Nach der langen Nullzinsphase wurde Tagesgeld in den Jahren 2023 und Anfang 2024 wieder interessant. Die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) machten Sparen wieder lukrativ. Aber: Seit der Zinswende im Sommer 2024 hat sich das wieder geändert – Banken senken ihre Konditionen, allerdings gibt es auch Ausnahmen.
Einige Institute bieten wieder Zinsen von drei Prozent oder mehr. Wir präsentieren Ihnen die besten verfügbaren Angebote und haben eine Verbraucherschützerin gefragt, woran Sparer seriöse von unseriösen Offerten unterscheiden können.
Tagesgeld: Starke Zinsen? Expertin entlarvt Schwäche mit simpler Regel
Während die Mehrheit der Banken ihre Tagesgeldzinsen mittlerweile auf unter drei Prozent gesenkt hat, werben einige Institute weiterhin mit Zinsen von drei Prozent und mehr. Aber: Nicht immer lohnt es sich für Sparer, den nächsten Spitzenzins zu jagen.
Viele Banken arbeiten mit zeitlich begrenzten Neukundenboni oder Aktionszinsen, die nach drei bis sechs Monaten deutlich sinken. Auch Höchstbeträge, bis zu denen der beworbene Zinssatz gilt, schränken die Attraktivität für Anleger mit größeren Summen ein. Daher kann es sich auch lohnen, aktuelle Festgeld-Zinsen zu prüfen. Unser Festgeld-Vergleich stellt entsprechende Angebote vor.
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Kerstin Hußmann-Funk von der Verbraucherzentrale Hamburg warnt: „Immer wieder taucht Werbung mit auffällig hohen Zinskonditionen auf. Grundsätzlich gilt die Faustformel: Je höher die Rendite, desto höher das Risiko.“ Als Orientierung empfiehlt sie den Vergleich mit dem aktuellen EZB-Leitzins. Liegt das Zinsangebot deutlich darüber, gibt es vermutlich „einen Haken“ – wie beispielsweise eine Befristung des Angebots.
Auch ein Blick auf die Zinsen anderer Anbieter – etwa bei Vergleichen der Stiftung Warentest – könne helfen, unseriöse Angebote zu erkennen. Was Sparer zudem beachten sollten, erklärt die Verbraucherschützerin auch hier: Tagesgeld noch sinnvoll? Expertin teilt wichtige Faustregel
Die Expertin rät Sparern zudem, stets die Einlagensicherung zu prüfen – dabei ist auch die Bonität des Landes entscheidend. Bei Zweifeln können Sparer eine unabhängige Beratung einholen, beispielsweise bei den Verbraucherzentralen.
Tagesgeld: Diese Banken bieten aktuell drei Prozent Zinsen und mehr

Wir haben einige Angebote herausgesucht. Dabei sollten Sparer aber, wie von der Verbraucherschützerin erwähnt, beachten, dass es sich um Aktionszinsen handelt und sie demnach nur für einen begrenzten Zeitraum gelten. Zudem bietet kein Vergleich eine umfassende Markttransparenz. Sparer sollten gegebenenfalls auch noch eigenständig vergleichen.
Consorsbank: 3,10 Prozent Zinsen und bis zu 100 Euro Prämie
Die Consorsbank* bietet Neukunden derzeit 3,10 Prozent Zinsen auf Tagesgeld für drei Monate. Dazu kommt eine Prämie von 100 Euro bei Geldeingängen von 100.000 Euro oder 50 Euro bei 50.000 Euro – sofern die Beträge innerhalb von vier Wochen nach Kontoeröffnung von einem Fremdbankkonto auf das Tagesgeld- oder Verrechnungskonto überwiesen werden.
Die Zinsen erhalten Sparer bis zu einem Anlagebetrag von einer Million Euro. Bedingung: Kunden müssen ein kostenloses Depot eröffnen. Nach Ablauf der Aktionsphase sinkt der Zinssatz auf 0,80 Prozent. Es greift die französische Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Kunde.
