Seit zwei Jahren lässt einen Leser aus Hamburg eine Frage nicht mehr los. Er ist 77 Jahre alt, sportlich aktiv – und trägt seit zwei Jahren einen Herzschrittmacher. Seine große Sorge: „Wie erkennen Passantinnen oder Passanten, Ersthelfende, die mich finden, dass ich möglicherweise einen Herzinfarkt habe?“, schreibt er unserer Redaktion. „Mit dem Schrittmacher wird mein Herz doch trotz Infarkt weiterhin schlagen.“ Zwar habe er im Geldbeutel eine Patienten-ID-Karte mit allen wichtigen Informationen – aber die verstehe ein Laie im Ernstfall kaum.
Aus ihrem Klinikalltag kennt Kardiologin Prof. Dr. Christiane Tiefenbacher die Angst vieler Schrittmacherträger und ihrer Angehörigen, im Ernstfall übersehen zu werden. „Immer wieder höre ich zudem die Frage: Was ist, wenn ich nicht sterben kann, weil das Gerät einfach weiterarbeitet?“, erzählt sie. In diesem Teil der Serie „Herz-Doc“ räumt Tiefenbacher mit genau diesem Missverständnis auf. Denn dahinter steckt ein weitverbreiteter Denkfehler, der im Notfall gefährlich werden kann. Warum der Schrittmacher beim Herzinfarkt gar keine Rolle spielt, welche Symptome trotzdem bleiben und was Ersthelfer wissen müssen.



