor von 3,0 bis 3,25 Prozent.“ Etwas Ähnliches prognostiziert auch Held: „Wir erwarten, dass der Leitzins seinen Abwärtstrend beibehält und bis Mitte 2026 im Bereich von 3,00 bis 3,25 Prozent liegen wird, da die Fed ihren Fokus weiterhin auf die Stützung des Arbeitsmarktes legt.“
Fed-Zinsentscheid: Welche Folgen hat er für Anleger?
Für Verbraucher bedeutet eine Fed-Zinssenkung niedrigere Kreditkosten – ob bei der Kreditkarte, beim Autokredit oder bei variablen Baufinanzierungen. Das macht Anschaffungen und Investitionen leichter. Sparer hingegen verlieren: Tagesgeld und Festgeld rentieren sich noch weniger.
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An den Märkten sind spürbare Reaktionen wahrscheinlich, besonders wenn die Fed weitere Zinsschritte in Aussicht stellt. Der Dollar könnte schwächeln, der Euro profitieren. „Wir aktualisieren unsere makroökonomischen Szenarien über einen taktischen Horizont hinweg, während wir weiterhin einen schwächeren Arbeitsmarkt und Zinssenkungen der Fed sehen, welche Risikoanlagen und die allgemeine Risikobereitschaft unterstützen“, sagt Tuan Huynh vom Blackrock Investment Institute.
Bitcoin & Co.: Welche Bedeutung haben Zinssenkungen für Kryptowährungen?
Sinkende Zinsen gelten traditionell als günstiges Umfeld für Bitcoin und andere Kryptowährungen. Niedrigere Leitzinsen reduzieren die Attraktivität konservativer Staatsanleihen, wodurch Investoren verstärkt nach renditestärkeren Alternativen suchen – darunter auch risikobehaftete Assets wie Aktien oder Digitalwährungen. Zudem verbilligen sich Kredite, was sowohl institutionellen als auch privaten Anlegern ermöglicht, sich kostengünstiger Kapital für spekulative Investments zu beschaffen.

Die aktuelle Marktreaktion am Kryptomarkt fällt jedoch verhalten aus. Bitcoin notiert aktuell bei rund 95.760 Euro und liegt damit 0,95 Prozent über dem Vortagesniveau (Stand: 30. Oktober). Historisch betrachten Marktteilnehmer niedrige Zinsen zwar als positiven Katalysator für Bitcoin, allerdings haben die Märkte eine potenzielle Zinssenkung möglicherweise bereits weitgehend eingepreist. Die begrenzte Reaktion folgt dem bekannten Muster „Sell the News“.
Notenbankchef Powell bremst Dezember-Erwartungen
Fed-Vorsitzender Jerome Powell warnte, dass eine Zinssenkung im Dezember nicht „eine ausgemachte Sache“ sei – eine Aussage, die den Markterwartungen widersprach. Bitcoin fiel innerhalb einer Stunde nach der Ankündigung um 4 Prozent. Powells vorsichtiger Ton und die ungelösten Inflationssorgen veranlassten Händler, Risiken zu reduzieren.
Anleger richten ihren Blick nun auf kommende Wirtschaftsdaten: Die US-Arbeitsmarktdaten vom 5. November und die VPI-Berichte vom 12. November dürften weitere Hinweise auf die künftige Geldpolitik der Fed liefern.
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Weitere Termine zum Fed-Zinsentscheid 2025
In diesem Jahr folgt noch eine weitere Sitzung:
- am 10. Dezember 2025.
Alle EZB-Termine finden Sie in diesem separaten Artikel.