Raisin mit 3,05 Prozent Zinsen auf Tagesgeld
Die Zinsplattform Raisin* hat den Zinssatz für ihr Tagesgeldprodukt StartZins von 2,85 auf 3,05 Prozent pro Jahr angehoben. Die Änderung betrifft ausschließlich Neuabschlüsse. Gleichzeitig reduziert der Anbieter den maximalen Anlagebetrag von 100.000 auf 50.000 Euro. Bestehende Anlagen bleiben von beiden Anpassungen unberührt.
Der Zinssatz gilt für eine Laufzeit von drei Monaten. Eine Verlängerung ist nicht vorgesehen. Kunden können jedoch bei Abschluss ein Rollover-Tagesgeldprodukt wählen, in das ihr Guthaben nach Ablauf automatisch übergeht – derzeit mit bis zu 2,02 Prozent verzinst. Alternativ steht eine Übertragung in eines der über 140 weiteren Tages- oder Festgeldangebote auf der Raisin-Plattform offen. Einlagen inklusive aufgelaufener Zinserträge sind bis zu einem Betrag von 100.000,00 Euro je Kunde und je Bank gesetzlich durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH abgesichert.
Suresse Direkt Bank: 3,00 Zinsen für vier Monate
Auch die Suresse Direkt Bank* zahlt Neukunden aktuell wieder 3,00 Prozent Zinsen pro Jahr (p. a.) bis 250.000 Euro – allerdings nur für vier Monate. Nach Ablauf des Zeitraums beträgt der Zinssatz 1,95 Prozent. Einlagen sind bis zu 100.000 Euro pro Person über den spanischen Einlagensicherungsfonds abgesichert.
Bank of Scotland: 3,00 Prozent Zinsen für drei Monate
Drei Prozent Zinsen auf Tagesgeld erhalten Neukunden aktuell auch bei der Bank of Scotland*. Und zwar für drei Monate auf Guthaben bis 100.000 Euro. Danach fällt der Zinssatz auf 1,25 Prozent p.a. Die angelegten Gelder sind bis zur Maximalanlage von 100.000 Euro je Anleger über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH geschützt.
Umweltbank: 3,00 Prozent Zinsen für drei Monate
Auch die Umweltbank lockt Neukunden mit 3,00 Prozent Zinsen auf Tagesgeld – gültig für drei Monate und bis 50.000 Euro Anlagebetrag. Danach fällt die Verzinsung auf den EZB-Einlagenzins von aktuell 2,00 Prozent – ebenfalls für drei Monate. Anschließend sinkt der Zins drastisch auf nur noch 0,60 Prozent. Die Einlagen unterliegen der deutschen gesetzlichen Einlagensicherung. Einlagen sind bis zu 100.000 Euro pro Person abgesichert.
Auch die BBVA bietet derzeit 3,00 Prozent Zinsen
Auch die spanische BBVA bietet Neukunden einen Aktionszins von 3,00 Prozent p.a. für die ersten sechs Monate nach Kontoeröffnung, und das auf Beträge bis zu 500.000 Euro. Besonderheit des Angebots: Die Verzinsung erfolgt direkt auf dem kostenlosen Girokonto, ein separates Tagesgeldkonto ist nicht erforderlich. Nach Ablauf der Aktionsphase sinkt der Zins allerdings deutlich auf einen variablen Bestandskundenzins von 25 Prozent des EZB-Einlagezinssatzes, was derzeit 0,50 Prozent p.a. entspricht. Die BBVA ist Mitglied des spanischen Einlagensicherungssystems. Anlegen sind bis zu 100.000 Euro pro Einleger und Bank geschützt.
Gut zu wissen: Auch Vergleichsportale können helfen, die besten Angebote zu finden. Ein regelmäßiger Check lohnt sich, denn der Markt bleibt in Bewegung. Unser Tagesgeld-Vergleich stellt weitere Angebote vor. Zudem kann unser Vergleichsrechner helfen:



